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 Zwischenspeicher

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Endstation Sehnsucht
An der Endstation Angekommene
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Jul 07, 2014 3:04 pm

IT'S NOT ABOUT ME / IT'S NEVER ABOUT ME
BUT I AM SAVING ALL MY WORRIES
/ F O R / T H A T / D A Y / Y O U / D O N ' T / N E E D / M E /




SIYÁN - I SHIP IT !


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Endstation Sehnsucht
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mi Jul 23, 2014 12:10 am



alles gute, schicksalsträumer!

Liebe Charakterboardler - die Schicksalträumer feiern ihr erstes Jubiläum! Mit fünf Jahren dürfen wir mittlerweile behaupten, nicht mehr zu den "Jungen Wilden" zu gehören und wollen uns hiermit auch für die langjährige Unterstützung des CBs bedanken. Es war nicht immer leicht, doch wir haben viel erreicht - und es liegt noch viel vor uns, wir hören noch lange nicht auf! Den Tag werden wir heute mit einigen Ankündigungen für unsere User, extra Inplayinput und neuen Farben (kommendes Update heute im Laufe des Tages); an denen sich auch unsere Gäste erfreuen werden können, würdigen!

Schaut gerne vorbei und feiert mit!
Rabenschwinge & Cuthulthor & Veragrom als Team der

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Aug 12, 2014 9:51 pm

G O T O H E L L F O R H E A V E N ' S S A K E !
A R E N ' T | Y O U | A | L I T T L E | S H O R T | F O R | A | S T O R M T R O O P E R ?

[align=center]A C H S O , D A N N   B I S T D U J E T Z T D E R S O L D A T , J A ?!
GESUCHT: FÜNFTÄLTESTER BRUDER / PATRIOT / AUFREISSER / TRINKER / PSYCHISCHES WRACK

[/align]



[align=center]S C H O N M A L Z U A C H T N E N H I R S C H E R L E G T ? !
WOLFSROLLENSPIEL IST WAS FÜR ZWÖLFJÄHRIGE UND SIEHT IMMER KOMISCH AUS? ALSO BITTE.
GESUCHT ↓ SCHWESTER DES ALPHAWOLFES ↓ STARRSINNIG ↓ ABSOLUT EHRLICH ↓ FORMBAR ↓


[/align]


Zuletzt von Endstation Sehnsucht am So Dez 21, 2014 4:46 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Aug 18, 2014 9:47 pm

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Fr Sep 05, 2014 12:19 pm

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Sep 15, 2014 1:04 pm

“Garbor zieht über links – aaaah, ich glaube das hat Masterfaker jetzt nicht kommen sehen. Nein, Garbor ist im Stealth. Oh. Oh-oh. Seht ihr, das passiert, wenn man nicht auf den Schurken achtet. Die Runde geht ganz offensichtlich an Team GandeG.“ Sixsmith schob sein Mikro ein Stück von den Lippen weg, griff nach der Milchpackung, ohne seinen Blick vom Bildschirm zu lösen, hob die Öffnung an die Lippen und trank vier, fünf Schlucke. In seinem linken Ohr hörte er deutlich, wie sich Charlie über die letzte Combatphase aufregte, im rechten das Stimmengewirr der vier gegeneinander kämpfenden PvP-Turnierteilnehmer, von denen zwei soeben eiskalt zu Hackfleisch verarbeitet worden waren. Sixsmith gestattete sich ein grimmiges Grinsen, überließ Charlie das Endresumée und warf nur noch ein “morgen Abend, ab 19.30 – La Blanche Angel kommentiert das 2vs2, CharliePlayerz das 3v3-…“ - “und unser Moffisflame das 5v5! Bleibt dabei, Leute, und immer dran denken – scheiß auf die Horde!! Jaaah wir sind TOTAL unparteiisch!“
Sixsmith, der von seinem Co-Kommentator unterbrochen worden war, kümmerte das recht wenig. Seelenruhig kappte er per Overwolf die Verbindung zum Livestream, nahm noch einen Schluck aus der Milchpackung und lehnte sich nach hinten zurück. Seine Augen brannten, er hatte über vierundzwanzig Stunden keines mehr zugetan. Das hier war das letzte Match für heute Nacht. “Alter, war das geil. Ohne Scheiß, wenn Masterfaker nicht mit so nem Trottel wie Curtis spielen würde, hätten die das Match gemacht.“ Charlie war offenbar noch in Plauderlaune. Der Kanadier beneidete seinen Freund aus Seattle um die Fähigkeit, zu jeder Tag- und Nachtzeit irgendwie wach zu wirken. “Musstest du das mit der Horde am Ende noch sagen?“, brachte Sixsmith nur etwas mühsam über die Lippen. Er rieb sich das linke Auge solange, bis es wehtat. “Wieso, haste Schiss, dass Sandy petzt?“ Der blasse, dürre Junge schüttelte den Kopf, obwohl Charlie ihn nicht sehen konnte. “Sandy ist mir egal. Ich denk eher, dass Kate irgendwann zu Blizzard petzt.“ Er konnte hören, wie Charlie sich ein Lachen verkniff. “Alter Moff, Kate hat überhaupt nix zu sagen.“ - “Das bezweifle ich ja auch gar nich. Ich glaub nur, dass sie in ihrem Eifer sich versucht, konsequent an- … weißt du was, vergiss es. Du bist eh bekifft und raffst nichts von dem, was ich sage.“ “Null Komma Null, Mister Moff. Das einzige, woran ich denke, wenn ich Kates Stimmchen höre, sind ihre Titten. Soll sie zu den Bosses rennen, is mir latte. Kommst noch mit n paar Inis?“

Sixsmith warf einen Blick auf die digitale Anzeige seines Weckers, dann zu dem Spalt zwischen Rollo und Fenster. Spalt schwarz: draußen dunkel. Spalt weiß: draußen hell. Er rieb sich nochmals die Augen. Draußen musste es schon stockfinster sein.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Sep 22, 2014 9:16 pm

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mi Sep 24, 2014 3:03 pm

Im Gegensatz zu Enéas hatte Rew einen geradezu entspannten Morgen. Sie hatte noch bis etwa halb drei am Rechner gesessen und eine Tonaufnahme ihrer Stimme bearbeitet, nur um das Video abends – vollkommen fertig – hochzuladen. Das erste, was sie danach gesehen, war ein Video-Vorschlag zu I knew you were trouble. Ne ganz tolle Scheiße, das alles. Am liebsten hätte sie ihr Video anschließend wieder gelöscht, war dann aber zu faul, hatte sich noch die ersten paar Kommentare durchgelesen – die im halbminütigen Takt unter ihrem Post eintrudelten – und war dann endgültig ins Bett gefallen.
Am nächsten Morgen war sie entspannt gegen halb zehn aufgestanden und hatte in Schlafsachen und zerzausten Haaren im Saal gegessen. Normalerweise nahm sich Rewbie ihr Frühstück immer mit aufs Zimmer – sehr zum Ärger der Hausfrauen, die ab und an Stapel von nur halb leer gegessenen Tellern neben ihrem Schreibtisch fanden. Heute hatte sie das Bedürfnis, unter Leuten zu sein, damit sich ihr Kopf nicht von selbst sprengte. Irgendwann gesellte sich HACKERSCHWESTER zu ihr, und die beiden aßen stumm und mit leicht verquollenen Augen nebeneinander hockend ihr Müsli – die beiden Nachteulen unter den 18-30 Jährigen Naxotinnen, die ihren PC noch eher retten würden, als ein Haustier. Nachdem sie aufgestanden war und ihr Geschirr unterm Wasserhahn abgespült hatte, wandte sich HACKERSCHWESTER ihr zu. “Was vor?“, wollte sie mit schläfrigem Ton wissen. Rewbie nickte. “Und du? Normalerweise biste doch nie so früh wach.“ HACKERSCHWESTER nickte, von ihrem Löffel tropfte Müsli zurück in die Milch. “Hab nen Bewerbungsgespräch bei Apple. Die suchen wen zum Microsoft-ausspionieren.“ Aha. Naja. Redeten sie besser nicht mehr drüber.
Die Rothaarige ging im Kopf schon ihre Klamotten durch, als HACKERSCHWESTER erneut das Wort erhob.
“Triffst du dich wieder mit… Dingens?“
Für einen Moment wirkte die Ältere wie zu einer Salzsäule erstarrt. Hatten die Zwillinge getratscht? Wie viel wusste HACKERSCHWESTER? Und wer wusste noch davon? Dass s
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So Okt 12, 2014 4:02 pm



my empire of dirt.

I hurt myself today To see if I still feel I focus on the pain The only thing that's real What have I become My sweetest friend Everyone I know goes away In the end I wear this crown of thorns Upon my liar's chair Full of broken thoughts I cannot repair Beneath the stains of time The feelings disappear You are someone else -----------
-------------- I am still right here.


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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Fr Okt 17, 2014 3:02 pm

Die beiden Anstands-Cupcakes, die er noch in der Dose gelassen hatte, sollten jetzt also auch noch vernichtet werden. Kein Problem für Kuchen-Schredder Fowke, der zwar eigentlich sich nicht so viel aus Gebäck machte, aber dieses hier wirklich absolut lecker fand. Er zögerte kurz, als sie ihn aufforderte, weiterhin zuzuschlagen (sie hatte nur einen gegessen, oder?! Maximal zwei!), aber unter dem auffordernden Blick der blonden Französin fühlte er sich ohnehin immer schon so gerichtet. Mit einem breiten Grinsen und einem winzigen “merci“ griff er zu. Er bemerkte überhaupt nicht, dass Lauren erst mit sich selbst ausfechten musste, ob sie ihm das Kleid nun zeigte, oder nicht – und selbst wenn er es bemerkt hätte, wäre er es vermutlich übergangen. Für ihn war der gesamte Umgang mit dieser Frau komplett natürlich, er bewegte und reagierte so unverstellt wie möglich. In Amerika hatte er nicht viel mit Frauen auf dieser Basis zutun – entweder sie waren Arbeitskolleginnen und damit Kumpelinen, oder zumindest Bekannte; auf jeden Fall Menschen, die wussten wer, und vor allem was er war. Oder es waren eben Damen, diese Art von Mädchen, die Lauren nicht sein wollte – gut für Geplänkel, für Gelächter, Alkohol und laute Musik; aber alles ohne nähere Informationen zu seiner Selbst, seinem Charakter, seiner Aufgabe. Die Französin bewegte sich auf einem schmalen Grad zwischen beidem, und das machte den Umgang mit ihr auf der einen Seite so leicht und auf der anderen Seite furchtbar schwierig.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Sa Okt 18, 2014 10:07 am

# himmelfahrtsk o m m a n d o


☐ 1. ♥ Character (created by someone else)
☐ 2. ♥ Male (WÄCHTER DER ZWÖLF)
☐ 3. ♥ Male (GRAUSAMKEIT)
☐ 4. ♥ Male (DIE GLORREICHEN SIEBEN)
☐ 5. ♥ Male (OUTLAW)

☐ 6. ♥ Female (WÄCHTER DER ZWÖLF)
☐ 7. ♥ Female (GRAUSAMKEIT)
☐ 8. ♥ Female (DIE GLORREICHEN SIEBEN)
☐ 9. ♥ Female (OUTLAW)
☐ 10. ♥ Character (created by you)

☐ 11. Character who should not have died
☐ 12. Character who should die asap
☐ 13. Character who you feel pity for
☐ 14. Character who you feel connected to
☐ 15. Character who chose the wrong way

☐ 16. ♥ Wächter-power
☐ 17. ♥ GRAUSAMKEIT-power
☐ 18. ♥ Scene that already happened
☐ 19. ♥ Scene that you want to happen
☐ 20. ♥ Scene that shouldn't have happened

☐ 21. ♥ OTP (WÄCHTER DER ZWÖLF)
☐ 22. ♥ OTP (GRAUSAMKEIT)
☐ 23. ♥ OTP (DIE GLORREICHEN SIEBEN)
☐ 24. ♥ OTP (OUTLAWS)
☐ 25. ♥ OTP (NPCs)

☐ 26. ♥ Pairing that won’t happen
☐ 27. ♥ Pairing that won’t work
☐ 28. ♥ Bromance
☐ 29. ♥ Girlscrush
☐ 30. ♥ Archenemies

☐ 31. Invent a character
☐ 32. Genderswap a girl
☐ 33. Genderswap a guy
☐ 34. Choose you Crew (max. 5 Characters)
☐ 35. Create a desktop-wallpaper
»Ich kapier wirklich nicht, was wir hier sollen. Wirklich. Nicht.« Als erwartete sie Zustimmung von allen Seiten, warf September einen vorwurfsvollen Blick in die Runde. Keiner der anderen Wächter reagierte, die meisten starrten nur stumm und wütend auf ihre Hände oder in die verzerrten Angesichter der Wesen, die ihnen gegenüber saßen. Eines der dort hockenden Zwillingsmädchen - die hockte wirklich, auf ihrem Stuhl!! - grinste sie breit an, und eine reihe von beige-gelben, angespitzt wirkenden Zähnen entblößte sich auf tiefrotem, blutig aussehendem Zahnfleisch. Schockiert griff die kleine Hand Septembers nach FJs Oberarm. Als sie ihn fand, rutschte sie ein ganzes Stück näher zu dem Oktoberjungen, der erst zu ihr runter starrte und dann den Blick hob und Agathes fand. Seine Miene verfinsterte sich, als er das provokante, schemenhaft-schreckliche Grinsen des Mutantenmädchens auffing, und er ballte seine linke Hand zur Faust. Agathe schien es zu bemerken, und verzerrte ihr Gesicht noch weiter. Süffisant fuhr sie sich mit ihrer schwarz wirkenden Zunge über die obere Reihe ihrer Zähne, wobei sie einen dünnen Blutfilm auf diesen hinterließ. FJ holte einmal tief Luft - dann donnerte er die Faust auf den Tisch. Alle Köpfe der Wächter wurden wie zu ihm herum gerissen. »Verfickt noch mal, Gideon! Sag uns endlich, was der Scheißdreck hier soll! Ich halte es keinen Moment länger mit denen an einem Tisch aus!« Leises Gemurmel auf Seiten der Wächter, Zustimmung, Kopfnicken. »Wenn das hier eine Verhandlung werden soll, werde ich gehen. Ich bin nicht bereit, über irgendwas zu sprechen.« Penelopes Worte sind eisig wie die Winde im Januar. Schüchtern wirft September einen Blick zu der jungen und dennoch schon gebrechlich wirkenden Frau herüber, welche sie noch nie derartig gnadenlos erlebt hat. Bitternis und blanke Abscheu liegen in den dunklen, von Schatten unterlaufenen Augen. Sie hat nichts, aber auch gar nichts mit diesen Missgeburten gemeinsam, unter denen sie schon all ihre Reinkarnationen hatte leiden müssen – auch wenn die wirkliche Bedrohung für Januar eine andere war…
»Es geht um Andee.« Callistrates leise Stimme durchschneidet das zähneknirschende Schweigen wie ein Schuss. Es sind die ersten vier Worte, die September sie jemals hat sagen hören. »Wir sind alle wegen Andee hier.«

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Okt 20, 2014 2:45 pm

Leise, so leise wie sie konnte, schob sich Atef Atimerit in den Krankenraum – ein großer, verlassen wirkender Teil des Nordturms, mit hohen, von der Sonne für immer unangetasteten Fenstern, kahlen Wänden und einem einzelnen Bett in der Mitte. Auf der linken Seite des Betts standen viele Geräte, zwei Bildschirme, allerdings beide ausgeschaltet, daneben ein halb Transparenter Raumteiler, der schon bestimmt 50 Jahre alt sein musste. Auf der rechten Seite des Bettes stand ein leerer Stuhl. Es war still, unheimlich still. Ganz langsam trat Atef zu dem Bett heran. Das Mädchen darin schlief, ihr langes, weißes Haar wie eine Wolke um sich ausgebreitet. Vorsichtig griff Atef nach einem der schmächtigen Handgelenke, dünn und blass, voller Striemen – von den Abdrücken der Gurte, mit denen sie November noch vor einigen Wochen immer an das Bett hatten fesseln müssen. Aber das war besser geworden, dachte Atef, und lächelte sogar ein bisschen, während sie dem schlafenden Mädchen die Fingernägel schnitt. Früher hätte sie sich davor gefürchtet, aber mittlerweile wusste Atef, dass Callistrate nicht aufwachen würde.
Als sie gerade am letzten Finger angekommen war, rüttelte jemand von außen an der Klinke. Für einen Augenblick lang erstarrte die Krankenhelferin – dann sprang sie hinter das Transparent und kauerte sich dort zusammen. Er musste es sein, niemand anderes besuchte das Novembermädchen. Und natürlich – sie erkannte ihn schon an seinen Schritten, leicht schlurfend und trotzdem schwer, wie die eines großen Mannes. Sie erkannte es an dem leisen Seufzen, das ihm entfuhr, und an der Art, wie er sich auf den Stuhl fallen ließ.
»Hallo, Given«, murmelte er und sie hörte, wie der Stoff ihrer Bettdecke knisterte, als er seine Hand auf ihre legte. Ihm fiel nicht einmal auf, dass die Fingernägel des Mädchens, das er Given nannte, kürzer waren. Einen Moment lang war Atef beleidigt – beinahe wütend – und wollte sich schon zeigen. Aber dann hörte sie, dass er leise keuchte. Mit angehaltenem Atem lauschte sie seinen Worten – den Worten des Mannes, den sie immer bewundert hatte. Der stark und lustig, charmant und gleichzeitig ein bisschen lästig gewesen war. Der es immer allen dieser Wächter mit seinem Witz, seiner Größe, seinen Tricks gezeigt hatte. Der sich in einer Grauzone bewegt hatte, irgendwo zwischen Gut und Böse, und dabei jedem auf der Nase herum getanzt war.
»Ich bin’s. Hattley. Dein Hattley.« Keine Antwort. Natürlich antwortete Callistrate nicht, auch nicht, wenn er sie Given nannte. Sie schlief den Schlaf des Mädchens, das tot sein sollte, und trotzdem lebendig war. Atef kniff die Augen zusammen, als sie den Kreuzbuben leise schluchzen hörte, und wünschte sich, sie hätte sich nie versteckt.
»Given, hörst du mich? Komm zurück. Komm zurück zu mir.«
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Okt 21, 2014 2:39 pm

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So Okt 26, 2014 4:09 pm






In diesem Battle treffen sasataps und Veragrom aufeinander, die durch das Battle-Roulette zusammen gekommen sind. Aus ihrem Thema Musik-ABC haben sie sich ihre eigene Aufgabe zusammen geschustert - von A bis Z begleiten sie die jeweiligen Bands / Sänger mit einem Liedtitel und einer dazu passenden Geschichte, umgesetzt in Blends oder Picspams - und lernen sich so erstmal besser kennen!




sasataps

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Veragrom


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:Z


TEMPLATE BY ROGUE HEART


So, liebe Sasa! Ich eröffne, du fängst an - ich glaube, so oder so ähnlich war der Deal? Für deine erste Arbeit möchte ich gar nicht so großartig was vorgeben, wir müssen ja erstmal reinkommen. Also mach doch für die Grafik zu deiner/m A-Band/Sänger entweder ein Blend oder ein Picspam, wie du möchtest. Für die Kurzgeschichte würde ich dir aber schon gerne etwas vorgeben: die Hauptperson soll weiblich sein und dein Text aus ihrer Sicht, also in der Ich-Perpektive verfasst werden. Viel Spaß! ♥

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So Okt 26, 2014 8:06 pm

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Okt 27, 2014 10:45 am

Ideen für Blends
1) Machart "Wanted" - KENNEN SIE DIESEN MANN ?
2) Der Golem, wie er auf die Welt kam
3) Metropolis






»Ihr Vater war ein guter Mann, River.« Der Sekretär lehnte sich ein Stück nach vorne, legte seine Hände auf die Tischplatte aus altem, dunkel lackiertem Holz, sah ihn durchdringend an. »Sie wissen das. Sie kannten ihn.« Aber log er damit nicht? Stimmte das – hatte River seinen Vater gekannt? Chassrick Nór war Meisterspäher gewesen, bevor die Metasthasen eines Tumors seinen Körper komplett infiziert und ihn damit zu Gammelfleisch verarbeitet hatten. Der Krebs hatte ihn schwach gemacht, und genau das war er für River immer gewesen, seit er denken konnte. Schwach. Konnte ein schwacher Mann gleichzeitig auch ein guter Mann sein? Den Sekretär schien es leicht zu verstimmen, dass River nicht antwortete. Er seufzte. »Hören Sie. Egal, was die Ihnen über Ihre Familie erzählt haben, Sie kennen die Wahrheit besser. Chassrick war ein ausgezeichneter Späher. Und ein guter Mensch. Genau wie Chassahn.«
Chassahn. Sein Onkel. Der letzte Oktober – gefallen bei der letzten, großen Schlacht gegen die G.R.A.U.S.A.M.K.E.I.T. Wie man es auch drehte und wand, am Ende kehrten alle Gespräche über Rivers Familie, seine Herkunft, Gründe für sein Verhalten, sogar seine verdammten Essgewohnheiten - alles landete irgendwann bei seinem Onkel.
»Ich bin nicht Chassahn.« Der Sekretär lehnte sich wieder zurück, jetzt runzelte er die Stirn. River konnte ihm ansehen, wie er fieberhaft nachdachte – als würde er alle seine bisherigen Worte nochmal durchgehen. Er wollte nicht lügen, man musste ihm das zugutehalten – jetzt, wo River immer mehr klar wurde, was für ein verlogenes Pack die komplette Loge doch eigentlich war. »Ich bin kein Wächter, Godric. Ich bin ein Mensch. Das sind wir Späher – Menschen. Gut oder schlecht. Wir werden ausgebildet um Ihre Hoffnung für Morgen zu finden, vielleicht sogar um sie an den Gedanken zu gewöhnen, dass sie die Welt retten müssen. Wir können uns verteidigen, wir können davonrennen. Aber gegen diese Mutanten kämpfen – das können wir nicht.« Jetzt war es River, der sich nach vorne gelehnt hatte, während ihm seine Worte ihm anfangs bedächtig, zum Ende immer schneller und härter entwischten. Endlich sprach er aus, was er Baas nie hatte sagen können, Gedanken, die viele Späher hegten – davon war er überzeugt. »Denken Sie nicht, ich wäre irgendwas besonderes, nur weil mein Onkel Ihr Oktober war.« Er strich sich das schulterlange Haar aus dem Gesicht, seine Finger streiften dabei auch den Stirnverband, den man ihm angelegt hatte. Seine Schulter schmerzte, sein Kehlkopf meldete sich mit einem ähnlichen, dumpfen Pochen zurück. Es waren erst vier Tage vergangen, seit dieses hässliche Stück Grant aufgeschlitzt und Dez herumgeschleudert hatte, als wäre sie eine Puppe, …seit sie Malcolm und Lindemann verloren hatten – seit vier Tagen nun schluckte er die Worte immer wieder herunter und gedachte einer Welt, die nicht seine war. Seine Einheit wurde auseinander gerissen; was mit Grant passieren würde, war immer noch unklar.
»Dafür wurden wir nicht ausgebildet, Godric.« Der Sekretär sah ihn stumm an, Mitleid spiegelte sich in seinem Blick. Das wollte River nicht sehen – er wollte Verständnis. Natürlich konnte er nicht erwarten, dass sofort alle Späher aus vermutlich feindlichem Gebiet abgezogen wurden, aber er musste es trotzdem loswerden. Vielleicht war das ja seine Art von Verarbeitung, wenn er schon nicht dazu in der Lage war, mit Dez zu sprechen. »Und wenn Baas es Ihnen nicht sagt, muss ich es tun: das ist ne Nummer zu groß für uns.« River stand auf, nahm seinen Mantel von der Stuhllehne und humpelte vier, fünf Schritte von dem Schreibtisch des Sekretärs weg. Da Godric keinen Einspruch erhob, fühlte er sich entlassen. »Eins noch«, fiel River ein, als seine Hand schon an der Klinke lag. »Es geht mir nicht darum, was diese Wesen über meine Familie erzählt haben. Aber mein Onkel ist gestorben, weil er gegen sie gekämpft hat – und er war ein Wächter. Lassen Sie sich das mal durch den Kopf gehen, wenn Sie den nächsten Trupp in diese Hölle schicken.«
Er schob sich aus dem Raum, schloss die Tür und lehnte sich dann dagegen. Stehen und reden gleichzeitig erschöpfte ihn schon. Wie sollte er sich da Nadezjas Zweifeln stellen? Oder Grant im Krankenzimmer besuchen? River kannte nur einen Ausweg aus solchen Lagen – er war ein International, er konnte gehen, wohin er wollte. Leise seufzend stieß er sich von dem Holz ab, das enttäuschte, mitfühlende Gesicht Godrics noch immer vor dem inneren Auge. Dieser Kerl hatte keine Ahnung, was es bedeutete, mit nichts als einer kleinen Pistole gegenüber zwei ausgewachsenen Scheußlichkeiten der G.R.A.U.S.A.M.K.E.I.T. gegenüber zu stehen. Und er hatte keine Ahnung, wie es sich anfühlte, wenn ein Feind einem sagte, was man schon immer irgendwie vermutete: dass der eigene Vater nicht so gestorben war, wie man 21 Jahre lang geglaubt hatte.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So Nov 09, 2014 6:16 pm

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mi Nov 12, 2014 11:46 am

Die „Kneipe um die Ecke“ entpuppte sich als ekelhafte Absteige zwischen einem Waschsalon und einem von Graffiti beschmierten Betonklotz, in dem Menschen wohnten. Gegenüber ragte unheilvoll ein Altersheim in den dunkelgrauen Himmel, die Fenster vergittert. »Herzallerliebst«, knurrte der Späher. Widerwillig nahm er die vier Treppenstufen nach unten, stieß die Tür auf und schob sich in „das KO“ – so hieß dieses Loch, in dem er sich mit dem Jungen verabredet hatte. Dieser saß bereits an der Theke, warf finstere Blicke in die überschaubare Runde und knirschte mit den Zähnen. Der Späher verharrte einige Minuten im Eckschatten, beobachtete die mahlenden Unterkiefer seiner Zielperson, die ruckartigen Bewegungen, seine linke Faust; welche er immer wieder öffnete und schloss. Er musste vorsichtig sein, vorsichtiger als sonst – der Bursche war schon gereizt, und verglichen mit ihm fühlte sich der Späher noch mickriger, als ohnehin schon. Er holte ein letztes Mal tief Luft und trat zum Tresen, ein betont lockeres Lächeln auf den Lippen. »Herr Eisenjäger«, begrüßte er ihn mit leicht britisch verfärbtem Deutsch. »Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Sieg. Ich habe mir die letzten Runden angesehen, Sie haben wirklich großes Talent.« Der Junge drehte sich langsam zu ihm, seine Miene war misstrauisch. Trotzdem bemerkte der Späher eine gewisse Arroganz in dem Blick seines Gegenübers; wenn nicht sogar… Trotz. Er fühlte sich dem Späher überlegen; wahrscheinlich fühlte man sich generell den meisten Menschen überlegen, wenn man so ein muskelbepackter Typ war, der mit 24 noch quasi in der Blüte seines Lebens stand. Blüte seines Lebens. Beinahe hätte der Späher geschnaubt; für einen Wächter war der Deutsche ein absoluter Spätzünder. Das erste Mal auf seine Spur gekommen war die Loge ihm vor 13 Jahren, seit dem kaum bis keine weiteren Spuren. »Danke«, murrt der Tätowierte in seinen nicht vorhandenen Bart. Er fixiert den Späher, lehnt sich ein Stück zurück und greift nach seinem Bier. Das würde er auf Imogrible dann sicher vermissen, ging dem Späher mit einem Hauch von Süffisanz durch den Kopf. »Aber deswegn sind Sie nich hier, oder? Sie sind nich wie die andern Agenten, die mich sonst immer abschwatzn wolln.«
Kluger Junge. Es fällt dem Späher ein bisschen schwer, sein Gesicht zu wahren. Auf der einen Seite würde er sich gerne über diesen primitiven Kampfsportler lustig machen, der ein bisschen so klingt, als hätte er beim Sprechen die hintere Reihe Zähne aneinander geklebt. Auf der anderen Seite war er nicht derjenige, der heute schon vier ausgewachsene Boxer blutig geschlagen hatte. »Herr Eisenjäger, können Sie mir etwas über Ihre Eltern sagen?« Der Späher lehnt sich leicht nach vorne, versuchte verschwörerisch anstelle von eindringlich auszusehen. Doch der Boxer schien kein Problem damit zu haben, Antworten zu liefern. »Meine Mutter hab ich nie kennen gelernt. Und mein Pa hat mich sitzn gelassen, als ich 11 war.« Der Späher übergeht das Mutter-Thema kategorisch. Er lehnt sich noch ein kleines Stück nach vorne. »Nachdem sie ein bisschen mit seiner Pistole gespielt haben?«
Der Gesichtsausdruck des jungen Mannes verändert sich schlagartig. Seine misstrauischen Augen weiten sich, er sieht überrascht, nahezu erschrocken aus. Gleichzeitig spannen sich aber auch die gewaltigen Oberarme an – seine Gesichtsfarbe wird dunkler, von einem blassen Ton innerhalb von Sekunden rot. »Wie bitte?!«, raunzt er den Späher an. »Woher wollen Sie das wissen?«
Treffer. Der Späher hat Mühe, sein hysterisches Lachen herunter zu schlucken. Er hat ihn gefunden. Er hat den Jungen gefunden, der vor 13 Jahren ein gewaltiges Signal in Berlin losgelassen hatte und seit dem von der Bildfläche verschwunden war. Den sie seit dem suchten. Den sie „Jungfrau“ nannten, weil er seine Begabung so unangetastet ließ. Dieser eine, wichtige Wächter. Oktober.
»Herr Eisenjäger, kann es sein, dass Sie sich seit dem von Waffen fern gehalten haben? Ich möchte Ihnen etwas zeigen. Es gibt einen Grund dafür, dass Sie Boxer statt Scharfschütze geworden sind. Wenn Sie-«
Weiter kam der Späher nicht. Eine Faust traf ihn links unten am Kinn, schleuderte ihn von seinem Barhocker, ließ seinen Kopf gegen eine schmale Säule schlagen und knipste ihm das Licht für mehr als drei Minuten aus.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Dez 01, 2014 4:01 pm

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So Dez 14, 2014 8:09 pm

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Sa Jan 10, 2015 1:43 am

» get over your hill and see what you find there;
with grace in your heart and flowers in your hair «

- Miss Marla Austin + Mister Sixsmith Moffat-Coulson -
- 19.11. - früher nachmittag - eiskalt, gerade eine Regenpause - erst Six' Wohnung, dann Barbershop



Marla hatte diese Vorlesung gerade so verdaut, doch das wollte nichts daran ändern, dass es ihr immer noch auf den Magen schlug. Das Wetter vor ihrem Fenster lud auch nicht zur besten Laune ein und sie würde vorher ihre Mitmenschen im Rauch ersticken, bevor sich da ein Feuer im Kamin zustande bringen ließ. Die grünen Augen senkten sich auf den Nachttisch, der von warmen Licht beleuchtet wurde und sie erkannte das zusammengefaltete Stück Papier, das Nummer und Adresse eines alten Bekannten auf sich trug. Die Tinte war durch den Regen etwas verlaufen und nachdem sie das werte Ding genauer betrachtete, erkannte sie, dass es sich hier um die Rückseite eines Tickets handelte. So so. Ein Grinsen zierte ihre Lippen und wenige Minuten später, blähte ihr die noch kalte Luft ihrer Autoheizung ins Gesicht. Azamber war sowas wie ihr eigenes Haus. Sie konnte hier blind durch die Gegend laufen und der Name der Straße sagte ihr sogar was. Roter Mantel, schwarzer Schal und dazu dicke Strumpfhosen, wo kleine Rentiere um ihre Fußfesseln flogen – ihr gefiel es, es war warm und zeigte ihren Mitmenschen, dass dieses Wetter genau ihres war. Ja ja, genau auch. Mühselig hatte sie sich die Treppen der Wohungsanlage hochgekämpft, denn sie traute weder dem nassen Boden, noch diesem Geländer. Alles langsam und flockig und – da war die Tür. Der Name war auch richtig. War zwar nicht Moffisflame drauf, aber an Sixsmith konnte sie sich auch noch erinnern. Mit zugekniffenen Augen klingelte Marla einfach drauf los, damit sie bloß nicht noch überlegen konnte was sie zu sagen hatte und setzte dazu ein breites Grinsen auf, das ihre roten Wangen untermalte. Anscheinend war das wohl falschen, denn irgendwie… ‚‚Haben Sie Zeit einen Moment über Jesus zu reden…?‘‘ Oh Gott. Der war schlecht. ‚‚Nein, nein…also…hier ist Marla!‘‘, platzte es fix aus ihr heraus und sie hoffte, dass diese Aktion nicht damit endete, dass sie ihren Kopf an die Tür des Moffats stoßen musste. Narrg.

Sixsmith war gerade dabei, sich eine neue Packung Milch aus dem Kühlschrank zu holen, als es an der Tür läutete. Er hatte keine Uhr in der Nähe, weshalb er auch nicht sagen konnte, ob es für diese Tageszeit typisch oder nicht war – jemand, der einen so verschobenen Tagrhythmus besaß, hatte einfach kein Zeitgefühl. Trotzdem war es ein Wunder, dass er das Läuten hörte – normalerweise ging so etwas an ihm vorbei, da er die Kopfhörer des Headsets meistens auf volle Lautstärke stellte, um nicht einzuschlafen (außer Charlie war betrunken und lallte in einem Ton, die mit den Paarungslauten von Seeelefanten mithalten konnte). Da er erst vor zwei Stunden nach Hause gekommen war, trug er noch einigermaßen passable Klamotten und schlurfte mit dem Glas Milch in der Hand zur Tür. Five war nicht da, entweder lag er in irgendeinem Bett einer weiblichen Person, die Six nicht kannte, oder er hatte sich mal wieder mit den Fähigkeiten eines Buschsoldaten in der Wohnung versteckt. Jedenfalls reagierte ja sonst niemand außer dem Lockenschopf. Mit trägem Gesichtsausdruck öffnete er die Tür einen Spalt breit und schaltete gar nicht schnell genug, um sie wieder zu zuschlagen, als jemand irgendwas von Gott faselte. Stattdessen starrte er nicht wenig überrascht auf die roten Wangen eines ihm nicht unbekannten Gesichtes, dessen Lippen gerade den Namen dazu formten – MARLA. Er schluckte, das Milchglas in seiner Hand zitterte etwas. Langsam hob Six den Blick zu ihrer Nasenwurzel und machte die Tür ein Stück weiter auf. „Oh. Hallo.“ Weiter wusste er nicht. . .

Marla sah die Tür öffnen und das zeigte ihr entweder, dass er sich sowas tatsächlich anhören wollte oder... ‚‚Hallo!‘‘, pfiff sie entzückt, doch sie sah schon das Getränk in einer Hand schwenken, als wäre da gerade gefährliche See. Er war ziemlich überrascht, doch wer der Austin seine Adresse gab, der musste damit rechnen, dass sie das auch wahrnahm und naja…eben ‘mal‘ vorbeischaute. Sie wippte ein wenig nach vorne, fing sich dann wieder auf den Sohlen ihrer Schuhe und musterte die WoW Legende eine Weile. Sie konnte nicht sagen, ob er nun schlimmer aussah oder nicht, aber etwas an ihm sorgte die Austin. Immer noch. Waren ja auch nur drei Tage her, da konnte man ja nicht so viel mit sich anstellen. Na wenn sie wüsste. ‚‚Ich will nicht sagen, dass ich zufällig hier war. Also…eh…ich dachte ich bin mal spontan.‘‘ Sie zuckte mit ihren Schultern, doch das Lächeln von ihren Lippen wich nicht. ‚‚Wenns unpassend ist oder so…‘‘ Natürlich musste sie jetzt auf das Milchglas starren, als würde sie erwarten, dass er gerade dabei war sich noch was anderes da reinzuschütten und in seinen Feierabend zu trinken.

Sixsmith war nicht in der Lage, irgendwas Genaueres zu denken. Wie sollte er auch? Er fühlte sich nicht nur hoffnungslos überrumpelt, sondern auch komplett überfordert. Nicht Angst-um-das-eigene-Leben-überfordert wie bei ihrem ersten Zusammentreffen, auch nicht die-Nummer-ist-zu-eklig-und-zu-groß-für-mich-üb erfordert wie beim zweiten Mal, sondern einfach… unfähig-überfordert. Er versuchte, seine Hand still zu bekommen (was natürlich nicht ging, da er ungefähr einen Tatter in der Art hatte, seit er 16 war) und verpasste dabei beinahe, was sie sagte; weil er sich nicht auf mehr als eine Sache konzentrieren konnte. Bevor es peinlich wurde und sich ein unangenehmes Schweigen zwischen der spontan-Marla und ihm ausbreitete, öffnete er die Tür lieber ganz. „Nein, ähm… komm rein?“ Er warf einen knappen Blick über die Schulter, aber von Fivel keine Sicht. Da Sixsmith nicht viel Dreck in der Küche – in die man praktisch direkt hinein fiel – machte, weil er sie so selten benutzte, musste er sich auch für nichts schämen. Nur der vollgestopfte Aschenbecher neben der Spüle, die wild durcheinander gewürfelten und sicherlich mehr als 10 unterschiedlichen Tablettenpackungen auf der Mikrowelle und der mit Milchpackungen überquellende Mülleimer waren kleine Dornen in seinen Augen. Er machte zwei Schritte von der Tür weg, schob das unangerührte Glas Milch auf die Anrichte und lehnte sich zur anderen Seite des Raumes, um die Tür zu seinem (und Fivels) Wohn- und Arbeits- und Schlafzimmer zuzumachen. DAS war nicht so „aufgeräumt“. Da es keinen Tisch und keine Stühle gab, konnte Sixsmith Marla auch nichts anbieten. Stattdessen stellte er sich neben sein Glas und hoffte, ihr somit den halben Blick auf die Mikrowelle zu verdecken. „Ich hab keine Garderobe, wo du deinen Mantel -… …gibt’s eigentlich was bestimmtes?“ Es war wahrscheinlich unhöflich, mit der Tür ins Haus zu fallen, doch fremde Menschen in seiner Wohnung machten ihn grundsätzlich nervös. Das letzte Mal war eine Frau hier gewesen, als… …seine Mutter… ihn vor ein paar Monaten… oder Jahren… besucht… egal . . .

Marla musste wohl dieses Grinsen loswerden, denn irgendwie hatte sie das Gefühl den Guten damit zu überfordern, aber ihre Wangen schienen diese Starre schon förmlich angenommen zu haben. Sie schüttelte den Kopf ein wenig, damit ihr welliges Haar das Gesicht ein bisschen verdeckte und man nicht unbedingt dachte, dass ihr nächstes Cosplay Joker wird. Ungeniert nahm sie seine Einladung an und schritt in die Wohnung, die eindeutig einen Raucher beherbergte. Würde sie jetzt die Nase kräuseln, dann wäre das sicherlich unhöflich und Marles wollte den Tropf nicht kränken, indem sie sich einfach nicht zusammenreißen konnte. Stattdessen sah sie sich um, achtete aber auf ihn und versuchte zu verstehen, wo er ihre Augen lieber nicht wissen wollte. Da zum Beispiel. Ja da….da, wo die…Tür…zuging. ‚‚Oh? Ach nein. Ich bin total einfach.‘‘ Sie wollte schon anfangen über ihre Schuhe zu sprechen. Wo man die hier zum Beispiel abstellte, aber er ließ sich von ihr gerade so in die Enge drängen, dass sie dachte er würde rückwärts durch Wände gehen, wenn das möglich wäre. Ja…das lenkte ab. ‚‚Weißt du…‘‘ Eigentlich ja nicht. ‚‚Du also…ja.‘‘ Hatte sie nicht spontan gesagt? Jetzt war sie eben nochmals spontan und dieser Busch auf seinem Kopf würde ihre Spontanität noch zu schätzen wissen. Zudem brauchte Marles etwas für ihr Karmakonto, denn für Freunde war sie in letzter Zeit auch nicht oft da gewesen und Six wirkte eben…bedürftig. ‚‚Das Wetter ist ekelhaft und ich bin eine scheußliche Fahrerin, aber ich glaube…‘‘ Ne, ne…der Barbershop war um die Ecke. Sie brauchten kein Auto. ‚‚Egal. Eh…magst du mit raus?‘‘ Ich brauche Karmapunkte, sonst werde ich im nächsten Leben als Ameise enden, klang es durch ihren Kopf. Na ob er ihr da vertraute und einfach mitging…doof…einfach nur doof. So war das also, wenn man ohne eine Idee auf die Fußmatte von verklemmten Personen trat. Nicht abschütteln!

Sixsmith blinzelte nervös. Zum ersten Mal in seine Leben wünschte er sich, fett zu sein – so richtig schön breit, mit einer Körpermasse, die es ihm erlaubte, sich Marla in den Weg zu stellen und dabei außerdem jeden unangenehmen Winkel in seiner verwaist wirkenden, leicht verrauchten Küche zu versperren. Nur dummerweise befand sich der Kanadier schon an der Grenze der Unterernährung, es ging also wirklich nicht, dass er tintenfischartig alles abschirmen konnte. Er war kurz davor, die Augen zu schließen und zu beten, dass sie sich in Luft aufgelöst hätte, wenn er die wieder öffnete – nicht, weil er das Mädchen nicht mochte, sondern weil er prinzipiell nicht damit zurecht kam, wenn Leute in seiner Wohnung waren. Was hatte ihn eigentlich geritten, als er Marla seine Adresse gegeben hatte?! Wenn man etwas über diese junge Dame berechnen KONNTE, dann, dass sie UNBERECHENBAR war! Und genau das wurde ihm jetzt zum Verhängnis. Da es ihn so sehr stresste, sie in seiner Küche zu sehen, dachte er überhaupt nicht weiter nach, als sie vorschlug, raus zu gehen. RAUS bedeutete in dem Fall RAUS aus dieser Wohnung, und ob das nun Marla oder Marla und Sixsmith betraf, beachtete sein Gehirn überhaupt nicht. „Okay“, willigte er also sofort ein, ohne große Begeisterung in der Stimme. Er nahm den Pullover, der über der Heizung lag, stülpte ihn sich so schnell er konnte über den Kopf, fuhr sich fahrig durch das wuschlige Haar und schnappte sich Zigaretten und Schlüssel von der Küchenanrichte. Sollte er eine andere Jacke außer seiner Dienstjacke besitzen – die er jetzt nicht anziehen durfte – schmorte sie irgendwo in den Tiefen seines selten geöffneten Kleiderschrankes. Blieb nur zu hoffen, dass es draußen nicht mehr so abartig kalt war, wie die letzten Tage. . .

Marla bildete sich seine Begeisterung einfach mal ein und tat so, als würde sie das auch genauso auffassen. ‚‚Ja supi!‘‘ Eigentlich ja nicht, denn nach drei Jahren verfügte er noch immer über recht wenig Vokabular und sie hatte Angst, dass sie ihm zu nahe trat, aber irgendwie…ließ er sie auch? Hoffentlich war das keine falsche Höflichkeit, aber so wollte sie Sixsmith nicht einschätzen. Sie drehte sich ganz fix wieder in die Richtung aus der sie gekommen war und bekam nur im Augenwinkel mit, wie er sich in einem Pullover versteckte und nach seinen Glimmstängeln griff. Na zum Glück herrschte an dem Ort ihrer Wahl Rauchverbot und erfrieren würde er ihr da auch nicht. Gaben die da nicht auch für einen Aufpreis für Nackenmassagen? Ne…also das wäre gewiss zu viel für den Guten und sie wollte ihn nicht zu sehr mit ihrer Wohlfahrtsaktion überfordern, mit der sie da in seine Wohnung gestürzt kam. Männerhaarschnitte waren ja nicht so teuer und nachdem sie ihn schon zweimal in blöde Situationen geschubst hat, war es mal an der Zeit, dass er sich an was Gutes mit ihr erinnerte. Wenn überhaupt und der ganze Schuss nicht nach hinten losging… ‚‚Nicht ausrutschen. Ist ziemlich nass hier und eure Treppen…also…ich hätte fast schon wieder 911 anrufen müssen.‘‘ Sie drehte sich um, nahm einen Schritt die Treppe runter und versicherte sich fix, dass er überhaupt noch da war und ihr brav folgte. Hätte ja auch sein können, dass seine ‘Aufbruchsstimmung‘ auch nur Foul Play war und er sie somit abgewimmelt hatte…ist schon öfters vorgekommen.

Sixsmith hatte es sich eigentlich abgewöhnt, direkt im Hausflur schon eine Zigarette anzumachen – es hatte mal Ärger deswegen mit einem Nachbarn gegeben – aber da ihn die ganze Situation fertig machte, brach er seine eigene Regel heute mal. Während Marla frisch und munter voran trat, steckte er sich eine Kippe in den Mund und bemerkte viel zu spät, dass sich seine Kehle ganz rau anfühlte. Er hatte seine Milch überhaupt nicht angerührt, jetzt würde sie wahrscheinlich Fivel in die Finger fallen. Egal, wenn er jetzt umdrehte, kam das merkwürdig rüber. Also rief er ein halblautes „bin mal weg“ in Richtung der geschlossenen Tür seines Zimmers – möglich, das sein Bruder gerade aus einer ihm unbekannten, dunklen Ecke gekrochen kam und sich wunderte. Er folgte Marla die Treppen herunter und beschäftigte sich hauptsächlich mit Rauch ein und aus atmen. Wenn man die Treppen wie Marla förmlich runterSPRANG musste sie sich auch nicht wundern – aber das sagte er nicht, sondern nickte stattdessen nur, als er ihren Blick auf sich fühlte. Noch etwas, das ihn beunruhigte – er SPÜRTE es jedes Mal, wenn der Blick aus den grünen (hatte er nicht vergessen) Augen über sein Gesicht streifte. Das hatte er sonst nur bei seiner Therapeutin gehabt. Er räusperte sich, als sie unten angekommen haben, und ging nicht weiter auf ihren Smalltalk ein – wahrscheinlich, weil er nicht wusste, was er dazu noch sagen sollte. „Schon ein Ziel?“ . . .

Marla zog kurz die Brauen hoch, als er sich mehr oder minder aus seiner Wohnung abmeldete. Versteckte er da noch jemanden? Naja das ging sie nun aber nichts an und sie ließ es nicht zu, dass sie da nachfragte. Ihre Neugierde war noch nie einfach zu handhaben, aber das…ja…war nicht für ihre Nase gedacht. ‚‚Aha!‘‘, nickte sie und hätte ihm schon fast die Hand gereicht, aber da griff er lieber nach etwas anderem und gerade das nervte sie jetzt schon. Echt jetzt?! Im Treppenhaus? Na gut. Er war das Gesetz. Was sollte sie schon machen, außer sich selbst daran zu erinnern ihn nicht blöd anzustarren? ‚‚Ist auch nicht weit! Also…‘‘ Rauch das Ding einfach fix runter, schloss sie gedanklich ab und öffnete die Tür mit einem festen Ruck und der kleinen Hoffnung, dass die dadurch erzeugte Windböe der Zigarette den Gar ausmachte, aber fail. So höflich wie Marla es war, hielt sie ihm die Tür offen und wartete darauf, bis er auf der Straße stand. Bevor sie selbst folgte, zog sie sich den Schal ein wenig höher, vergrub ihr Gesicht und grinste sich innerlich in die Faust, denn sie hatte es geschafft…er war draußen! Wunder vollbracht! ‚‚Ich finde es immer noch total komisch, dass du hier wohnst ich meine…weird, einfach weird. Ist aber schön dich zu sehen.‘‘ Marles nickte ihm zu, kräuselte aber dann die Nase, als der Regen keine Scheu vor ihr zeigte und ihr mit ‘Dich weich ich noch auf!‘ drohte.

Sixsmith half es, an der Zigarette zu ziehen. Er fühlte sich dann immer wesentlich klarer – und er bemerkte auch, wie seine Nervosität weniger wurde. Ob das nun daran lag, dass Marla und er seine Wohnung verlassen hatten, oder eben an dem Glimmstängel selbst; Sixsmith wäre ohne seine Kippen hilflos – also, noch hilfloser als ohnehin schon. Er zuckte ein bisschen zusammen, als der kalte Wind aus der offenen Tür ihm entgegen schlug, es war leider NICHT innerhalb von zwei Stunden fünf Grad wärmer geworden. Nun hoffte er, dass sein Verständnis von nicht weit ungefähr Marlas traf. Dass sie ihm die Tür aufhielt, widerstrebte ihm ein wenig; normalerweise musste das der Mann machen, und Sixsmith war eben besonders höflich. Trotzdem kam es ihm „weird“; wie sie sagte, vor; zu warten, dass sie sich zuerst in Bewegung setzte, und schlüpfte aus dem schützenden Gebäude in den für September viel zu weißen Innenstadttrubel von Azamber. Obwohl man mit Trubel höchstens die links und rechts aufgetürmten Schneemassen bezeichnen konnte; von Menschen war nicht wirklich viel zu sehen. Er nahm einen letzten Zug von der Kippe, schmiss sie in den ohnehin schon dreckigen Haufen gefrorenen Wassers und fing sofort an, sie zu vermissen. Er stopfte seine Hände in die Hosentaschen und blickte zu Marla zurück. „Ja“, pflichtete er ihr schließlich bei, und weil er sich selbst langsam besonders wortkarg vorkam, konzentrierte er sich ein bisschen darauf, den Gesprächsball zurück zu spielen. Oh, vielleicht sollte er… „dich auch. Ich… hätte nicht gedacht, dass das jemals passieren würde.“ Er hob das Kinn und sah hinauf in den eisgrauen Himmel. In Tennessee regnete es bestimmt gerade auch. „Hast du damals schon hier gewohnt?“ Na also, ging doch. . .

Marla musste wohl gerade hoffen, dass Six keine Gedanken lesen konnte. Es gab genug übernatürliche Dinge in dieser Gegend und vielleicht….? Na! Für einen Vampir war zu warm, doch äußerlich kam es schon hin. Der arme Kerl. Irgendwie ließ sie das Gefühl nicht los, dass ihm vielleicht mal etwas ganz Schlimmes wiederfahren ist, das ihn nun irgendwie prägte und…ausmachte. Jeder steckte Dinge anders weg und wenn man sie so anschaute, dann glaubte man auch nicht auf Anhieb, dass sie bei dem Mord an ihren Eltern dabei war. Sie schüttelte den Gedanken ab. Daran wollte sie jetzt nicht intensiver Zeit verschwenden. Das ist im Sommer passiert und der Sommer war noch weit weg. Jetzt war Winter – eine Zeit für andere Gedanken. Genau genommen eigentlich noch Herbst, aber Petrus und die ganze Weihnachtssache ließen einen das immer anders auffassen. Die Austin vergrub ihre nackten Hände in ihrer Manteltasche und versuchte den gestreuten Weg zu nehmen und ihre tollen Schuhe nicht mit Schneematsch aufzuweichen. Obwohl…Salz musste sie auch irgendwie verhindern. Die Straßen waren einigermaßen leer, aber einige verlorene Seelen taten auch was gegen ihre Langeweile und bummelten ziellos um die kleinen Schaufenster, die ziemlich viel teures Zeug zeigten. ‚‚Awwr.‘‘, nahm sie das Kompliment auf und drehte sich zu ihm. Darauf sollte sie jetzt aber nicht zu sehr herumreiten und lieber den Moment nutzen und seine Gesprächigkeit für sich zu gewinnen. ‚‚Ohja. Ich bin hier aufgewachsen. Für mich gab es nie was anderes. Ich meine…vorher hab‘ ich etwas außerhalb gewohnt, jetzt auch eher Stadtmitte.‘‘ Sie sah zu ihm auf. Diese Dürre machte sich nicht so gut an seiner Größe, aber Pizza wollte sie ihm nicht wieder anbieten. Ne…also…nein. ‚‚Du hast einen kleinen Akzent. Tippe ich da richtig?‘‘ Ein paar Schritte noch, dann musste sie ihn wohl mit ihrer Idee einweihen.

Sixsmith fror. Nicht so, dass es ihn schüttelte, aber er merkte bei jedem Schritt mehr, dass ihm kalt war. Was ihn ein wenig davon ablenkte, auf den Gehweg zu achten… aber der war glücklicherweise gestreut. Ansonsten hätte sich der Kanadier wohl hingepackt und dabei vermutlich den ein oder anderen Knochen gebrochen, so, wie er sein Glück kannte. Erneut musste er sich räuspern; seine Kehle vermisste die versprochene Milch und der Qualm der Zigarette hatte es nicht besser gemacht. Marla kam also aus Azamber – dann war es eher Zufall gewesen, sie damals auf der Con zu treffen, als hier in dem doch relativ kleinen Ort. Er nickte; und wieder spürte er ihren Blick auf sich liegen. Sixsmith versuchte, das zu ignorieren, und gab vor, sich auf seine Füße konzentrieren zu müssen. „Ehm – ja. Eigentlich bin ich Kanadier, aber in Tennessee aufgewachsen. Meine ganze Familie hat den Memphis-Akzent, obwohl die Hälfte streng genommen Kanadier sind.“ Er würde in die Hölle kommen, wenn einer seiner Brüder – erstrecht Fivel! – das hörte. Fast befürchtete er, Nummer fünf würde plötzlich mit gezückten Messern aus dem nächsten Schneehaufen springen und Marla umbringen, damit sie das nicht weitererzählen konnte. Laut Fivel und den anderen waren sie waschechte AMERIKANER, und Kanada war scheiße. Sixsmith, der durch seine Army-Abstinenz nichts für diesen Patriotismus übrig hatte, war das alles ziemlich egal – sein Hauptproblem war gerade eher, dass es hoffentlich nicht mehr so weit war. . .

Marla blieb einfach stehen. Nicht, weil sie jetzt irgendwas abbrechen wollte, sondern eher, weil sie da waren. Hier bekamen nur Kerle ihren Haarschnitt und das bewahrte sie davor Six erklären zu müssen, dass sie eigentlich total die Phobie vor Frisören hatte. Viele meinten das immer für ein Gerücht zu halten, aber ihr hatte man mit 6 Jahren mal wirklich ins Ohr gepiekt und danach war es einfach vorbei. Wenn Alex ihre Spitzen nicht schnitt, dann fragte sie bei dem 2 Prozent Anteil der Frauen im Orden nach und wenn die auch nicht konnten/wollten, dann machte sie das selbst. Mit Nagelschere, einer Box Twinkies und einem Mülleimer. Während sie sich dann also mampfend die Finger mit Zucker verklebte und teils Titanic schaute, fuchtelte sie an ihrem eigenen Haar herum und ging gegen das Unkraut an. Noch hatte sie keiner wegen ihrer Frisur gefragt und sie hielt es ja auch eher einfach. Schlimm verschnitten hatte sie also noch keiner und die Notlösung war ja sowieso immer der gute, alte Dutt. Zudem hatte ihr eine der Ordensfrauen mal gezeigt, wie man den Topfschnitt vermeiden konnte. Alles easy. ‚‚Also wirklich Amerika…coole Sache. Und Memphis…huw! Ich wolle ja schon immer mal Graceland sehen. Ist für dich wohl nicht mehr so besonders, was?‘‘ Den Smalltalk hielt so noch ein wenig ab, aber sie war nicht blind und nickte mit ihrem Kinn in die Richtung des Barbershops, als Six still über den Frost klagte. ‚‚Vertraust du mir noch einmal?‘‘ Marla lächelte vorsichtig.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So Jan 25, 2015 12:56 am

[align=center]S C H O N M A L  Z U A C H T N E N H I R S C H E R L E G T ? !
WOLFSROLLENSPIEL IST WAS FÜR ZWÖLFJÄHRIGE UND SIEHT IMMER KOMISCH AUS? ALSO BITTE.
GESUCHT ↓ DIE SERENADENFÄHEN ↓ DIE BANSHEE ↓ DIE LORELEI ↓ DIE SIRENE ↓


[/align][/quote]
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BeitragThema: Weep   Mo Jan 26, 2015 3:46 pm





ELLELELELELE

TCP: Veragrom // CSB: Lady Sith // Skype: Veragrom


1. Wie heißt du? Ahoi! Ich heiße MArielle. Der Spitzname dazu ist Elle, aber ich bevorzuge im Internet Gromi C:

2. Wie alt bist du? 20 Jahre und 5 Monate - werde aber meistens immer älter geschätzt.

3. Wann hast du mit dem Rollenspiel angefangen? mit 11 Jahren in Knuddels, hihih. Ist also schon 9 Jahre her. Wow, wie die Zeit vergeht.

4. Und wann mit dem Grafiken? Hmmm also richtig mit Gimp arbeiten und an meinen Skills feilen tue ich ungefähr seit 2012. Eigentlich erbärmlich, dass ich da immer noch so schlecht bin.

5. Hast du ein Lieblingsboard (außer dem SG ♥)? Eigentlich wechselt das ständig. Momentan bin ich sehr verliebt in das TCP und Au Bord de la Seine.

6. Und einen Lieblingscharakter? Auch hier rege Wechsel... meine Top 3 sind momentan Rewbie (in Au Bord de la Seine), Sixsmith (in Nightfall's Ironical Stories) und Chmun (bei den Schicksalsträumern).

7. Was wolltest du als Kind immer werden? Digiritter (-dewdewdewdeeeeeew-)! Später dann Synchronsprecherin. Irgendwann bin ich bei Schauspielerin gelandet -hustet- eh, jah, fast.

8. Welche Musik hörst du gerne? Meine Lieblingsbands sind 30 Seconds to Mars und Slipknot, mein Lieblingsmusiker Giacomo Puccini. Da sieht man schon, was ich für eine krasse Bandbreite höre - von Thrash Metal über Poprock bis Klassik. Prinzipiell höre ich jede Musik, solange sie gut ist. Obwohl ich eigentlich kein Hiphop/Rap/Reggea mag, gibt es selbst da ein paar Lieder, die ich für symphonisch oder melodisch wertvoll halte, also... ich bin da wirklich sehr offen! ♥ Aber im Herzen bleibe ich wohl immer dieses kleine Metaller-Mädchen, das ich mit 13 war hihih.

9. Hast du ein großes Vorbild, und wenn ja, wen? Meine Großeltern sind mein Vorbild. Sie sind schon sooo eeeewig verheiratet. Meine Omi hat meine Ma mit 18 bekommen und mein Opa ist 12 Jahre älter... sie hatten es damals wirklich nicht leicht, aber sie haben drei tolle Kinder großgezogen und jetzt eine Menge Enkel >D Und sie sind immer noch glücklich. Das ist toll.

10. Wen bewunderst du sehr, obwohl du auch seine negativen Seiten genau kennst? Jared Leto, nawnawnaw. Ich weiß genau, was der Herr für eine kleine Diva sein kann, einige seiner Kunstprojekte finde ich hirnlos und ich haaaasse seine Stimmungsschwankungen. Trotzdem ist er mein Held. ♥

11. Hast du ein Haustier, oder hättest du gerne eines? Zuhause hatte ich Wellis, einen Kater und ein Pferd. Die Wellis habe ich abgegeben, weil ich zu viel arbeite, um mich um sie ordentlich kümmern zu können. Der Kater ist natürlich bei meinem Elternhaus geblieben, da gehört er hin. Das Pferdchen reitet jetzt meine Ma. Meine Mitbewohnerin hat zwei Katzen, Nimu und Merlin, die reichen mir hier erstmal an Tier (und Haaren -> klicker hier für Bildchen von den beiden. >D Ich hätte aber gerne ein Chamäleon, ich liebe diese Tiere - nur habe ich keine Zeit für eines.

12. Beschreib dein Aussehen mal kurz - oder poste ein kleines Bild von dir, wenn du möchtest! Peinliches Selfie, aber wenigstens aktuell

13. Möchtest du mal heiraten - oder bist es schon? jaaaah doch jah >D aber nur den Richtigen!

14. Hast du Geschwister, und wenn ja, wie viele? Ich bin ein Brudermädchen, ich hab 2 große Brüder und einen großen Ziehbruder. Mein Pa hat früher oft gesagt, er hätte vier Söhne, einer ist ein Mädchen. Ich war der coolste Kerl im Dorf und hatte nur Jungs als Freunde. xD Meine Brüder hab ich sehr lieb und würde sie nie missen wollen, aber zwischen 13 und 16 habe ich mir doch schon sehr ne große Schwester gewünscht.

15. Was machst du außer Rollenspiel und/oder grafiken/coden noch gerne am PC? Ich spiele sehr aktiv in einer der besten, deutschen WvW-Gilden des Spiels Guild Wars 2. Das schlaucht und frisst Zeit ohne Ende, aber ich liebe es. Und ich stalke gerne auf tumblr rum und gucke Filme am PC (-hust- in.... bestimmten Grauzonen). ^-^

16. Gehst du noch zur Schule? Fester Job? Ausbildung? Studium? Iiiich habe einen festen, bezahlten, versteuerten Job. Mit 20. Hab Glück gehabt, die Oper in Kiel wollte mich. ♥ aber ich werd schon noch studieren, so.... in zwei Jahren.

17. Welches Lied läuft gerade bei dir? Magst du es? Eh. Sia. Elastic Heart. Dauerschleife seit 9 Tagen. uu'

18. Welche Sprachen sprichst du? Deutsch und Englisch fließend, Französisch nicht so gut, wie meine Ma es gerne hätte. Für meinen Job wäre Italienisch saupraktisch, ich überlege aktuell gerade wegen Kursen...

19. Wenn es eine Sache gäbe, die du an deinem Aussehen ändern könntest, was wäre das dann? Meine Oberschenkel x_x wabbelwabbelwabbel.

20. Welche drei Dinge würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen? Ein Machete, ein Fernglas und einen Lebensvorrat Sonnencreme (Hauttyp 1, halloh).

21. Wie würdest du deinen Sohn nennen, wie deine Tochter? Wenn es Zwillinge werden, Luke und Leia (ich mein das ernst!). Für ein Mädchen fände ich Roxanne schön, für einen Jungen Ruben oder Rubeus oder Raphael oder so. ♥

22. Gibt es einen Spruch / eine Liedzeile, die besonders gut zu dir passt? Welche? Ui, hm, mir viel jetzt spontan "I'm not saying, i'm sorry, one day maybe we'll meet again" ein - eine Liedzeile aus meinem Lieblingslied von Mars, das eine ganz besondere Bedeutung für mich hat. Ansonsten fühle ich mich bei Bastille - Laura Palmer und bei Panic! at the Disco - Memories immer wahnsinnig angesprochen.

23. Beende folgenden Satz: "Lost in..." - und erklär mal! ...Desire. Das englische Wort für Sehnsucht. Die Erklärung spar ich mir. ♥

24. Gibt es etwas besonderes, das du jeden Tag tust? Meh. Auf die Waage steigen.

25. Wie sieht dein idealer Samstag aus? mit meiner Mitbewohnerin frühstücken, rumlungern, lesen, daddeln, grafiken, abends Pizza bestellen und Filme gucken. Bis morgens um halb sechs. >D

26. Welche Band o.Ä. hast du früher am liebsten gehört - und hörst sie jetzt überhaupt nicht mehr? US5 und NENA. und ich hatte eine ziemlich schlimme Lordi-Phase. Hard Rock Hallelujah Baby.  

27. Liest du Zeitung / hörst du Radio / schaust du Nachrichten? Nur über unsere Stücke / nur beim Aufstehen oder Abwaschen / eigentlich nicht ._.

28. Hattest du schon mal eine Rollenspiel- bzw. Boardpause? Nie. Ich könnte nicht ohne. <3

29. In welchem Land würdest du gerne mal leben? ISLAND! Aber nur, wenn ich mein Pferdchen mitnehmen darf.

30. Welchen Schauspieler / welche Schauspielerin findest du absolut furchtbar, und warum? Jensen Ackles und dieser... Typ aus Vampire Diaries. Damon...? Dingsda. Keine Ahnung. Die sind mir einfach zu überpräsent, pfui. Und ich kann Nicole Kidman nicht leiden. Und KStew auch nich (sorry, aber die soll einfach mal lernen, ihren Mund zuzumachen).

31. Bist du Mitglied in einem Verein / einem Club, und was für einem? Ich bin in einem Fitnessclub... und ich bin bei PLAN, einer Kinderhilfsorganisation. Hm. Und in meiner Guild-Wars-Gilde natürlich. ♥

32. Wen vom Team hast du schon mal persönlich getroffen? Jule und Jea. Das war schön, das können wir gerne wiederholen!

33. Und wen würdest du gerne mal "in echt" kennen lernen? Euch alle! ich lad euch alle ein! ♥

34. Wer ist älter, deine Mama oder dein Pa? Paps ~

35. Mit welchem Essen kann man dich besonders erfreuen? Vegetarische Maultaschen. Und Blätterkrokant.

36. Trinkst du Alkohol, und wenn ja, wie oft? Ja. Oft. Hihi.

37. Rauchst du? Nur beim feiern... also beim richtigen hardcore-heut-werd-ich-richtig-blau-gib-mal-den-Rum-rüber feiern.

38. Wie groß bist du eigentlich? 1.69, meh.

39. Und findest du dich groß genug? Nain! Eig ist das ja genug. Aber ich war mal in einer Modelkartei und bin rausgeflogen, als ich nicht mehr gewachsen bin. Jetzt fühle ich mich auf ewig zu klein und versuche das durch hohe Schuhe zu kompensieren. So 5, ... 10 Zentimeter mehr wären schon echt toll gewesen ;_;

40. Hand auf's Herz: welche Trash-Sendung guckst du, obwohl es eigentlich irgendwie peinlich ist? >D Germany's Next Top Model. Mit einer Ernsthaftigkeit, dass mich Heidi Klum glatt in die Jury nehmen könnte! Hier, Heidi, hieeerrr!

41. Hast du dir mal die BRAVO gekauft - oder sie gelesen? Ganz ganz selten, meine Brüder hätten das sonst gemerkt, und ich war ja n halber Kerl!

42. Welchen Film hast du als letztes im Kino gesehen, und hat er dir gefallen? Hobbit 3. Ich fand ihn eigentlich ganz gut (ich war 3x drin), aber wenn ich jetzt aufzähle, was ich alles doof fand, klingt es am Ende so, als würde ich den Film hassen.

43. Spielst du lieber männliche oder weibliche Charaktere / grafikst du lieber für männliche oder weibliche Charaktere? Beides: männlich.

44. Über welche Boardschließung bist du immer noch enttäuscht / sauer? Oh, hm, mal sehen... Tal der Sternenwinde -> traurig, Memorial of Spirits -> sauer.

45. Welchen Schauspieler / welche Schauspielerin würdest du gerne noch mal in einem Board spielen / würdest du gerne mal in einer Grafik verarbeiten? Ich würde gerne mal einen Benedict Cumberbatch und eine Hannah Pixie Snowdon spielen. Außerdem stelle ich es mir sehr interessant vor, mal Peter Dinklage zu versetten. c:

46. Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Wer lässt hier ein halbvolles Glas rumstehen? Sowas kann ich nicht haben. Wird sofort ausgetrunken.

47. Würdest du behaupten, du kannst gut singen - und tust du's gerne? Ich singe quasi... immer. Bei allem, was ich so mache. Und egal, wie hoch oder tief das gerade ist. Und deshalb klingt es wahrscheinlich meistens auch nicht besonders schön. xD

48. Wofür würdest du sofort alles stehen und liegen lassen? Ne Alieninvasion. NEHMT! MICH! MITTTTT!

49. Was wünschst du dir für die Zusammenarbeit im SG? Dass wir aufeinander Rücksicht nehmen und sich niemand ausgeschlossen fühlt. c:

50. Wo siehst du das SG in einem Jahr? AN DER SPITZE (ich wurde bezahlt, um das zu schreiben)!!



sparks fly @ storming gates


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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Sa Jan 31, 2015 10:59 pm

home is everywhere your heart is
———————⇝———————⇝———————⇝———————⇝


i can be that home if you please, walk with me, and we'll be gone, dear.


i've been there before, hoping and trying to make things right, but now I don't know,
honey, these arms that once held you are ⇝ R E A D Y ⇝ T O ⇝ F I G H T ⇝

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Endstation Sehnsucht
An der Endstation Angekommene
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Fr Feb 13, 2015 9:45 pm

Pessimist, ja, das war ein Wort, das ziemlich genau auf Sixsmith zutraf. Du bist nicht irgendein Pessimist, Moffi, hörte er Charlie wieder sagen und konnte das Grinsen, das auf den Mundwinkeln des Amerikaners immer größer wurde, vor dem geistigen Auge quasi sehen. Du bist THE CHOSEN Pessimist. Warum also nicht sofort daran denken, dass die quicklebendige, fröhliche Marla ihre Eltern verloren hatte? Man wuchs nicht einfach so bei seinem Onkel auf – und in den schwarzen Erinnerungen und Gedanken des Sechsundzwanzigjährigen erstrecht nicht. Seine Brüder, gerade die Zwillinge, wurden auch erstaunlich gut damit fertig, dass ihr Vater im gleichen Land gestorben war, in dem einer von ihnen schon die Beine verloren hatte. Oder schienen keine emotionalen Schwierigkeiten damit zu haben, dass ihr jüngster Brüder ein Viertel seines Lebens mehr vor Computern und in therapeutischen Einrichtungen verbracht hatte, als irgendwo anders. Natürlich wusste Sixsmith, dass es den Fünf nicht egal war – aber sie konnten es erstaunlich gut verbergen. Genau wie Marla.
Seine Zigarette war schneller als erwartet zu einem Stummel verglommen, den er gedankenlos auf dem mit kleinen Brandflecken malträtierten Fensterbrett ausdrückte. Anschließend zündete er sich direkt die nächste an. Ihm war, als hätte er stundenlang nicht mehr geraucht, und obwohl sich sein Hals rau und trocken anfühlte und er genau wusste, dass er seine Stimme heute Abend brauchen würde, konnte er sich nicht behelfen – Sucht blieb Sucht, selbst bei jemanden; bei dem sich Marla gerade bedankte. Es war ihm ein Rätsel, wie es dazu kam.

Ihr Lachen – heller, als er vermutet hatte; oder lag das am Headset? – klang durch die Leitung zu ihm herüber, und der Dunkelhaarige hielt in der Bewegung – Rollo hochziehen um einen Blick nach draußen zu werfen – inne. Sie lachte? Tatsächlich… sie lachte. Dich AN, nicht AUS, du Idiot. Er würgte das schlechte Gefühl, das kurzzeitig in ihm aufkam wie bitter beißende Galle, schneller ab als er Rauch durch den Mund in seine Lungen saugen konnte. Es war ein nettes lachen, irgendwie fröhlich; obwohl er ihr gar nichts fröhliches erzählt hatte. Es gefiel ihm besser als das beängstigend laute Lachen, das sie sonst von sich gab; selbst wenn ihn das auch noch nie wirklich gestört hatte. Seine Therapeutin hatte einmal gesagt, dass Menschen, die sich im Umfeld von Leuten wie ihm - also solchen, die niemals lachten – schnell unwohl fühlten. Bei Steve war ihm das häufig aufgefallen; bei Feeng genauso.
Marla gab ihm dieses Gefühl nicht, sie war da wie Charlie. Sie lachte einfach trotzdem.

„Eigentlich war’s total idiotisch“, murmelte Sixsmith, während er seinen Kopf in den Nacken legte und mit der freien Hand über die müden Augen fuhr.

Vielleicht war es doch keine gute Idee, ihr von dem Hacker-Angriff zu erzählen? Wusste Marla, dass es nur 11 Schranken im System gegeben hatte; oder warum sagte sie kurz vor dem Ziel? Er wollte dafür nicht bewundert werden, genau genommen hatte er sich dadurch einen Teil seiner Zukunft verbaut. Auf der anderen Seite hätte ihre Reaktion auch deutlich schlimmer ausfallen können, weniger positiv und weniger sympathisierend. Er war froh, dass sie nicht etwas wie ooooch, schaaade sagte, und genau genommen verspürte er dabei die gleiche Art von dankbarer Erleichterung, wie sie seiner Reaktion wegen.
Er nahm noch einen nachdenklichen Zug von seiner Zigarette und versuchte, kontrollierter zu atmen. Noch immer hatte er die Jalousie nicht hochgezogen, vielleicht ließ er es doch besser bleiben. Zumindest die Schmerzmittel schienen anzuschlagen – oder lag es daran, dass er sich nun auf eine ganz andere Sache konzentrieren musste…?
Marc. Natürlich musste es jetzt um Marc gehen. Das war seine eigenSchuld, er hatte es herbei geführt. Sixsmith ignorierte das Ziehen in seiner Brust, den Schmerz in seinem Kopf und das Gefühl, den Treibsand schon wieder unter den Füßen herannahen zu spüren. Er konnte sich ohnehin nicht richtig wehren. Über seinen besten Freund konnte er reden; das war die eine, einzige gute Sache, die man ihm in den langen Jahren der Behandlung beigebracht hatte. Es war kein Problem, Dinge über Marc zu erzählen, solange er nicht betonen musste, dass dieser tot war. Und wie er sich das Leben genommen hatte. Er gestattete sich einen Seufzer.

„Er war immer in allem besser als ich, ohne etwas dafür zu tun.“ Sogar in Heroes of Might and Magic IV, und das hatte Marc nicht einmal großartig gefallen. Der Dunkelhaarige nahm noch einen Zug von seiner Zigarette. „Er wäre garantiert auch ein besserer Dotaspieler als ich, aber er hat’s halt nie probiert.“
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