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 Zwischenspeicher

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Endstation Sehnsucht
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mi Feb 18, 2015 3:59 pm

„Junge. Lass es einfach. Echt. Bringt nix. Habbich schon versucht. Hundert Mal.“ Sturkopf. Und ein Idiot. Und… Herrgott, er sah einfach zu gut aus, wenn die Sonne ihm einen leicht scheinenden Kranz auf die hellen Haare zauberte, die der Wind mit Fingern aus warmen, weichen Brisen von Zeit zu Zeit zerzauste; und wenn er wie jetzt mit dem Rücken zu ihr stand, dann konnte sie nicht anders, als auf dieses wohlgeformte Hinterteil zu gucken, nur ganz kurz… ehem, Moment. Pix sprach natürlich nur vom Pferd. Von Manngerður Þrepafoss um genau zu sein, ein Isländer-Hengst. Der Gute war ein Prachtexemplar; der Zuchtstolz der Familie, extrem klug und wahnsinnig beliebt bei Touristen – zumindest, solange sie ihn nicht reiten sollten. Manni war schwierig was das anging. Und Manni war stur, wenn er nicht in den Paddock mitkommen wollte, versuchte er auf jedem erdenklichen Weg (inklusive liegen bleiben und tun, als hätte er eine Kolik, HAHA, ja das war wirklich zum totlachen!), seinen Willen durchzusetzen.
Genau so war Jon. Über den Pix heute natürlich noch keine Millisekunde nachgedacht hatte. Und den Pix sowieso doof fand, weil Jon nicht von hier kam und immer dieses spöttische Grinsen auflegte, wenn er die kleine und eher stämmige Tochter des Hofbesitzers sah. Er nannte sie Pixie, mit diesem ersten gedehnten iiiii, das Pix verabscheute; weil sie sich dann vorkam wie irgendeine Waldfee, die mit Blümchen und Herzchen um sich schmiss. Herzchen, PAH! Als ob! Sie stand ja mal sowas von überhaupt gar nicht auf diesen dämlichen Ausländer!
„Ich gehe ja gar nicht davon aus, dass es beim ersten Mal klappt“, meinte Jon auf Englisch (sie hasste es, wenn er Englisch sprach, sie kam nicht drum herum, das irgendwie scharf zu finden).  Gut, eins musste sie Jon lassen – er konnte prima mit Pferden. Selbstverständlich nicht so gut wie Pix, aber dafür, dass er eben kein Einheimischer war und vorher nur Großpferde zugeritten hatte… . Sie lehnte sich ein Stück vor, als er anfing, Manni leise, englische Wörter zu zu murmeln. Dem schien das zu gefallen – überhaupt schien Jon dem Stolz des Hofs sehr zu gefallen, viel zu gut, wenn es nach Pix ging. Ihr war klar, dass ihr Leben keine Reallife-Variante von irgendeinem Reiterhofabenteuer für 14-Jährige war, in dem sie die einzige im Umkreis von 500 Kilometern war, die mit dem schönen, wilden Hengst umgehen konnte. Aber trotzdem: wenn sie Manni nicht reiten konnte, sollte Jon ebenfalls scheitern. Punkt und Ende. Außerdem probierte der da es gerade das erste Mal, während sie die Versuche, die sie mit dem Gesicht nach unten im Gras gelandet war, schon zu zählen aufgehört hatte.
Argwöhnisch beobachtete sie, wie sich Jon leicht zu dem Hengst hindrehte und eine Hand über seine Kuppe wandern ließ. Manni wandte den Kopf herum, Jon pustete ihm sanft Luft entgegen. Einen Moment lang geschah nichts, dann blähte der Falbe seine feinen Nüstern und pustete zurück. Und dann – ganz langsam – lehnte sich Jon gegen den Hengst, ehe er die Arme um dessen Hals schlang, einen Fuß über den Rücken hob und – saß! Ehrlich, er saß! Pix – völlig schockiert, dass Manni nicht sofort zu buckeln anfing – sah fassungslos zu, wie Jon und Manni auf der Koppel umherritten. Ungläubig musste sie lachen.
„Jon! Du reitest Manni!“ (Später würde sie sich für diese atemberaubend intelligente Aussage übrigens gedanklich erhängen) „Das ist… das ist echt krass!“
„Ich kann’s gar nicht fassen!“, antwortete Jon breit grinsend. Von seiner Arroganz war keine Spur zu sehen, er wirkte nur glücklich überrascht. „Ich… ich glaube er mag mich sogar ein wenig, oder?“
„Dich mögen?!“, wiederholte Pix und trat auf die beiden zu. „Jon, dass er dich überhaupt auf ihm sitzen lässt, ist ein verdammtes Liebesgeständnis! Das hätte ich echt nie gedacht!“
„Ich auch nicht, Pix“, entgegnete Jon lachend – und oh Gott, er hatte sie Pix genannt. „Ich auch nicht.“
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Endstation Sehnsucht
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So März 08, 2015 6:21 pm

„Junge. Lass es einfach. Bringt nix. Echt. Hab's schon versucht. Hundert Mal.“ Sturkopf. Und ein Idiot. Und… Herrgott, er sah einfach zu gut aus, wenn die Sonne ihm einen leicht scheinenden Kranz auf die hellen Haare zauberte, die der Wind von Zeit zu Zeit zerzauste; und wenn er wie jetzt mit dem Rücken zu ihr stand, konnte sie nicht anders, als auf dieses wohlgeformte Hinterteil zu gucken,… ehem, Moment. Pix sprach natürlich vom Pferd. Von Manngerður Þrepafoss um genau zu sein, ein Isländer-Hengst. Der Gute war ein Prachtexemplar; der Zuchtstolz der Familie, extrem klug und wahnsinnig beliebt bei Touristen – zumindest, solange sie ihn nicht reiten sollten. Manni war schwierig was das anging. Und Manni war stur, wenn er nicht in den Paddock mitkommen wollte, versuchte er auf jedem erdenklichen Weg (inklusive liegen bleiben un Kolik vortäuschen, HAHA, ja das war wirklich zum totlachen!), seinen Willen durchzusetzen. Genau so war Jon. Über den Pix heute natürlich noch keine Millisekunde nachgedacht hatte. Und den Pix sowieso doof fand, weil Jon nicht von hier kam und immer dieses spöttische Grinsen auflegte, wenn er die kleine und eher stämmige Tochter des Hofbesitzers sah. Er nannte sie Pixie, mit diesem ersten gedehnten iii, das Pix verabscheute; weil sie sich dann vorkam wie eine Waldfee, die mit Blümchen und Herzchen um sich schmiss. Herzchen, PAH! Sie stand ja mal sowas von überhaupt gar nicht auf diesen dämlichen Ausländer! „Ich gehe ja gar nicht davon aus, dass es beim ersten Mal klappt“, meinte Jon auf Englisch (sie hasste es, wenn er Englisch sprach, sie kam nicht drum herum, das irgendwie scharf zu finden).  Gut, eins musste sie Jon lassen – er konnte prima mit Pferden. Selbstverständlich nicht so gut wie Pix. Und ihr war klar, dass ihr Leben keine Reallife-Variante von irgendeinem Reiterhofabenteuer für 14-Jährige war, in dem sie die einzige im Umkreis von 500 Kilometern war, die mit dem schönen, wilden Hengst umgehen konnte. Aber trotzdem: wenn sie Manni nicht reiten konnte, sollte Jon ebenfalls scheitern. Punkt, Ende. Argwöhnisch beobachtete sie, wie Jon murmelte und streichelte und beruhigte ...und einen Fuß über den Rücken des Hengstes hob und – saß! Ehrlich, er saß! Pix – völlig schockiert, dass Manni nicht sofort zu buckeln anfing – sah fassungslos zu, wie die beiden losritten. Ungläubig musste sie lachen. „Jon! Du reitest Manni!“ (Später würde sie sich für diese atemberaubend intelligente Aussage übrigens gedanklich erhängen) „Das ist… das ist echt krass!“ „Ich kann’s gar nicht fassen!“, antwortete Jon breit grinsend. Von seiner Arroganz war keine Spur zu sehen, er wirkte nur glücklich überrascht. „Ich… ich glaube er mag mich sogar ein wenig, oder?“ „Dich mögen?!“, wiederholte Pix und trat auf die beiden zu. „Jon, dass er dich überhaupt auf ihm sitzen lässt, ist ein verdammtes Liebesgeständnis! Das hätte ich echt nie gedacht!“ „Ich auch nicht, Pix“, entgegnete Jon lachend – und oh Gott, er hatte sie Pix genannt. „Ich auch nicht.“
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So Apr 05, 2015 1:07 am



ADD

This is how i Show my love i made it in my mind because i blame it on my _ _ _ , Baby. This is how an angel dies, I blame it on my own sick pride; so blame it on my _ _ _, Baby. And maybe I should cry for help, yes maybe I should kill myself, but you can blame it on my _ _ _, Baby.




So maybe I'm a different breed; yeah maybe i'm not listening ?
and you will blame it on my _ _ _ , Baby.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Apr 06, 2015 10:03 pm

Die verdammte Pflanze war jetzt nicht unbedingt sympathisch – ehrlich gesagt hatte Fowke keinerlei emotionale Bindung zu diesem Gestrüpp – allerdings war sie ein gefundenes Fressen für allerlei Witze, die er auf die Kosten seines Lieblingskollegen und mittlerweile auch Mitbewohners machen konnte. Von daher: nein, eigentlich war ihm die Pflanze sogar sehrAber um die dämliche Geliebte seines Kollegen sollte es nun wirklich nicht gehen. Viel interessanter war das Thema um Clichy und den Fall, den man ihr… tatsächlich entzogen hatte. Der Agent lehnte sich ein wenig enttäuschter nach hinten. So was Blödes. Nicht nur, dass er gehofft hatte, ein bisschen mehr darüber heraus zu kriegen, was genau die Polizei an der ganzen Situation so ungemein interessiert hatte, dass sie eine ganze halbe Agentin (Achtung, gedanklicher Witz über Anaïs geringe Körpergröße) schickten – irgendwo besaß er ja auch immer noch einen gewissen Informationsrückstand über alles, was in den vergangen Tagen zu dem Thema und Presse, Polizeiberichten und Gerüchten herumgegangen war. Warum? Weil er sich – im Gegensatz zu ihr und Jaromir – ins Krankenhaus hatte katapultieren lassen. Ganz toll gemacht, Junior.

Er betrachtete Anaïs verschränkte Haltung und kam nicht umhin, sich die Frage zu stellen, wie viel er ihr erzählen durfte. Eigentlich lag das auf der Hand: gar nichts. Sie war nicht nur Französin (und hatte damit absolut nichts mit einem Fall der Amerikaner am Hut), sie war auch noch eine stinknormale Polizistin. Und ein Mädchen; gewissermaßen sogar also eine stinknormale dreiviertel-Polizistin. Aber er konnte es ihr ansehen, wie sehr es sie tatsächlich wurmte, dass sie absolut nichts mehr machen konnte oder durfte. Und er verstand sie; so ungerne er es zugab, er verstand sie wirklich. Hätte man an seiner Statt jemand neues geschickt, um ihn als Strafe für seine Leichtsinnigkeit zu ersetzen, hätte er sich genauso gefühlt. Na, vielleicht noch ein kleines bisschen schlimmer.

“Ich brauch keine“, erwiderte Fowke protzig und zog das ganze ins Lächerliche, in dem er so tat, als hätte er eine lange, blonde Prince Charming Mähne, die er sich mit einer Handbewegung über die Schulter warf und dabei schmalzig grinste.

Egal, wie gut die Psychologin aussah; sich als jemand therapieren zu lassen, der man überhaupt nicht war, stellte für den Undercover Agenten ein viel zu dünnes Eis dar. So bekloppt war nicht mal er – und die Zentrale auch nicht. Die wussten genau, dass, hätte Interpol ihm die Stunden verpflichtet, sie ihn davon irgendwie hätten losmachen müssen. Ach, beinahe bekam er ein bisschen Mitleid mit der Organisation, von der man so viel hörte und erwartete – wie extrem infiltriert die waren, konnte ja nicht mal er genau sagen, aber er war sich hundertprozentig sicher, dass über die Hälfte ihrer gelösten Fälle und Verbrechen eigentlich einer ganz anderen Organisation zuzurechnen waren. Traurig.
Am liebsten hätte er weiter über dieses Thema geredet, denn er hatte einen ungefähren Plan, von dort wieder zu den Besprechungen zurück zu kommen, die Anaïs am Rande erwähnt hatte. Leider ging sie in eine komplett andere Richtung los, die ihn zumindest innerlich kurz stutzen ließ. Hatten Jaromir und er ihr etwas über Drogendealer erzählt? Er wusste es nicht mehr ganz genau; aber es jetzt zu leugnen, wäre wahrscheinlich riskanter, als es ab zu nicken. Und vielleicht hatten die französischen Bullen ja die gleiche Info bekommen? Als Profi brauchte er keine drei Sekunden, um zu reagieren; aber der leicht beunruhigte Gedanke blieb unsichtbar in seinen Gedanken kleben.

“Ja, es ging um Drogen“, bestätigte er und musterte sie unauffällig. Sie war clever, aber… nein. Eigentlich war die Situation ungefährlich. Selbst wenn sie am Ende zu dem Schluss kam, dass Interpol an einer schwerer wiegenden Drogenfahndung dran war, wäre sie immer noch meilenweit von der Wahrheit entfernt. “Habt ihr häufiger mit Dealer-Ringen in Clichy zutun? Ich hab mitbekommen, dass vor allem die Russen in letzter Zeit mehr geworden sind.“

. . .
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Apr 13, 2015 12:27 am

Musste sie die Zahl ihrer Geschwister genau kennen? Das wäre irgendwie komisch. Klar hatte Rewbie eine gute Beziehung zu ihrer Familie, sie machte sich nichts aus den Geschichten, die über ihren Vater erzählt wurden, und hatte sich irgendwie damit abgefunden, wie er lebte, und machte das Beste daraus. Das Beste bestand ihrer Meinung nach aber nicht, die genaue Anzahl ihrer Geschwister zu kennen, dafür waren es einfach zu viele. Sie war froh, dass sie alle Namen zu den Gesichtern wusste, die um sie herum wuselten; manche ihrer Geschwister konnten ja nicht einmal das (und das ging dann wiederrum gar nicht, fand zumindest Rewbie).
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Fr Mai 08, 2015 11:07 pm

Sie war müde. Und sie wollte nach Hause. Sie wollte nicht mehr hier sein, in diesem engen Raum, mit diesen Schmerzen und der Verwirrung und der Hoffnungslosigkeit; die ihr schlimmer auf den Magen drückte, als die freie Hand, die sie sich darauf presste. Es waren nicht unbedingt die Umstände – dass es unbequem war und kalt und dass sie verletzt und zusammengepfercht waren – sondern vielmehr die Gefühle, die daraus entstanden waren. Jane glaubte fast, die Gleichgültigkeit Anthonys und Dalvins fühlen zu können, die Verwirrung Keylams, die Resignation Anahiels. Und immer wieder das Gefühl von Einsamkeit, obwohl sie alle hier zusammen drin steckten – der gute Geist, der über sie als Katori gewacht hatte, war davon gezogen. Sie war hilf- und hoffnungslos; und nicht mal Rutherfords in Sarkasmus ummantelte Furcht oder die kalte Entschlossenheit Cítris konnten sie davon ablenken.

Rutherford dematerialisierte sich, ohne auf Cítris Nachfrage zu antworten. Das Chamäleon hatte beschlossen, den Kampfgeist seiner Seelenpartnerin – der offensichtlich noch existent war, von ihr jedoch einfach nicht bemerkt wurde – aufzunehmen und mit seinem eigenen zu kombinieren. Was herauskam, war eina desaströse Mischung aus Adrenalin und einer situationsbedingten Dosis pechschwarzem Humors, aber immerhin. Besser als nichts.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Jul 07, 2015 2:18 am

INFOPOST NUMMERO UNO – Hell/Dunkel Kontraste

So! Mit reichlicher Verspätung aufgrund meiner andauernden Abwesenheiten habe ich es jetzt endlich geschafft, dir mal eine Infopost zu schreiben. Das war gar nicht so einfach, denn obwohl ich weiß, dass du am liebsten an deinen Farbgebung und mehr mit Colourings arbeitest, wollte ich das nicht zuerst als Thema nehmen.
Ich habe mir also deine letzten Updates noch mal genau angesehen und meine Kritik durchgelesen, die ich dir dagelassen habe, und bin auf ein Thema gekommen, das mich selber auch lange als Grafikerin beschäftigt hat (und teilweise immer noch mal wieder um den Verstand bringt): der richtige Mittelweg zwischen Hell/Dunkel-Kontrasten!
Viele Grafiken leiden sehr darunter, dass einige Stellen extrem überbelichtet sind. Es gibt natürlich ausnahmen, in denen dieser Effekt gewünscht ist, wenn die ganze Grafik nur so „strahlt“. Im Regelfall ist es aber nur ein unausgewogener Kontrast, der dafür sorgt, dass entweder helle Flächen den Blickpunkt ablenken oder sehr dunkle Flächen Details der Grafik verschlucken.
Ich habe mal in meinen alten Grafiken herumgestöbert, um dir ein paar unterschiedliche Beispiele zu präsentieren (bitte nicht erschrecken, die Sachen sind echt alt ).


(dadurch, dass es ein gif ist, wird die Qualität der Bilder leider sehr rauschig. Da es hier ja aber um was anderes geht, habe ich beschlossen, es erst mal so zu lassen.)


Warum sind überbelichtete Stellen eigentlich so schlimm? Auf jeden Fall, weil sie den Blickfang rauben. Sieh dir zum Beispiel mal die Grafik Beispiel C an. Mal davon abgesehen, dass es insgesamt kein besonders hübsches Werk ist: anstatt, dass man zuerst auf das Gesicht der Frau guckt, wird der Blick auf ihren Arm gelegt. Eine überbelichtete Stelle, die einfach im Laufe der Bearbeitung durch die verschiedenen Ebenen entstanden ist. Bei dem Beispiel B haben wir nicht nur das Problem, dass im Hintergrund ein wahnsinnig heller Fleck heraussticht – sondern auch auf der Schnauze des Wolfes ist so ein Punkt, der an dieser Stelle die komplette Fellstruktur schluckt.
Das Beispiel A ist ungefähr das schlimmste der drei, hier kann man ein einer Stelle nicht nur kaum die Schrift nicht mehr lesen, sondern sehen sowohl Mädchen, als auch Pferd, einfach nur ungesund aus (ich habe dazu früher immer gerne Atom-Leuchten gesagt xD).

Am Schlimmsten bei all dem ist aber, dass überbelichtete Stellen die Qualität der gesamten Grafik vermindern. Ich habe mich dazu einfach mal ganz frech an deiner Galerie bedient, um dir Beispiele zu zeigen, bei welchen ich finde, dass dies der Fall ist.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Herr über Hell/Dunkel Kontraste zu werden. Ich habe bereits bemerkt, dass du schon selbst versucht hast, daran zu arbeiten. Dazu möchte ich aber später kommen. Zunächst einmal möchte ich dir drei unterschiedliche Arten vorstellen, wie du an so etwas abreiten beziehungsweise es zukünftig vermeiden kannst.



Bei dem Beispiel D habe ich mich am Abwedeln/Nachbelichten-Tool (klick mich!) bedient. Es ist besonders gut, um gezielte helle Partien dunkler / gezielte dunkle Partien heller zu machen. Du findest es in deinem Werkzeugkasten rechts vom Wischfinger-Tool. Ich würde auf jeden Fall dazu raten, die Korrektur durch dieses Tool vorzunehmen, bevor du mit dem Bild weiter arbeitest. Anderenfalls wirkt die abgedunkelte Fläche schnell hellgrau (wie nun leider auf unserem Beispiel). Prinzipiell wirken dadurch aber die Katen innerhalb des Gesichts nicht mehr so heftig, es ist also eine gute Methode, um bereits überbelichtete Originalbilder etwas zu verbessern.
Achte bei dem Tool darauf, dass du niemals auf voller Deckkraft und voller Belichtung arbeitest. Ich empfehle außerdem einen weich auslaufenden Pinsel, um keine heftigen Hell/Dunkel-Kanten zu hinterlassen. Mit der Einstellung Nachbelichten auf Mitten oder Glanzlichter (je nach dem einfach ausprobieren) machst du helle Flächen dunkler, mit Abwedeln auf Schatten oder Mitten genau anders herum.

Bei dem Beispiel E habe ich eine hellgraue Ebene genommen und sie im Modus nur Abdunkeln über die hellen Stellen gelegt. Gleichermaßen kannst du mit dunkelgrauen Ebenen und dem Ebenenmodus nur Aufhellen dunklere Partien in der Grafik etwas heller machen. Ich habe das an deiner Grafik einmal gemacht. Wie du siehst, ist es natürlich nicht optimal: jetzt ist aus der Hand statt einer großen weißen Fläche eine große graue Fläche geworden. Trotzdem schluckt es jetzt nicht mehr den eigentlichen Leuchteffekt deiner Grafik (nämlich an blau/gün/rot).
Mir ist aufgefallen, dass du mit dieser Sache schon früher gearbeitet hast. Bei einigen Grafiken hat das wunderbar geklappt, hier zum Beispiel ist es von der Farbigkeit sehr clever gelöst. Worauf du bei so etwas jedoch achten musst, ist, dass du die Abdunkelnde/Aufhellende Farbebene nicht in einer unnatürlichen Farbe wählst, die dann die hellen hautstellen verfärbt. Das ist dir zum Beispiel durch dieses Colouring passiert, was der Figur einen komplett ungesunden Touch gibt und trotzdem noch einen starken Hell/Dunkel Kontrast hinterlässt.
Als Tipp bei dieser Sache: hast du beispielsweise eine helle, graue Ebene über deine weißen Stellen gelegt, um sie abzudunkeln, öffne den schwarz/weiß-Kurven-Controller (gehe: Farben ~> Kurven…). Hier kannst du den Graph nun beliebig hin und her verschieben und direkt sehen, wie es sich auf deine Grafik auswirkt und wie viel weiße Fläche von der Ebene „geschluckt“ wird.

Bei dem letzten Beispiel F habe ich absichtlich ein bisher unbearbeitetes Bild genommen. Bei dieser Methode ist es sehr wichtig, dass du bereits bei den Originalen anfängst, helle Stellen zu bearbeiten. Auf dem Original des Bildes gibt es einige unschön glänzende Flecken im Gesicht der Person, die mit mehreren Ebenen darauf sicher irgendwann anfangen würden, zu leuchten.
Um uns dieser zu entledigen, verdoppeln wir die Originalebene einfach. Anschließend stellen wir sie auf den Ebenenkanal Sättigung. Zunächst einmal dürftest du nichts bemerken. Nun öffnest du aber wieder den schwarz/weiß-Kurven-Controller (gehe: Farben ~> Kurven…) und beginnst, den Graphen hoch/runter zu schieben. Durch den Ebenenkanal übernehmen die hellen Stellen den Farbton der dunkleren.
Als Tipp: es könnte passieren, dass leichte Pixel an den Rändern in hellen Farben hervortreten. Zoome einfach ganz nahe an die betroffene Stelle heran, schnapp dir das Wischfinger-Tool auf sehr geringer Deckkraft und gehe ein paar Mal über die Pixel. Sie sollten dann verschwinden!

Zum Abschluss möchte ich noch loswerden: natürlich will niemand seine Grafiken alle komplett eintönig und ohne Kontraste haben! Wichtig ist aber eben, dass er Unterschied zwischen hell und dunkel nicht so gewaltig ist und keine Details verschluckt werden. Das haben deine Grafiken nämlich bei weitem nicht nötig.
Wenn du irgendwelche Fragen zu dieser Infopost haben solltest, lass es mich bitte wissen c:


Hausaufgabe
Zu dieser Infopost wird nun natürlich auch eine Aufgabe gestellt! Da ich dir drei unterschiedliche Methoden gezeigt habe, hätte ich am liebsten auch drei unterschiedliche Ergebnisse.
Aufgabe 1.1) – Schnapp dir eine deiner alten Grafiken, deren xcf du noch hast, und die ein offensichtliches hell/dunkel- Problem hat. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du mir die Grafik auch vorher zeigen. Versuche, mit dem Abwedeln/Nachbelichten Tool die betroffenen Stellen zu bearbeiten. Es geht dabei nicht darum, die ganze Grafik neu zu machen!
Aufgabe 1.2) – Erstelle eine völlig neue Grafik mit Bildern deiner Wahl. Du kannst machen was du möchtest, ein Blend, ein Set, irgendwas. Versuche dabei sowohl eine Farbebene (keine Textur!) mit dem Kanal „nur Aufhellen“, als auch eine mit „nur Abwedeln“ zu benutzen. Die Farbe sollte zu der Grafik passen. Wenn du das mit einem Set oder einer Battlegrafik verbinden möchtest, gerne!
Aufgabe 1.3) – Schnappe dir eines der unten angegebenen Bilder und versuche, die leichte Überbelichtung / Unterbelichtung zu beseitigen. Du musst keine großartige Grafik daraus machen, nur einfach Herr über die hellen / dunklen Flecken werden. Welche Technik du anwendest ist völlig dir überlassen.
Bild 1 (leicht, nur hell) // Bild 2 (mittel, hell und bisschen dunkel) // Bild 3 (schwer, hell und dunkel)
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Jul 14, 2015 12:19 am

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IT'S FOR THOSE WHO UNDERSTAND



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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Do Aug 20, 2015 12:11 am

1000 STORMING GATES USER TEXPACKAGE für Beispielsweise reine Schrift-Signaturen, Szenenüberschriften, Battlestartern, Galerieheader und noch vielfältig anders nutzbar! DU DARFST die Codes auch außerhalb des SG verwenden, Farben und Schriftartenkonstellation und Text ändern, gerne Bescheid sagen, dich bei Fragen melden. DU DARFST NICHT den Code als deinen eigenen ausgeben.



[KLICK FÜR GROSS ANSICHT]


↓ ↓ ↓ CODE #6 "WHAT REMAINS" ↓ ↓ ↓ GANZ UNTEN ↓ ↓ ↓




Code #1: WHAT ΔBOUT US


Code:
<center><font style="font-family: times new roman; font-size: 30px; letter-spacing: -3px; line-height: 0.9; text-shadow: 1px 1px 1px rgb(0, 0, 113); color:#586979;">» WHAT ΔBOUT US « </font>
<font style="font-family: times new roman; font-size: 14px; letter-spacing: 2px; line-height: 0.9; text-shadow: 1px 1px 1px rgb(0, 0, 0);">ISN'T IT ENOUGH; NO WE'RE
<font style=" font-style: italic; letter-spacing: 4px;"> NOT IN PARADISE</font><font style="letter-spacing: -2px;">-------</font></font></center>




Code #2: i've become so numb


Code:
<center><font style="font-family:times new roman; font-size:30px; color:#580003; text-transform:lowercase;  line-height: 0.5; letter-spacing: -2px; font-weight: bold;">i've become so <s>numb</S></font>
<font style="font-family:times new roman; font-size:17px; color:#580003; text-transform:lowercase;  line-height: 0.5; letter-spacing: -1px; font-weight: bold;">{i'm tired of being what you want me to be}</font>
<table width="275px" border=0><tr><td width="275px"><font style="font-family:times new roman; font-size:10px; color:#444444; text-transform:uppercase; line-height: 0.8; letter-spacing: 0px;"><div align=justify>I can't feel you there ; I've become so tired ; So much more aware ; I'm becoming this ; All I want to do ; Is be more like me ; And be less like <s> you </S> ; And I know ; I may end up failing to ;  But I know ; You were just like me with someone disappointed in you ; <font color=#580003> YES I'VE BECOME SO NUMB</font>.</div></font></td></tr></table></center>




Code #3: a drop in the ocean.


Code:
<center><font style="font-family: onyx; font-size: 60px; letter-spacing: -4px; line-height: 0.9; text-transform:lowercase; color:#0fbe57;">a <font color=#4ad7b5>drop</font> in the ocean . </font>
<font style="font-family: arial; font-size: 8px; letter-spacing: 1px; color:#4ad7b5; text-transform:uppercase; line-height: 0.9; font-weight: bold;">A CHANGE IN THE WEATHER • IT WAS LIKE PRAYING THAT
<font style="color:#ffffff; letter-spacing: 3px; text-shadow: 0px 0px 1px rgb(0, 0, 0); ">YOU AND ME MIGHT END UP TOGETHER</font>
<font color=#0fbe57>IT'S LIKE WHISHING FOR RAIN • AS I STAND IN THE DESERT</font></font></center>




Code #4: Blut Geleckt


Code:
<center>
<link href='http://fonts.googleapis.com/css?family=Roboto Condensed:400' rel='stylesheet' type='text/css'><div style="font-family:Roboto Condensed; background-color: #6f0d10; letter-spacing: 4px; font-weight: bold; text-transform:uppercase; font-size: 9px;  color:#ffffff; line-height:100%;">WER WUNDEN HAT KANN WUNDEN LECKEN</div>
<link href='http://fonts.googleapis.com/css?family=Bubbler One:400' rel='stylesheet' type='text/css'><center><div style="font-family: Bubbler One; letter-spacing: 2px; font-size: 27px; color:#ff1d25; line-height:90%; text-transform:uppercase;">der blutig-rote Faden zwischen ihren Krallen scheint niemandem aufzufallen</div>
<link href='http://fonts.googleapis.com/css?family=Roboto Condensed:400' rel='stylesheet' type='text/css'><div style="font-family:Roboto Condensed; background-color: #c4171c; letter-spacing: 4px; font-weight: bold; text-transform:uppercase; font-size: 9px; color:#ffffff; line-height:100%;">WIR HABEN BLUT GELECKT WIR HABEN DRECK AM STECKEN</div></center></center>




Code #5: Willst du mit mir gehen?


Code:
<center><table width="350px" border=0><tr><td width="350px">
<center><link href='http://fonts.googleapis.com/css?family=Allura' rel='stylesheet' type='text/css'><div style=" font-family:Allura; font-size:30px; color:#ffab2a; line-height: 0.5;">Willst du mit mir gehen? </div><font color=#ff6c25>♡</font></center>
<link href='http://fonts.googleapis.com/css?family=Merienda+One' rel='stylesheet' type='text/css'><div style=" font-family: Merienda One; font-size:10px; letter-spacing: 2px; color:#000000; line-height: 0.9;"><font style=" color:#ffea4a; font-size:12px;">☒</font> <span style="background-color: #ffea4a;">Na meine Güte.</span>
<font style=" color:#ffea4a; font-size:12px;">☒</font> <span style="background-color: #ffea4a;">Na du stellst Fragen.</span>
<font style=" color:#ffea4a; font-size:12px;">☒</font> <span style="background-color: #ffea4a;">also ich weiß gerade nicht so genau...</span>
<font style=" color:#ffea4a; font-size:12px;">☒</font> <span style="background-color: #ffea4a;">Ich wollte ja nix festes...</span>
<font style=" color:#ffea4a; font-size:12px;">☒</font> <span style="background-color: #ffea4a;">- und überhaupt bin ich gerade ja...</span>
<font style=" color:#ff6c25; font-size:12px;">☑</font> <span style="background-color: #ffea4a;"><font color=#ff6c25>JA KLARO! ICH DACHTE DU FRAGST NIE!!</font></span></div></td></tr>
</table></center>




Code #6: WHAT REMAINS

BITTE BEACHTE: MIT DIESEN FARBEN NUR AUF HELLEN HINTERGRÜNDEN NUTZBAR !!



Code:
<link href='http://fonts.googleapis.com/css?family=Alex+Brush' rel='stylesheet' type='text/css'><div style=" font-family: Alex Brush; font-size:45px; letter-spacing: -1px; color:#0b3288; line-height: 0.5;">What remains when war is won?</div>
<div style="width: 500px; height: 1px; background-color:#061c4d;"></div>
<div style="width: 500px; height: 1px; background-color:#6088e3;"></div>
<link href='http://fonts.googleapis.com/css?family=Rationale' rel='stylesheet' type='text/css'><font style="font-family: 'Rationale'; letter-spacing: 1px; font-size:12px; text-transform:uppercase;  line-height: 0.9; color:#061c4d;">↠ Fame.
↠ Songs.
↠ A kingdom of corpses.
↠ His name too heavy in my mouth.
↠ What do we become in death?
↠ Shadows.
↠ Longing.
↠ Regret,
<font color=#3c1c4d>↠ ↠ regret,</font>
<font color=#741c4d>↠ ↠ ↠ regret.</font>
↠ What do we keep once we are ghosts?
↠ The blood under my fingernails.
↠ His crooked teeth.
↠ Searching for happiness in the threads of his hands.
↠ A love that burned alive.
<font color=#2955b8>↠ ↠ A love that is still bursting in my hollow chest. </font>
<font color=#6088e3>↠ ↠ ↠ A love that was never enough.</font>
↠ What do you do when you’re alone in the darkness?
↠ Wait for him,
↠ I’ll wait forever if I must.
↠ Were you ever able to name one hero who was happy?
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Endstation Sehnsucht
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Sep 08, 2015 2:26 pm



»Elizabeth«, flüstert eine Stimme durch die Dunkelheit. Das Mädchen in Weiß öffnet die Augen. »Elizabeth Perdita. « Eine Hommage an Shakespeare, keine Frage – entschieden von ihren Eltern, von ihrem Vater, wie sie schätzt. Sie gibt nichts darauf – weder auf ihre Familie, noch auf ihre Abstammung, noch auf ihren Namen. »Effy«, murmelt sie in die Nacht, den Blick noch starr zur Decke gerichtet. »Bitte, Albrecht, ich habe dir doch schon gesagt, dass du mich einfach nur noch Effy nennen sollst. «
Seit beinahe sechs Jahren kennen sie sich, der Geist des verstorbenen Albrecht von Syren und sie, Effy, eine bald sechszehnjährige Katori – kennengelernt an dem Ort, an dem sie geboren und aufgewachsen war, einem Herrenhaus in Greewich. Er ist ein Dichter gewesen, ein Maler, ein Reisender, ein Medizinkundiger, ein Sänger, ein Schriftsteller, ein Menschenveränder. Sie ist nur eine Schülerin gewesen, bevor sie zu gar nichts wurde – bevor sie floh. Erst begegneten sie sich nur nachts, sie träumte von dem Mann, dessen Portrait sie in einem alten Buch gefunden hatte, und er sprach zu ihr. Erst nach drei Jahren – schon nachdem sie ihr Bündnis mit ihrem Seelenpartner, einer Schnecke namens Tzench Weinberg, geschlossen hatte – erschien ihr das Abbild des Mannes auch bei Tage. Sie sieht in, wenn er sich ihr denn zeigen möchte; manchmal hört sie auch nur seine Stimme, leise und säuselnd und flüsternd wie der Wind.
»Ich befürchte, ich muss Ihnen widersprechen, Miss Elizabeth«, erwidert die weiche Stimme des Verstorbenen. Er steht an ihrer Matratze; ihr vorrübergehendes Nachtlager, und lächelt traurig auf sie herab. »Mir gefällt Ihr Name zu gut, ich kann nicht einfach damit aufhören. Früher haben Sie es gemocht, wenn ich Sie so genannt habe. « Sie weiß, dass er Recht hat. Langsam richtet sie sich auf und streicht sich das wirre, dunkle Haar zurück. Sie wird es abschneiden, bald. Es ist ihr viel zu lang geworden; eine Flut aus schwarzbraunen Wellen, die sich über die blasse Haut bis unter die Brust ergießt. Das Mädchen trägt nur ein weißes Nachthemd, das im Mondlicht genau die gleiche Farbe hat, wie ihre Marmorhaut. Ihre Beine sind länger geworden, noch länger, im letzten halben Jahr. Sie hat sicher verändert, nicht nur innerlich – trägt statt strengen Kleidern sogar schon Hosen, und weite Blusen, die sie in den Bund stopft. Und noch dünner ist sie geworden, wenn das noch irgendwie möglich war. Das Mädchen steht auf und stellt sich neben den Geist, sie ragt jetzt beinahe an ihn heran, ist jetzt mindestens 175 Zentimeter groß. Sie lächelt. Sie lächelt jetzt mehr, auch wenn es eigentlich weniger zu lächeln gibt.
»Stimmt, habe ich«, antwortet sie leise und greift nach seiner Hand. Sie ist kalt, wie immer, natürlich ist sie kalt. Er sieht auf sie herab, auf das Mädchen, das er als still und ernst kennen gelernt hat. Er hatte sie gern gehabt, mit all ihrem Stolz und ihrem Missmut. Misstrauisch und arrogant war sie den Menschen um sich herum vorgekommen, hatte kaum den Mund aufbekommen und sich lieber mit ihren dicken Büchern in eine Ecke verzogen, in der man sie nicht angesprochen hatte. Sie war eine verschwiegene Einzelgängerin gewesen, die sich immer in ihre Einsamkeit zurückgezogen hatte – genau das richtige für den Dichter. Natürlich hätte ihr niemand geglaubt, wenn sie von Albrecht von Syren zu erzählen begonnen hätte. Jeder wusste, was für ein leidlich intelligentes, um nicht zu sagen hochbegabtes Mädchen die Adlige war – warum sollte sie also unüberlegt handeln und von etwas berichten, das wissenschaftlich eigentlich ganz und gar unmöglich erschien? Was die Erwachsenen von ihr hielten war ihr wichtig, sie würde sich den Eindruck, den sie auf die meisten von ihnen machte – bescheiden, sehr höflich und gut erzogen, etwas zu stumm vielleicht – nicht verderben.
Ja, dieses Fräulein Elizabeth hatte Albrecht gefallen – und die Wandlung, die sie durchgemacht hatte, seit sie zu diesen Katori gehörte, wollte ihm gar nicht so recht passen. Er hatte versucht, sie von diesen merkwürdigen Menschen fern zu halten – Elizabeth war nie jemand gewesen, der viel mit ihrem Partner gesprochen hatte und außerdem keine Person für solche Gemeinschaften. Das hatte sich nun geändert. Sie war jetzt eine von diesen Katori, und zwar mit felsenfester Überzeugung. Schlimmer noch: Elizabeth schien stolz darauf zu sein und sich für etwas besonderes, etwas Besseres als den gewöhnlichen Menschen zu halten. Sie war schon immer ein stolzes Kind gewesen, doch jetzt neigte sie zur Herablassung gegenüber den „normalen“ Menschen. Außerdem war sie selbstbewusster geworden, hielt sich weniger zurück. Nun war es ihr nicht mehr wichtig, was die Erwachsenen von ihr hielten – außer den älteren Katori, die sie nicht als Kind, sondern als unverzichtbaren Teil ihrer Gesellschaft anerkennen sollten. Ja, Anerkennung. Elizabeth würde wohl einiges dafür tun; so skrupellos schien sie geworden zu sein. Auch wenn sie sich immer noch gerne in die Stille zurück zog, hatte ihr Ehrgeiz nichts beruhigendes und eigenes mehr an sich; stattdessen wirkte sie rastlos und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen, Lösungen und Problemen. Ihr Egoismus hatte sich auf die gesamte Gruppe ausgeweitet, aber sie war keine Einzelgängerin mehr – und am schlimmsten für Albrecht war, dass sie sich nun so gut mit ihrem Tierpartner, diesem Tzench Weinberg, verstand. Er konnte alles mithören, was Albrecht zu seinem Mädchen in Weiß sprach, und er hörte auch jedes Wort, das sie an ihn richtete. Die Zeiten, in denen sie die Schnecke gedanklich aussperrte, schienen ein für alle Mal vorbei zu sein.
Es war so viel leichter gewesen, als Elizabeth noch nichts hatte, an das sie sich klammern konnte – nichts außer ihm, ihrem Geist. Sie hatte alle um sich herum verachtet, ihre eigene Mutter, die stumm war; ihren Bruder, einen Stotterter; ihre große Schwester, eine skrupellose, kaltblütige Person; ihre kleine Schwester, ein aufgesetztes Everybodys Darling und ihr Vater, der herrenlos über all dem stand und zu verzweifeln schien. Dass man sie hatte nach Angen gehen lassen, war mehr oder weniger sein Verdienst – er hatte Elizabeth stets darin bestärkt, weiter mit dem Cello, dem Klavier und der Flöte zu üben. Und ob sie nun bei einer Gastfamilie oder in einem Internat lebte, das machte keinen Unetrschied.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Sep 15, 2015 12:54 pm

http://storming-gates.de/showthread.php?tid=5775 Männlich Fantasy (Nikolaj Coster Waldau)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6566 Weiblich Fantasy (Amanda Seyfried)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=5658 Unisex Fantasy (keine Vorgabe)

http://storming-gates.de/showthread.php?tid=5758 Männlich History (Michael Caine)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=5738 Weiblich History (Peggy Nesbitt)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6278 Gruppe History, daraus das Weib (Eleanor Tomlinson)

http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6406 Männlich Reallife (Asa Butterfield)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6337 Weiblich Reallife (Johanna Braddy)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=5654 Unisex Reallife (keine Vorgabe)

http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6502 Männlich Movies & Books (William Moseley)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6625 Weiblich Movies & Books (Shay Mitchell)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6507 Gruppe Movies & Books, daraus Rotkäppchen (Lilla Crawford)

http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6809 Männlich Serien (T.K.)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6855 Weiblich Serien (Rachel Luttrell)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6386 Gruppe Series, daraus Jack Harkness (John Barrowman)

http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6654 Männlich Others (keine Vorgabe)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=6849 Weiblich Others (Vermouth)
http://storming-gates.de/showthread.php?tid=5755 Gruppe Others, daraus den Geistlichen (Gabriel Byrne)





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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mi Sep 16, 2015 10:00 am

https://docs.google.com/document/d/1O31ugyIsBAx4ngG8nJpMdrOEmTHpkVJjUb8ULkG4Ej4/edit?usp=sharing
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mi Okt 21, 2015 12:12 am

:angry: geil, BIN DABEI !! [Krabby]

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UNDER CONSTRUCTION






Unter dem Meer, unter dem Meer! Wo wär das Wasser besser und nasser als es hier wär? Die droben schuften wie verrückt, drum wirken sie auch so bedrückt. Wo hasst man streben, wo lebt man eben? Unter dem Meer! Bei uns sind die Fische glücklich, man tummelt sich und hat Spaß. An Land bist du gar nicht glücklich, du landest in einem Glas. Dem Schicksal bist du echt Schnuppe, du bist schon ein armer Fisch. Hat dein Boss mal Lust auf Suppe, schwupps bist du auf seinem Tisch.



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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Nov 10, 2015 12:12 am

» NOBODY CAN DRAG US DOWN «
& ALL THESE LIGHTS THEY CAN'T BLIND US ---




FEAT. IOANN WOOD + IWAN WOOD ----------------------
EYES WILL SHINE ***

» 10. OKTOBER 2023 » HOGWARTS » SIEBTER STOCK » AKTIV
Hier kommt dann ein ganz langer und schöner Text darüber hin, wie gut meinem Wuschelkopf die Szene gefallen hat und ob er sie gerne wiederholen würde. Dass du das hier gerade ließt ist sehr nett, aber es bringt dir nüscht, es ist nämlich nur ein Fülltext. ----------

» JOIN THE SCENE ! «





FEAT. ?????????? + IWAN WOOD ----------------------
SZENENTITEL

» DATUM » ORT » GENAUER ORT » STATUS
Hier kommt dann ein ganz langer und schöner Text darüber hin, wie gut meinem Wuschelkopf die Szene gefallen hat und ob er sie gerne wiederholen würde. Dass du das hier gerade ließt ist sehr nett, aber es bringt dir nüscht, es ist nämlich nur ein Fülltext. ----------

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STAND: 10.11.2015
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Mo Nov 30, 2015 7:20 pm

Er wartete. Er hoffte. Eine andere Wahl hatte Rutherford überhaupt nicht, der angespannt und lauschend über seiner Partnerin schwebte, deren gespenstisch geöffnete Augendurch seine körperlöse Gestalt die Decke ansahen, ohne sie zu fixieren und wahrzunehmen. Diese leere, menschliche Hülle die unter ihm lag hatte nicht mehr viel von einem Katori – und er würde es unter all seinem Gram, Selbstzweifel und seiner Wut nicht zugeben, aber er fürchtete sich entsetzlich. Angeni hatte es besser gemacht und sollte Keylam es jetzt noch besser machen, hätte Rutherford nicht das geringste Problem damit, für immer in seiner Schuld zu stehen. Das war dann eben so. Mittlerweile war dem Chamäleon fast alles egal, Hauptsache, Jane kehrte zurück. Er würde sie selbst packen und schütteln, sie zur Not aus dem Bett rollen, doch… er war auf Hilfe angewiesen. Und es war das vermutlich erste Mal in seinem gesamten Leben, dass er darum bitten und diese dann auch noch annehmen musste.
Es hätte alles so einfach sein können – seine Überwindung, Keylams Reaktion, eine wache Jane auf einem Bett. Doch das Schicksal oder der lächerliche Gott, an den Janes Mutter glaubte, hatte andere Pläne mit ihnen – und statt dass der dunkelhaarige Katori reagierte, bekam er eine weitere frustrierende Tatsache vor die Krallen geworfen, die Rutherford zunächst beinahe das sinnbildliche Handtuch hätte werfen lassen. Auf Cítri war er nach wie vor nicht gut zu sprechen – aber dass sie dann auch noch mit derartig schlechten Neuigkeiten das erste Mal wieder Kontakt zu ihm aufnahm, seit er sie im Tunnel zusammen gefaltet hatte…

“Er kann – WAS?!“, wiederholte Rutherford aufgewühlt und stierte wütend in die Dunkelheit des Kellers, als sei es die persönliche Schuld der Pfeifhäsin, dass ihr Seelenpartner keine telepathischen Stimmen mehr wahrnehmen konnte. “Zum Teufel noch mal, funktioniert eigentlich noch irgendwas?“

Es war zum Schreien. Am liebsten würde er Keylam ohrfeigen, nicht weil er ihm die Schuld für etwas gab – etwas, das er vermutlich genauso verloren hatte wie der Chemiker seine rothaarige Schwester im Geiste – sondern einfach, um diese ganze beschissene Situation an irgendwas auszulassen. Jawohl, beschissen. Er starrte fassungslos zwischen den einzelnen Beteiligten hin und her und verfluchte jeden einzelnen, nicht mit Absicht, einfach so. Einschließlich Jane. Einschließlich sich selbst. Und als er damit fertig war, fing er an, auch noch alle anderen gedanklich zu beschimpfen. Maggy, Anahiel, Anthony, Dalvin, Elizabeth, sogar Aaren, Raelynn, Grace Corey, Lilith Lamort, ja auch Ryan, Ace, Châtelet. Alle. Alle waren Schuld an allem. Der Major. Die Soldaten. Angen. Amerika. Die ganze Welt.
Bevor Rutherford in seiner Rage auch noch laut wurde und anfing, sich laut an alle im Keller Anwesenden zu wenden, hatte Cítri bereits eine bessere Idee Kontakt mit Keylam und so auch mit Jane aufzunehmen. Selbst wenn er sich am liebsten direkt im Gesicht der Blondine mit den Zottelhaaren materialisiert hatte, als er ihren verwirrten Blick bemerkte - war das denn WIRKLICH ZU VIEL VERLANGT - und er Keylam beinahe noch mal gedanklich einen Arschtritt verpasst hatte, als er nicht sofort zu Jane ging und tat, was man von ihm verlangte – am Ende fasste sich dieser lahmarschige Idiot endlich ein Herz und rüttelte seine Katori. Menschlicher Kontakt. Was ganz neues.
Endlich.

Drei Mal Rütteln (er zählte das erste großzügig mit, weil Keylam zwischendurch tatsächlich die Zähne auseinander bekommen hatte) und drei Mal keine Reaktion. Rutherford lauschte, horchte in die geistige Stille und auch in sich selbst; horchte in die Hülle der Deutschen, doch… da war nichts. Nicht beim Rütteln, nicht bei seiner Stimme. Er schwebte näher und fragte sich, ob es etwas bringen würde, wenn er sich so dematerialisiert direkt in ihren Körper pflanzen würde, …in all seiner Verzweiflung nicht einmal wissend, wie gesund das war und ob es überhaupt ging.

Jane!, echote er den Studenten jetzt, Jane! Jane! Jeanny! Jane! JANE!“

Es war ihm egal, dass Lubaya sich wieder umdrehte und nur noch um Dalvin scherte. Es war ihm egal, dass Keylam sich abwandte und flüchtete wie der Feigling, der er schon immer gewesen war. Es war ihm egal, dass Angeni versuchte mit ihm Kontakt aufzunehmen. Er brüllte weiter ihren Namen in ihre Leere und ließ sich das Echo um die Ohren fetzen, das zurück kam – wie als würde er Steine in einen Brunnen werfen und anstelle des Gewichts kam das Platschen und ein paar spritzende Wassertropfen zurück. Mit beidem konnte er nichts anfangen.

Ihr Name war Jeanny Maria Eggold, aber jeder nannte sie Jane. Sie hatte einen großen Bruder namens Ryan, den sie liebte. Sie hatte einen Seelenpartner namens Rutherford, den sie liebte. Sie hatte einen Freund namens Keylam James Rothwell, den sie liebte. Sie hatte zwei Bandkameraden, die wir ihre Familie waren, Aaren Grean und Ace Viljanen, die sie liebte. Sie war eine Katori. Sie spielte Bassgitarre. Sie war auf einer Wanderung gewesen. Sie wurde- … sie hatten einen Tourbus. Sie machten gerade eine Art kreative Pause und wollten an einem neuen Album arbeiten. Sie war auf einer Wanderung gewesen, aber etwas war schief gegangen, und sie- … da waren Soldaten gewesen- … sie hatte Geburtstag gefeiert. Sie mochte Alkohol. Sie mochte Zigaretten. Sie mochte die Augen ihres Freundes und das Gefühl von Kronkorken, wenn man sie ganz leicht in die Haut drückte. Sie mochte große Betten und schrieb gerne einzelne Sätze auf Zettel, die sie an ihre Wand pinnte. Sie war auf einer Wanderung gewesen, aber etwas war schief gegangen, und man hatte sie gefangen genommen, und man hatte sie- …

Jane!, schien eine Stimme aus der Ferne zu rufen, und sie erkannte sie, ganz langsam.

Sie war so weit weg. Sie wollte nicht aufwachen, doch die Stimme drängte danach. Jemand riss an ihr; ihrer Präsenz. Sie war einmal gut darin gewesen, ihre Präsenz zu verbergen, eine Mauer aufzubauen. Sie war einmal gut darin gewesen, anderen Präsenzen zu spüren. Sie war einmal gut im Lügen gewesen, aber es hatte ihr nichts gebracht. Sie hatte versagt. Man hatte ihren Geliebten wehgetan. Sie wusste nicht wo sie war.
Wo bin ich?

War das die wichtigste Frage, die sie stellen konnte? Vielleicht. Sie erinnerte sich daran, dass sie sehen konnte, und sie blinzelte. Ja, sie war unter der Erde. Aber es war nicht dort, wo man sie festgehalten hatte, denn man hatte sie befreit. Oder hatten sie sich befreit? Oder…? Vielleicht war sie doch noch zuhause. Jane blinzelte noch mal.
Er spürte sie. Er spürte ihre Präsenz. ER SPÜRTE IHRE PRÄSENZ. Sie war winzig klein, ein Streichholz in einem gigantischen schwarzen Loch, eine winzige Flamme in der unendlichen Finsternis – aber sie war da, sie war hier und er konnte sie spürte und er konnte sehen, dass sie blinzelte. Rutherford beschloss, dass er still bleiben sollte, still an Gefühlen, doch es war ihm noch nie in seinem Leben so schwer gefallen, sich zurück zu halten. Er hatte eigentlich keine Probleme mit geistigen Mauern, doch… nunja. Diese hier musste sein. Er musste.

In Sicherheit, antwortete er so leise und zurückhaltend wie möglich. Er hatte Angst sie zu verschrecken. Er wollte sie nicht wieder im Schwarz verlieren.
Wo ist das?
In einem Keller in einem Haus einer Frau namens Maggy. Sie ist Anahiels Tante.

… er- … erinnerst du dich noch an Anhiel?
Ja. Tapfer. Treu. Groß.
Blaues Haar.
Ja.
… … …erinnerst du dich noch an mich?
Du bist Rutherrford.
Ihm stockte einen Moment sämtliche Funktion. Ja. Genau. Du bist Jane.
Ich weiß.


Sie bewegte ihre Finger, ihre Arme, ihre Füße. Sie schien noch zu funktionieren. Langsam richtete sich die magere Katori auf und strich sich das erbärmlich gestutzte Haar hinter die Ohren, wischte sich über die Nase, betrachtete ihre Hände. Sie zuckte immer mal wieder leicht zusammen, ihre Bewegungen waren langsam und unregelmäßig stockend wie ein rostiges mechanisches Werk. Etwas tat weh – ihr Hals, ihr Bauch, ihr Rücken. Ihre Fußsohlen. Ihr Hals. Ihre Augen. Ihre Unterarme. Ihre Fußgelenke. Ihr Hals. Sie sah sich um, allerdings ohne jedes Interesse in den Augen, eher sondierend als tatsächlich aus Neugier. Schließlich blieb ihr Blick an Angeni hängen, doch in dem fahlen gesicht Janes zeigte sich kein Schimmer von Wiedererkennen.

Das ist Angeni, erklärte Rutherford tapfer, und obwohl er sich vor der Antwort fürchtete, schluckte er seinen Pessimismus herunter und zwang sich, den dünnen Kontakt zu seiner Partnerin aufrecht zu erhalten. ...erinnerst du dich noch an Angeni?
Sie ist Aarens Partnerin, erwiderte Jane mechanisch, ohne dass er erkennen konnte, was sie dabei fühlte. Ganz vorsichtig streckte die Ampiskiana ihre Präsenz nach der des Menschenmädchens aus und berührte sie – das zusammen gepresste, kleine Häufchen Elend, das nur aus reiner Intuition heraus zu bestehen schien; völlig ohne Motivation, Hoffnung, Willen. Er bemerkten die halbe Million von Fragezeichen und vor allem nach wie vor eine gewisse Leere. Kein Gefühl, nur Ratlosigkeit und Erschöpfung. Es war ihm nicht möglich, irgendetwas zu finden, das auf eine lange Verbindung zwischen Jane und Angeni oder Aaren schließen ließ. Es waren Namen, sie konnte sie Gesichtern zuordnen. Mehr nicht.

Ich bringe sie hoch, warnte Rutherford die Ozelotdame im Stillen – im selben Moment, in dem Jane wie eine aufgezogene Marionette auf die bloßen Füße kam. Es tat ihm Leid um sie – sie machte sich sicher Sorgen – doch er konnte nicht anders. Er musste jetzt bei Jane bleiben, was auch immer sie vor hatte, und vorsichtig sein. Ich- … sie-... sag nichts davon Aaren. Ich werde sie beobachten. Wenn irgendetwas sonderbar wird, hole ich sofort Hilfe.
Und mit klopfendem Herzen – wenn das denn überhaupt möglich war – folgte er einer langsam durch den Kellerflur tappenden Jane, die den Ausgang ins Auge gefasst hatte und sonst nichts zu beachten schien. . .
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Sa Dez 05, 2015 7:11 pm

‚‚Sie haben lebhafte Träume, nicht wahr?’’ Sie starrte auf ihre Fingerspitzen und spürte, wie ihre Lippen auf einmal das Bedürfnis bekamen, sich um einen Glimmstängel zu legen und den warmen Rauch beruhigend einzuatmen. Dieser ominöse Autor hatte sich wie ein Geist neben sie gestellt und anstatt mit einer formalen Begrüßung, kam er ihr mit dieser Feststellung entgegen. Es war nicht einmal ihr Sprachproblem, das sie in diesem Zeitpunkt in eine misstrauische Stille gebettet hatte, eher mehr ihre Verwunderung. Schließlich hatten ihre Mundwinkel gezuckt, doch das zögerliche ’Entschuldigen Sie?’ hatte nichts Weiteres in ihm geregt und sie musste auf seine Antwort resignieren. Schließlich ein erwartungsvolles Blinzeln, doch dann war er wieder verschwunden und ließ seine Etikette woanders spielen; sie den ganzen Abend lang ignorierend.

...

Der blaue Stoff ihrer Abendrobe war schwer, die hohen Schuhe verursachten eine ziehende Anspannung in ihren Beinen, welche dadurch mittlerweile schmerzten, und Müdigkeit überkam ihren Körper. Sie war ihrer Schwester mit kalten Finger über den Rücken gefahren, dann ein Flüstern und Ophelia war verschwunden. Die Menschentraube ließ sie nur schwer gewähren, aber sie brauchte frische Luft und der kalte Winter atmete einem den Frost auf die Lippen, wenn man dem Teppich folgte und aus den Glastüren der Festspiele schritt.
Noch fühlte sie sich von dem Blitzlicht geblendet, das ihrer Haut diese Blässe verlieh, wenn sie an der Seite ihres Vaters über den Teppich schritt. Ein Unwohlsein, ein enger Käfig. Aufgesetzte Lächeln und Gespräche, die sie eigentlich gar nicht führen wollte. Mehr hatte ihr der Abend nicht eingebracht und doch hatte ihr Vater darauf bestanden, dass man ihr Gesicht bei der Verleihung des alljährlichen Literaturpreises sah. Töchter, Frau und Sohn, die ihn und seinen Reichtum schmückten. Natürlich.
An die Öffentlichkeit gewöhnte man sich mit der Zeit oder vielleicht konnte man dies eher anpassen nennen. Dennoch war dies nicht mit Wohlsein verbunden und im Gegensatz zu Schwester und Bruder, sparte sie sich das Glas Wein und holte sich aus der Garderobe ihren Mantel ab. Keiner störte sich an ihrem Gehen und sie meidete Körperkontakt in jeglicher Hinsicht, als sie sich endlich aus der engen Masse löste. In der Manteltasche waren sie versteckt, so als hätte sie es geahnt – Zigaretten. Lieber drehte sie ja, denn es war eine ablenkende Beschäftigung für ihre Finger. Heute hielten die aus dem Automaten her, sah wenigstens anständiger aus.

Wie erwartet, küsste der aufblähende Wind ihr den Nacken und fröstelnd zog sie die Schultern nach oben, bevor sie sich mit davor gehaltener Hand die Zigarette anzündete. Rauch füllte ihre Lungen und Ophelia zog diesen für eine gewöhnte Pafferin viel zu tief ein. Das Kratzen wurde unangenehm, stahl ihr für einen Moment den Atem und der unsichtbare Griff um ihren Hals, löste sich mit einem Husten. Nichtsdestotrotz beruhigte es sie ungewollt und die innere Anspannung löste sich bereits nach dem zweiten Zug.
Der Mond bildete an diesem Abend eine spitze Sichel und erst der Blick zum schwarzen Himmel verriet ihr, dass sich ihr Rauch mit einem anderen mengte, welcher sich, von einer glühenden Spitze wandernd, durch schmale Lippen bließ. Das fahle Licht der Festspiele ließ sie seine Gesichtszüge erkennen und mit einem leisen Schnauben, legte sie ihr Augenmerk auf den Größeren, der ihr das Gefühl des Verlorenseins vor einigen Stunden so gut vermittelt hatte, nachdem er sie angesprochen und dann einfach gegangen war. Pollux von der Marsch. Seines Zeichens einer der besten deutschen Autoren zu ihrer Zeit und nicht zuletzt sogar ein Mann, der schon den ein oder anderen Händedruck mit ihrem Vater ausgetauscht hatte.
‚‚Das vorhin war unhöflich.’’, sprach sie diesmal ganz klar, den Rauch dabei ausatmend. ‚‚Schweigen war nicht die Erklärung, die ich er-erwartet hätte.’’


xxx


Heutzutage Raucher zu sein? Eine Qual. Man fühlte sich vernachlässigt und verstoßen, und zwar in jeden erdenklichen Winkel des Seins. Nicht einmal mehr in Kneipen durfte man rauchen, außer in besonderen Ecken, ganz zu schweigen von den auf dem Boden markierten Rechtecken eines Bahnsteigs, auf dem sie die Raucher zusammenpferchen wollten. Als wären sie Tiere. Er rollte gedanklich mit den Augen, nickte allerdings höflich und ohne Regung, als ihn die Angestellte ansprach. “Herr von der Marsch, entschuldigen Sie bitte, Sie dürfen hier drinnen nicht rauchen.“ Natürlich durfte er nicht.
Und eigentlich rauchte Pollux ja auch gar nicht, sollte heißen, er war niemand, der seine Zigaretten überall mit hin nahm und sich jede Woche zwei neue Schachteln kaufen lassen musste. Doch zu Literatur-Preisverleihungen hatte er es sich angewöhnt, weil er wusste, wie viel Alkohol es dort gab, den er natürlich nicht anrühren durfte – und dass er einen Ausgleich dazu brauchte. In seinem Fall war das eine bereits halb leere Packung Malboro, die alten, die herben. Sie erinnerten ihn an die Zeit, in der er Zigarren geraucht hatte, damals in… Florida… wie lange war das her? Herrgott, er war alt geworden. Und Zigarren waren ohnehin nichts für ihn (selbst wenn er das bis heute nicht zugeben würde).
Ohne die junge Dame, die ihn so freundlich wie möglich aus der Halle komplimentieren wollte, weiter zu beachten, trat Pollux aus der verglasten Doppeltür mit den goldenen Rahmen und zündete sich die Zigarette mit einem teuer wirkenden Feuerzeug an. Ebenfalls ein amerikanisches Relikt seiner Vergangenheit. Er fühlte sich ja selbst auch wie ein Museumsgegenstand aus dieser Zeit.

Es zog ein bisschen, was das Ganze nicht unbedingt angenehmer machte. Stattdessen begann er sich zu fragen, warum in Gottes Namen er vorher nicht seine Jacke an der Garderobe abgeholt hatte. Vielleicht war es ihm entfallen, …im Traum konnte er die Temperatur immer so regulieren, wie es ihm gefiel, ganz egal, wessen Traum es war. Hier steckte er in der unangenehmen Wirklichkeit, die ihm innerhalb von wenigen Minuten taube Finger bescherte. Und alles nur, weil man beschlossen hatte, dass Raucher schlechter für die Gesellschaft waren, als Alkoholiker. Großartig. Irgendwann würde er mal ein anonymes Pamphlet darüber verfassen und so viel Geld an die Bild-Zeitung bezahlen, dass sie es abdrucken mussten. Nur um sich aufzuregen. Um sein Gemüt für ein paar Wochen zu beruhigen (bevor er sich das nächste Mal vor einem Festsaal die Beine in den Bauch stand und mit irgendwelchen heruntergekommenen Halunken einen Aschenbecher teilen musste).
Er hatte im Schatten gestanden (der Aschenbecher), weshalb sich es sich in einem komplett schwarzen Anzug, darunter ein schwarzes Hemd und eine schwarze Krawatte (der Herr von der Marsch) gut tarnen ließ. Möglicherweise hatte sie ihn deshalb nicht sofort bemerkt – das Mädchen, das aus dem gleichen Ausgang stolperte, aus dem er geschritten war, und sich an ihrem eigenen Rauch verschluckte. Er wusste, dass es genauso mit ihren Wörtern war – und dass sie eine von Bleustein war, eine von den beiden Schwestern. Mehr wusste er eigentlich überhaupt nicht. Er war nur wahnsinnig gut im bluffen.

„Rauchen ist nicht gut für junge Damen“, erwiderte er mit einer sehr ruhigen, beinahe sanften Stimme – die trotzdem herablassend klang. Das war etwas, wofür ihn 50 Prozent der Menschheit liebte (die restlichen fünfzig hassten diese beinahe grotesk wirkende Überlegenheit, die er schaffte in nur sieben einfachen Worten zu demonstrieren). Er wandte langsam den Kopf zu ihr herum und betrachtete aus den unnatürlich hell wirkenden Augen den weißen Rauch, der über ihre Lippen floss, während diese sich bewegten – und an einer Stelle fest zu hingen schienen. Ist ihr kalt? Ihm war kalt. Und sie hatte weniger an, hm, das machte das ganze beinahe logisch. Erst, nachdem er den hellen Wölkchen zugesehen hatte, wie sie im Dunkel verblassten und sich auflösten, schlingerte sein Blick zu ihrem Gesicht. Er musterte sie eingehend, die dunklen Augen; sie war nicht so blass, wie er sie in Erinnerung hatte, oder wirkte das nur so? “Sie wirken älter als sechsundzwanzig.“

Eine alte Seele. Ging das? Konnte ein so junges Ding eine alte Seele haben? Er versuchte, sich an seine Seele zu erinnern, aber di war schon immer schwerer greifbar für ihn gewesen, als alles andere auch. Pollux von der Marsch war kein richtiger Mensch, er war ein organisches Gefüge, das in sich selbst verkettet und verstrickt war – nur durch mal mehr und mal weniger philosophische Gedanken zusammen gehalten. Was das schlimme an Alkohol war: er zerrüttete seine Struktur, verschluckte die Gedanken, löste die Verkeilungen auf. Machten ihn zu einem gedankenlosen, ungesteuerten Fleischberg. Aber davon mal abgesehen, ja, mit sechsundzwanzig hatte er geglaubt, eine alte Seele zu sein. Beinahe hätte der Autor geschnaubt, doch er konnte sich kontrollieren und blieb stumm, ohne die Miene zu verziehen. Es war nicht gerade höflich, was er da gesagt hatte, doch es als einen Angriff zu verstehen, stand gerade unter der Grenze zu übersensibel. Das war seine Art, direkt; aber immer unter dieser Linie bleibend. Er überschritt die Grenze nicht, er stellte sich nur sehr dicht daran und hob schon mal einen Fuß, sodass jeder denken würde, er ging gleich doch. Das war provokativ. Aber ehrlich.
So war Pollux von der Marsch.

Nachdenklich nahm er einen Zug seiner Zigarette und blies den Rauch wieder fort, weg von ihr. Er paffte ganz offensichtlich nur; für ihn war der Glimmstängel zwischen den langgliedrigen Fingern ja auch nur ein Mittel zum Zweck. Interessiert fand der Fokus seiner Augen wieder zu den schwarzen Löchern, die der Schatten aus den ihren machte. “Welche Erklärung hätten Sie denn gerne?“ . . .

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Nett. Ihre Augenbrauen hatten sich nach oben gezogen, denn ihr war weder das junge Dame noch das älter entgangen, was ihm von der Zunge geglitten war. Man konnte da nun alles Mögliche aus seinen Worten interpretieren, doch es war auf keinen Fall Sorge gewesen, die dort so schamlos von seinen Lippen kam. Sie erkannte es nicht einmal als Angriff. Mehr fing es sie als ein aufmerksam machen auf, das sich auf diesen Rauch bezog, der sich mit bitterem Geschmack auf ihre Lippen legte. ‚‚Sie auch.‘‘, erwiderte sie kurz und viel zu trocken für diese schwache Anspielung, die sie nicht einmal schmunzeln ließ.
Ophelia drehte ihren Kopf zur Seite und missachtete die Bewegung in den Schatten, während sie den warmen Rauch aus ihrem leicht geöffnetem Mund blies und einen erneuten Zug nahm. Erwidernd provokativ, vielleicht.
Sich seiner Worte nur wenig annehmend, machte sie sich mehr ihre Gedanken über den Fakt, dass er ihr Alter kannte. Sie ihn hingegen aber nur als Autor einer fiktiven und doch ergreifenden Buchreihe, welche ihn als Pollux von der Marsch fast weltweit bekannt machte. Ein Erreichen, worauf er sich schon etwas einbilden konnte. Man rannte schließlich wenigen Autoren mit jungfräulichem Papier hinterher und erwartete, dass sie mit ihrem Füller darüber strichen und es signierten. Doch am Autorenhimmel war er kein schwach leuchtender Stern und Ophelia fühlte sich schon fürchterlich unhöflich, dass sie seine Aufmerksamkeit nicht mit einem dankenden Lächeln erwidert hatte und dabei die Zigarette zu Boden warf. Tatsächlich? Mh, nein. Stattdessen klemmte sie ihre Finger nun umso fester um den kürzer werdenden Stängel, den sie da paffte.

‚‚E-ei-ein-nnn…‘‘ Eine!, schoss es ihr durch den Kopf. Nicht einmal das ‚N‘ ließ sich dehnen, sodass ihr der letzte Buchstabe verloren ging. Gott, was es denn so schwer?
Sie tippte mir ihrer Fingerspitze auf die Zigarette und ließ den Wind die warme Asche mitnehmen, die glühend die Schatten erhellte. Das Wort Eine würde heute nicht funktionieren und bevor die Scham ihr noch den Hals zuband, ließ sie mit dem Rauch nun andere Worte zu ihm wehen. ‚‚Überhaupt etwas h-hätte es auch getan. Dabei sind Sie doch der Meister der Ww-w…-worte.‘‘ Abgesehen davon, dass sie ihn nicht als ‚der‘ Meister betiteln wollte (noch war es ihr zu gefährlich ‚ein‘ zu benutzen), hatte sich das Dehnen nun besser angefühlt. W. Mit diesem Buchstaben ging es besser. Viel besser. ‚‚Aber junge Frauen ansprechen und sich dann a-abwenden...mh.‘‘

Natürlich holte ihr nächster Zug die Wärme der Zigarette bedrohlich an ihre Fingerspitzen und während ein Aschenbecher nun weiter entfernt zu ihrer Linken stand, stand der andere in der Gegenwart des von der Marsch. Ophelia konnte sich nun also abwenden, ihm den Rücken zukehren und ihren Stumpf in dem allein stehenden Becher ausdrücken, oder sie gesellte sich zu ihm. Letzteres war die Variante gewesen, für die sie sich entschied und mit langen Schritten, tauchte sie die bleiche Haut in die Dunkelheit, die bereits ihn umgab. Hier wirkte er größer, bedrohlicher... ‚‚War ich denn solch ein Missverständnis für Sie?‘‘ Gerne hätte sie dies vertieft, doch sie mied Erklärungen, wenn sie nur voller Unnützen füllten. Sprache war manchmal überflüssig. ‚‚V-vielleicht hätte ich ja eine Antwort g-g-gehabt.‘‘
Und damit drückte sie ihren Glimmstängel aus und schob ihre kalt gewordenen Hände in die Jackentaschen des dünnen Mantels. Gespräche waren ihr auf schriftlicher Ebene um einiges lieber, doch nun hatte sie bereits angefangen und die Bleustein ließ dies nun ungerne in Stille verlaufen...

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Was hatte er sich eigentlich von dem Gespräch erhofft? Also… gehofft hatte er schon mal gar nichts, wie der Autor für sich selbst bereits festgelegt hatte. Aber man ging ja schon mit irgendwelchen Erwartungen in eine solche Unterredung hinein, nicht wahr? Er wusste, dass irgendwas an ihr war, es musste einfach. Seine Träume spielten ihm häufig einen Streich, natürlich, aber das hier war noch mal eine völlig andere Geschichte. Seine Zigarette war was bis zum Filter herunter gebrannt, und Pollux dachte darüber nach, sie auszudrücken und sich direkt die nächste anzuzünden – um nicht wieder da rein zu müssen, zwischen den ganzen Sektgläsern und kleinen Pralinen mit Schnapsfüllung. Die Kippen waren seine Ablenkung vom Alkohol. Aber vielleicht konnte dieses Gespräch ja ebenfalls eine Art Ersatz werden? Er ließ seinen Blick erneut über die von Bleustein wandern, abschätzend; und sein erster Gedanke war eher nicht - aber das war nicht fair, und er wusste genau, eine wirkliche Wahl hatte er sowieso nicht. Offenbar waren sie die einzigen beiden Personen der ach so gehobenen Gesellschaft, denen gerade nach einer Zigarette war. Oder die anderen Raucher hatten einen Weg gefunden, das Personal auszutricksen, und mussten deshalb nicht in die Kälte.
So oder so bemerkte Pollux die (unterbewusste? bewusste?) Provokation der Jüngeren, die sich vor seinen Augen erneut die Kippe zwischen die Lippen schon und einen tiefen Zug des Gifts einatmete. Schön. War ja nicht sein Körper (also, gewissermaßen schon: er zerstörte seinen eigenen genauso. Aber was war jetzt eigentlich schlimmer, Alkohol oder Zigaretten? Wahrscheinlich musste er buddhistischer, veganer und pazifistischer Mönch werden, um dieser Antwort auf den Grund zu gehen. Was, übrigens, nach wie vor keine Entschuldigung dafür war, sich schon mit sechsundzwanzig Jahren das lange Leben zu verkürzen. Woher, um Himmels Willen, wusste er eigentlich noch, wie alt sie war? Manchmal verfluchte er sein Gedächtnis – ihr Vorname wollte ihm nämlich beim besten Willen nicht mehr einfallen.

Sie zitterte übrigens nicht, sie stotterte. Im ersten Augenblick war ihm das gar nicht so bewusst, bis sie sich selbst unterbrach und einen sortierend wirkenden Gesichtsausdruck auflegte, noch mal anfing und wieder über einzelne Buchstaben stolperte. Pollux‘ Augen wurden etwas schmaler, er beobachtete sie jetzt noch genauer, fixierte sie förmlich. Dann riss er sich abrupt von ihrem Gesicht los, nahm den Zigarettenstummel aus dem Mund und drückte ihn aus. Er brauchte keine neue Zigarette – er hatte seine Unterhaltung und Ablenkung gefunden. Sie stotterte. Das war wirklich interessant.
Ihr Kompliment quittierte Pollux mit einem neutralen Lächeln, das man eher auch als Mundwinkel-verziehen beschreiben könnte. Er war das gewohnt, diese Schmeicheleien, die nett gemeinten und holprig gesagten Worte waren für ihn beinahe Standard. Er bildete sich nichts (mehr) darauf ein, aber man konnte genau so wenig erwarten, dass er so etwas dann noch groß beachten musste oder sollte.

“Ich hatte Sie nicht für derartig altmodisch gehalten“, erwiderte er und hob die Brauen, während er sie eindringlich beobachtete – er war gespannt darauf, wie sich ihre Miene verändern würde. Erst spielte sie das rebellische Mädchen, das trotz des seiner Meinung nach noch sehr frischen Alters sich die Lunge zerstörte, egal, wie viel älter und lebenserfahrener der Mann, der ihr zum aufhören riet, war; auf der anderen schien sie eine junge Dame der High Society darstellen zu wollen, die sich in ihrer Adligenehre angekratzt fühlte. Er konnte nicht anders, als leicht in sich hinein zu schmunzeln. Ob sie eine Antwort gehabt hätte? Auf Pollux‘ provokante Frage, mit der er versucht hatte, das Mädchen aus dem Wachtraum schnell unter Druck zu setzen? “Ich weiß nicht, hätten Sie?“

Seiner Meinung nach hätte sie nicht antworten können, nicht einmal, wenn sie seine Frage schon gekannt hätte – zu viele Menschen waren da um sie herum gewesen. Hier draußen allerdings war es nur windig und kalt, aber die Gesellschaft befand sich fern in den großen, gut geheizten Räumlichkeiten. Ihr gefiel das übrigens, dieses Frage hin und her Geschiebe. Bisher hatten weder er, noch sie eine richtige Antwort bekommen – und er wäre bestimmt nicht der erste, der einknicken würde. . .
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Sa Dez 05, 2015 7:12 pm

Durch den Schleier des aufsteigenden Rauches erkannte sie seine kühlen Augen, welche seine Neugierde durch schmale Schlitze zeigten. Worauf genau sie sich richtete, das konnte sie nicht sagen. Dennoch war es nicht schwer sich zu erdenken, dass sich sein Gehör auf jedes Stocken ihrer Worte konzentrierte. Es war auch nicht zu überhören. Dieses Schlucken, wenn man einen Stein in den Redefluss warf und dieser, durch das Schlagen sachter Wellen auswich oder nach einem neuen Weg suchte, den er durch sein stetig bewegendes Wasser formen konnte. Wenn Ophelia nachdachte, dann passierte genau jenes. Man konnte sie förmlich denken hören. Jedes verlorene Wort zupfte an ihren Mundwinkeln, spiegelte sich in ihrer dunklen Iris wieder und erwähnte dort, dass es nicht vergessen war.
Nach all den Jahren konnte sie den Ärger nicht verstecken, der ihr an der Kehle drückte und jeden Gedanken verzögerte, der sie von dem Stottern befreite. Und noch machte er nicht den Anschein, dass es ihn belustigte.

Sie stand ihm nun ganz nah. Nicht so nah wie zuvor, als er sie in der Menschenmasse streifte und ihre Aufmerksamkeit mit der rauen Stimme auf sich gelenkt hatte, die so sehr nach einem Mann klang, der sich diese mit einem teuren Chardonnay rauchiger machte. Prickelnde Getränke wurden im Saal der lyrisch orientierten Gespräche viel umhergereicht, denn so mancher Autor trachtete nicht nur nach roten Wangen, sondern auch einer lockeren Zunge. Ihre Finger hatten das schlanke Glas nur zur Zierde gehalten und nun, als sie hier draußen stand, fiel ihr auch nicht einmal mehr ein, wo sie es abgestellt hatte.
Altmodisch. Er vermochte ihr Alter zu wissen und darunter womöglich auch ihr Auftreten, das sich meist steif auf den Bildern räkelte. Durch das Blitzlicht von Blässe gezeichnet, die aber oftmals auf den farblosen Kleidern unterging und aus der Dame eine unscheinbare Existenz neben ihrem Vater machte. Nun hatte sie nichts mehr in ihren Fingern, was sie sich wie einen verbotenen Kuss an die Lippen pressen konnte; nichts, das ihr während des Sekundenschlages ihrer Überlegungen den Atem raubte. Wen präsentierte sie seiner Meinung nach denn neben der äußerst altmodischen Präsenz von Alois von Bleustein, welcher noch mit seinen eigenen, nackten Fingern in dem Gedärm von Vögeln herumwühlte, wo er seine Metaphern und Bilder zu finden vermochte? Ein Mann, der noch mit Feder und Schreibmaschine das halbe Haus in dem strengen Geruch von Tinte tränkte, deren von Blei charakterisierte Note vielmehr an das Blut seiner Leichen erinnerte. War sie etwa modern? Ihre Schwester war modern. Sie gehörte zu diesen Barfußfeministen, die sich mit einem Butterbrot auf einen Baum setzten und dort übernachteten, damit dieser nicht zum Opfer hungriger Kreissägen wurde – natürlich wurde das aber sofort getwittert. Ihr Bruder war noch unentschlossen. Während er sich mit Freunden das ein oder andere Bier teilte und Ophelia schon so manches, fremdes Mädchen aus der Eingangstür hat schleichen sehen, befand sich Claudius doch manchmal lange in der Gegenwart seines Vaters und spannte für ihn die Flügel eines toten Schwanes auseinander, damit der Herr von Bleustein das bereits tote Tier in seinem letzten Tanz interpretieren konnte. Sie persönlich meinte sich in der altdeutschen Sprache wiedergefunden zu haben; versteckt in ihrem Zimmer, das sich noch in ihrem Elternhaus befand. Nach Außen musste sie wohl völlig anders wirken. Verstellt. Modern also.
Die durch ihre Nasenflügel inhalierte Luft schmeckte nicht mehr nach Teer und mit einem sachten Lächeln auf den bleichen Lippen, neigte sie ihren Kopf zu dem Horrorautor. Sie hätte gerne amüsiert die Luft wieder aus ihren Lungen gepresst, doch sparte sie diese lieber für die benötigte Kraft bereits gewählter Worte auf, die noch auf ihrer Zunge festgebunden waren. ‚‚Für Überraschungen b-bin…‘‘ Ein unauffälliger Atemzug dehnte das ‚N‘ ganz still. ‚‚…ich doch immer zu h-haben.‘‘ Sie war altmodisch. Für so manch einen Kenner war das kein Geheimnis; vor allem nicht für alte Herrschaften hinter dem Staub ihres Trödels, den sie oft an die Adelige vermarkten konnten. Pollux von der Marsch war also dabei Dinge über sie zu erfahren, die keinerlei geheim gehalten wurden.

‚‚Ja.‘‘, witzelte sie, ohne dies auf die Tonlage ihrer Stimme zu übertragen – eine erste, klare Antwort. Es war eine solch absurde Frage gewesen, die er ihr gestellt hatte. Niemand interessierte sich für die Dämonen des Geistes im Trancezustand. Niemand stellte sich so vor, außer…
H.P. Lovecraft traute sie eine gewisse tiefere Bedeutung hinter dieser Frage zu und sie war nicht bereit, ihm dies auszuschlagen, wenn es etwas an ihr gab, das sein Interesse geweckt hatte. Nicht, das sie dies provozierte und darauf ihre Eitelkeit aufbaute. Sie wollte nur wissen was. Sie hatte die Wörter des von der Marsch gelesen und konnte sich gut vorstellen, dass er seine Inspirationen suchte oder diese ihn zu finden wagten. ‚‚Ich f-frage mich nur, ob es an meinen Augenringen lag…oder…‘‘ Anders konnte sie nicht und Ophelia fingerte nach einer weiteren Zigarette. ‚‚W-wollen Sie sie hören? Meine Träume.‘‘ Ein Klicken, dann leuchtete eine kleine Flamme auf und der Gestank von Nikotin entwich dem glühenden Stängel.

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Sie tänzelten umeinander herum. Wörtlich, nicht buchstäblich. Ihm gefiel das – auf eine Frage folgte einen Gegenfrage; das machte es wesentlich interessanter für ihn, als er zugeben würde. Doch man merkte es dem gelassenen Mann an, dass er seltsam… erheitert schien. Er fühlte sich bei den kläglichen Versuchen dieses Mädchens, verbal auf seiner Ebene zu fungieren, sichtlich unterhaltener als von dem Programm, mit dem sie drinnen bespaßt worden waren. In seinem Trau war sie nicht greifbar für ihn gewesen, ein Nebelstreif zwischen hellstem Sonnenlicht – etwas Unsteuerbares in einer Situation, die er eigentlich kontrollieren können sollte. Dafür, dass sie stotterte – hatte sie in seinem Traum nicht, wenn er sich richtig entsann – fand sie sich doch vergleichsweise sprachgewandt ihm gegenüber zurecht – er hatte da schon mit schlimmeren Exemplaren zu tun gehabt (haben müssen). Dies machte sie definitiv plastischer, realer, und doch… er betrachtete die junge Dame, halb gleichgültig, halb abwartend. Nein, noch war sie ihm nicht zu langweilig geworden. Ein gutes Zeichen, immerhin standen sie schon länger als fünf Minuten nebeneinander. Für Pollux war das eine lange Zeit.

Überraschung? Nein. Seine Augen verengten sich leicht, er musterte ihr blasses Gesicht, die bebenden Lippen. Dass sie ihn interessierte überraschte ihn nicht – dieses Wort schien ohnehin nicht zu dem von der Marsch zu passen, der sich immer so selbstsicher, so kontrolliert gab. Es kam ihm vielmehr vor, als hätte sein Unterbewusstsein diese Begegnung schon erahnt. Oder geplant? Denn den Köder, den er nach ihr ausgeworfen hatte – um auch seine eigenen Fragen ein wenig mit Löschwasser zu überkippen? – war alles andere als unterbewusst ausgelegt gewesen.

Das Stottern störte, musste er zugeben. Es irritierte ihn. Und es schien nicht zu dem Mädchen zu passen, das in seinem Traum ganz anders… aber natürlich. Dort war es auch ein Traum gewesen. Die Kippe in seiner Hand brannte langsam herunter, unbemerkt, während Pollux sie anblickte. Lange und nachdenklich, den Blick zwar auf ihr Gesicht gerichtet, aber es nicht wirklich wahrnehmend. Er sah durch sie hindurch. Oder in sie hinein?

„Was Sie träumen, interessiert mich nicht.“ Die Antwort des Autoren kam klar und deutlich, ohne dass er lange Umschweife machen müsste. Er ließ ihr zwei Sekunden Zeit für eine Reaktion, die er später analysieren würde, während er ein gedankliches noch nicht hinzufügte. Pollux blinzelte, doch der starre Blick auf Ophelias Gesicht blieb. Ohne die Miene zu verziehen öffnete er erneut die Lippen. „Wie ist interessant. Stottern Sie dabei auch? Schon mal drauf geachtet?“

Warum glaubte er eigentlich, dass hierbei etwas für ihn herausspringen würde? Er hatte es versucht. Er hatte bei dieser dämlichen Show mitgemacht und jedes Mal, wenn die Kamerateams abgezogen waren, seine eigenen Tests an den Nachwuchsautoren durchgeführt. Alle mehr als enttäuschend, selbst der Junge, der den Wettbewerb am Ende gewonnen hatte. Und er hatte beschlossen, es aufzugeben. Oder… nicht? Zum ersten Mal seit sie ja gesagt hatte, entließ Pollux die Jüngere aus seinem Blick und wandte sich stattdessen dem Aschenbecher zu. Eine weitre Zigarette steckte er sich nicht an – stattdessen drehte er sich leicht vom Gebäude weg und richtete den Blick auf den schmutzig violett-braunen Himmel.
Pollux bezog so viel aus seinen Träumen – warum dann nicht einmal mehr an sie glauben? Sein Blick huschte aus den Augenwinkeln unbemerkt über die hagere Gestalt des Mädchens. Luzides Träumen war Veranlagung, aber alles andere…

„Und sagen Sie, …schreiben Sie eigentlich?“ . . .

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Seine Antwort war klar und deutlich und sie hatte keine andere Tonlage von seinen schmalen Lippen erwartet, die sich von der Zigarette lösten. Aus ihren presste sich ein amüsierter Ton, die Fingerspitze dabei zweimal auf den Glimmstängel tippend. Ihre eigene Meinung fühlte sich genauso wichtig an wie jene der Frauen, die den Begriff Emanzipation wie den heiligen Gral betrachtet hatten. Lief diese Unterhaltung nur, da sie beide einen Titel besaßen und zum höheren Stand dieser Gesellschaft gehörten, die sich in der Wärme der Festspiele die Wangen röteten? Er entschied mittlerweile – sie antworte. Eine Richtung war angegeben und sie saß gedanklich auf dem Beifahrersitz und griff ihm nichts ins Steuer. Wohin er wohl wollte?

Ihre Gesichtszüge versteckten sich unter dem kühl wirkendem Rauch und Ophelia legte den Kopf in den Nacken, bevor sich ihre Lippen wieder schlossen und sie nach dem rauen Klang seiner Worte die Stille bevorzugte. Wenn ein Mensch für gewöhnlich einen ernsten Ausdruck hegte, dann war jede Emotion zu erkennen, die nicht einmal die Etikette zurückhalten wusste. Von keinem erwartete sie, dass er sich kein Urteil über die Steine bildete, die ihre Worte zum Stolpern brachten. Es war unnatürlich, blockierte den sauberen Sprachfluss und lenkte die Konzentration mehr auf die eingeatmeten Lücken als die vereinzelten Ketten an Worten, die man an unvorhersehbaren Stellen auseinander brach. Ihr Stottern war ein unumgängliches Hindernis. Nicht nur für sie, auch für ihre Gesprächspartner. Es nervte, man fühlte sich unwohl, wollte etwas Nettes erwähnen oder verachtete es mit schlechtem Schauspiel.

Insgeheim störte seine Direktheit nicht; ganz im Gegenteil. Lenken ließ sie sich zwar nicht gerne, aber war sie immerhin noch sehr darin interessiert, was er sich aus ihren Antworten erhoffte. Da war ein Geheimnis, das sein Interesse aufrechterhielt und die Dame von Bleustein hegte zu seinen Gunsten eine viel zu große Neugierde, die unter dem Verwehen des Rauches in ihren Augen funkelte. ‚‚Meine Träume sind k-klar. Auch m…meine Sprache.‘‘ Jedes einzelne Wort gehorcht mir und legt sich auf meine Lippen, wenn ich es möchte. Jeder Schritt, den ich gehen möchte, wird mir gewährt. Ich sage Ihnen was – ich bin noch nie gefallen. Im Traum versteht sich. Für diese Ausführung hätte es eine Minute gebraucht. Wenn nicht sogar länger. Mit höchster Wahrscheinlich hätte sie ‘gewährt‘ und ‘gefallen‘ mit einem anderen Wort ersetzen müssen, während sich ‘versteht‘ so endlos gedehnt hätte, wodurch der Autor es nicht mehr verstehen würde. Und es ihm aufschreiben, ohja…aufschreiben. Schreiben. Wollte er tatsächlich so eine Unterhaltung mit ihr führen? Fragen, ob sie etwas von dem lyrischen Verstand ihres Vaters abbekommen hatte, den sich schon oft in der Nähe des Hageren gesehen hatte? Unerwartet hatte er die Richtung gewechselt. Der Abstand zwischen ihren Brauen verschmälerte sich und statt einen weiteren Zug zu inhalieren, ließ sie die Glut unbemerkt herabfallen. Es war ihr nicht unbekannt, dass er nach etwas suchte. Was genau, war seine Sache und auch, ob er es denn überhaupt gefunden hatte. Phelia hatte zu dieser Zeit mal in seine Sendung hineingeschaut und seinen strengen Blick über die Amateurwerke huschen sehen, bevor seine formale Kritik junge Herzen zerriss wie ein altes Blatt Papier. Dieser von der Marsch hatte seinen persönlichen Stil und keiner wollte ihm gerecht werden. ‚‚Für mich.‘‘, bejahte sie. Ihre Schwester las von einigen Werken, der Rest sah das Licht nie wieder und zerfiel in ihrem Sekretär zu Staub. Wollen Sie es lesen?, ging ihr die Frage mit ihrem eigenen süffisanten Unterton durch den Kopf. Natürlich wollte er das nicht. Eventuell wissen, ob sie während dem Schreiben und ihren Gedanken auch stotterte, ob sich da der Füller oft vom Papier absetzte und hässliche Flecken hinterließ oder sie sich mit der Tastatur vertippte…
Grinsend musterte sie ihn am Kragen seines Anzuges, verfolgte dann die dünne Muskulatur an seinem Hals, Kehlkopf…sie sah ihn für einen Moment mit dem dunkel geschulten Blick ihres Vaters an und fand sich dann an seinen Lippen wieder. ‚‚Sie unterh…-unterhalten sich w-wirklich gerne über Wörter.‘‘ War er besessen von ihnen? Der Sprache, der Stimme, den Lauten von verschiedenen Menschen, die so manch einen Gedankengang beschrieben? Kopfschüttelnd sah sie zur Seite, als man einige Personen das Gebäude verlassen sah. Man konnte ihr Schmunzeln hören und als sie sich wieder zu ihm wandte, hielt sie es ohne Scheu weiterhin parat. ‚‚Ophelia von Bleustein.‘‘ Vorstellungen funktionierten fließend und meist von Höflichkeit gezeichnet. Hier hielt sie ihm aber nicht die Hand hin, denn sie wollte seinen verachtenden Blick auf ihrer bleichen Haut zu meiden wissen. Und auch wenn sein Auftreten äußerst kühl und beherrscht funktionierte, sie war interessiert und nicht abgeneigt noch einige Zigaretten mit ihm zu rauchen.

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Eben – wohin wollte Pollux von der Marsch? Besonders mit dieser Unterredung: haarsträubend. Aber er ließ sich nicht beirren, auch ob seiner eigenen (tief inneren und definitiv nicht nach außen hin gezeigten, das wäre aber auch eine Schande) Unsicherheit nicht. Als kleiner Junge war er oft blind ins Dunkel gerannt, whatever you do, don’t be afraid oft he dark, warum also nicht heute ebenfalls? Wenn auch nur metaphorisch – aber davon lebte man doch als Autor, nicht wahr?
Sie sah nicht insultiert aus, nicht einmal ansatzweise. Er konnte nicht anders, als sie dafür ein wenig zu bewundern – oder ihr zumindest den Respekt zu zollen, den ihre kühle Fassade definitiv verdiente. Ihm wäre das natürlich auch nicht passiert – leichte Angegriffenheit nach außen zu tragen; den kleinen Knacks im Ego offen zur Schau stellen – doch eine hochgezogene Augenbraue hätte er sich ganz bestimmt nicht verbieten lassen. Diese von Bleustein jedoch reagierte völlig gelassen, beinahe schon ein bisschen zu kalt, ein bisschen zu professionell.
Sein Kopf sagte Puppe, doch das Gefühl rief nach Winter, und er hatte kalte Jahreszeiten schon immer lieber gemocht.

Nochmals huschte sein Blick über ihr Gesicht, hing dieses Mal an den dunklen Augen fest, betrachtete den Ausdruck darin, während die Wörter ihr aus dem Mund purzelten. Zusammen mit einer Antwort, die ihn beinahe mit einer Art grimmiger Freude erfüllte. Sie antwortete so sicher, dass er sich die Nachfrage immer? schlichtweg sparte. Da war kein Zögern, keine Überlegung, kein Moment, lassen Sie mich mal an letzte Nacht zurück denken. Klare Träume, klare Sprache – es war natürlich, dass das Unterbewusstsein Wünsche des Nachts kompensierte, aber ihre Formulierung klang nicht nach Zufall, klang nicht nach Abwechslung. Jemand, der in den Verhältnissen wie sie aufgewachsen war, wählte die eigenen Worte nicht missverständlich – sagte nichts auf eine Art, die von Eindeutigkeit erzählte, wenn Unsicherheit im Spiel war. Oh ja, Pollux kannte dieses Spiel – er wusste, wie es war, wenn jedes einzelne Wort auf die Goldwaage gelegt wurde. Da kontrollierte man nicht nur die gewählten Buchstaben selbst, sondern auch die Betonung, die Verknüpfung, die Melodie, die Lautstärke, einfach alles. Immer. Jederzeit.
Sie schrieb, für sich. Das war gut – besser als jemand, der von seinen eigenen Werken so vollständig überzeugt war, wie die Hälfte der Idioten, die ihm diese Castingagentur angeschleppt hatte. Er hatte sie eigens getestet, jeden von ihnen – es waren auch welche dabei gewesen, die für sich geschrieben hatten, ebenfalls Nieten. Musste also nichts heißen. Trotzdem atmete er kaum merklich aus, als er diese Antwort hörte; denn jede andere wäre schlimmer gewesen. Sogar „gar nicht“.

“Sie sind meine Berufung“, log er galant.

Er hatte es schon häufig gesagt, so oft, dass er aufgehört hatte, zu zählen. Sie drehte sich zu ihm, bemerkte er aus den Augenwinkeln, und wandte deshalb den Kopf herum. Während er ihr Gesicht musterte, das Lächeln in ihren Mundwinkeln mit einer Mischung aus kühler Distanz und Unverständnis empfing, fragte er sich, ob sie die Wahrheit verkraften würde. Dass es nicht die Wörter waren, die er als seinen wahren Sinn des Schaffens erwählt hatte – sondern das Träumen selbst.
Ihr Name selbst spiegelte die Poesie wider, die eher ihrem Vater, als Pollux lag. Tatsächlich hob er leicht die Brauen, als er ihn nannte – die Absurdität des alten Bleusteins war wirklich grenzenlos. Doch sicherlich hätte Ophelia es auch schlechter treffen können. Eine Wasserleiche. Grotesk und abscheulich waren auch die Geschichten, die sie für ihn schreiben sollte – wenn es weiter so lief, wie er plante. Warum also nicht?

"Hocherfreut“, erwiderte er, und es klang überhaupt nicht danach. Sein Blick huschte zum Nachthimmel, zum Gebäude und dann wieder zu ihr. Die Brauen des Älteren hoben sich langsam, skeptisch nachfragend. Etwas lag in seinem Blick – war es Herausforderung? “Haben Sie vor, diesem Mummenschanz noch länger beizuwohnen?“

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Sa Dez 05, 2015 7:13 pm


Wenn sie ehrlich zu sich war, dann hatten sie die kurz ausgetauschten Worte, der warme Rauch der Zigarette und die ablenkenden Gedanken – auf die er sie mit seiner dunklen Art brachte – von der eigentlichen Kälte abgelenkt, die langsam eintrat. Zwar hatte sie ihren Mantel über den Schultern, doch spürte sie den Wind an ihren Beinen. Die kleinen Böen, die über die dünne Strumpfhose wanderten und die Bleustein dazu brachten einen Schritt zur Seite zu geben, damit sich das Blut unter der blassen Haut wieder bewegte.

Da drinnen wartete gewiss nur ihre Schwester auf sie, die wohl bald mit dem kleinen König nach Hause musste. Auf ihren Vater zu warten war sowieso eine Unmöglichkeit, denn dieser war ein bekannter Freigeist, der sich gerne mit den Ideen anderer Autoren auseinandersetzte oder sich gar mit einem gesunden Maß an Eitelkeit die lächelnden Komplimente anhörte, die man ihm mit einem weiteren Glas Champagner reichte. Dieses Event war die Möglichkeit die Fische im Teich nach deren Wert zu sortieren und neue in die Gewässer der deutschen Autoren zu lassen. Man stellte sich einander vor; rempelte seine Sprösslinge in das kühle Licht, das einen doch zum Schwitzen brachte; erzählte von seinen Zeilen, die bald an die Öffentlichkeit traten und in neue Welten lockten. Öffentlichkeit war genau ihr Stichwort, denn vor allem bei solchen Veranstaltungen sah sie sich nur als unnütz‘ Zierde. Den Herrn Vater repräsentierten und mit einem eingeübten Lächeln müde nicken, wenn die oftmals gestellte Frage wieder ihren Weg über viel zu neugierige Lippen fand. ‚‚Sie schreiben gewiss auch…das sehe ich Ihnen an!‘‘
Alois war dieses Unterfangen nicht unangenehm, dass seine Kinder sich in diesem Punkt angeblich zurückhielten und doch war es meist er, der solche Gesprächspartner zu sich heranzog und ihnen gewünschte Einblicke gab. Zeit zum Aufatmen oder Verschwinden. Letzteres war die bevorzugte Variante Ophelias gewesen und nun fand sie sich hier, im Schatten neben einem Schatten.
Ein Wunder eigentlich, dass er sich hier noch mit ihr begnügte und keine Anstalten machte, zurück zu den Festspielen zu gehen, um weiter mit seiner Persönlichkeit Leute um sich herum locken, die viel zu interessiert an dieser Fassade waren. Da lag wohl genau der Punkt. Sie selbst hatte ihre Garderobe bei sich und war nur noch einen Anruf von ihrem Taxi entfernt, das sie zurück nach Hause brachte. Da waren sie sich eventuell gar nicht mal so unähnlich.

Hätte dieser Abend dann dort etwas bei ihr ausgelöst, verändert? Seine Fragerei ließ sie natürlich nicht ohne Hintergedanken zurück, vor allem was seine Absicht mit den Träumen anging. Wäre sie an ihre Kommode gegangen und hätte alte Werke neu geschrieben, neue Werke vollendet, ganz andere Gedanken auf jungfräuliches Papier getippt? Sie wusste es nicht und wenn sie sich so seine Worte anhörte, dann würde sie dies wohl auch nicht allzu früh herausfinden. Was wäre wenn?

Ihre Fingerspitzen drückten eine Haarspange zurück, die das lange Haar zusammenhielt und ihre dunklen Augen reflektierten das mottenanziehende Straßenlicht. Dass Worte seine Berufung waren zweifelte sie ihm nicht einen Moment an und würde sie sich für eitel genug halten, dann hätte sie dieses mit einem ‚Ich weiß‘ abgenickt. Stattdessen hob auch sie bei seiner rauen Freude die Brauen und musterte ihn von den ausdruckslosen Mundwinkeln bis zu seinen Schuhen. Mummenschanz hatte er es genannt. Gab er ihr damit gerade unterschwellig Einblick in seine Sichtweisen? Glänzende Vorstellungen, abgehalten von Menschen unter einer makellosen Maske? ‚‚Ich s-sollte meine Au-Aufführung darin aber w-w-wohl besser nicht ver…verpassen.‘‘, schnaufte sie in die kalte Luft, ihr sachtes Lächeln ließ ihn hoffentlich die Ironie darin erkennen. ‚‚Sie klingen so -‘‘ Zum Ausdruck knöpfte sie sich den Mantel komplett zu. ‚‚- a-als hättn‘ Sie einen besseren V..--vor-vorschlag.‘‘

Besser als darin zu ertrinken; immer und immer wieder.

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Das Problem war, dass nicht einmal Pollux selber wusste, worauf er eigentlich hinaus wollte. Es brachte auch nichts, gedankenverloren in die Weite zu starren und den eigenen Gedanken nachzuhängen, er war sich selbst genau so sehr ein Rätsel wie ihr und all den anderen um sie herum, einschließlich seiner Agentin und seinen Putzmädchen.
Er wollte nach Hause, so viel stand fest. Er wollte sich mit Medikamenten zu kippen und in einen tiefen Schlaf sinken, weil das Leben in diesen Gassen Berlins so viel erträglicher war, wenn er es zu seinen Wünschen formen und verändern konnte. Er wollte Ideen; neue Ideen, die er in den Irrungen und Wirrungen seines Hirns nicht finden würde, wenn er wach war. Dinge, auf die er nur im Schlaf kam, die ihm sein Unterbewusstsein dort zuflüsterte. Hatte auch Ophelia von Bleustein so ein Unterbewusstsein? Er betrachtete sie nach wie vor mit kalter, abweisender Miene – er wirkte nicht gerade interessiert, eher lauernd – als würde er auf etwas warten, das ihm einen Hinweis gab. Den einzigen, den er bisher hatte finden können, war ebenfalls aus ihm selbst gekommen – der Traum, ihr Gesicht, kein Name. Sein Kopf merkte sich die unterschiedlichsten Dinge; ihr Alter und den Namen ihres Vaters, aber Ophelia hatte die Festplatte nicht gespeichert. Er fragte sich, woran das lag.

“Sollte ich auch nicht“, erwiderte er schlicht und zuckte die Schultern. Er war einer der geladenen Gäste – bei ihm hatte sich der Verlag nicht darum bemühen müssen, dass er einen Sitzplatz bekam, er war gebeten worden, zu kommen. Seine Agentin schwirrte hier auch irgendwo rum, sie stellte mehr oder weniger seine Begleitung dar, während Alois von Bleustein also seine stotternde Tochter mitgeschleppt hatte. Der Mann hatte ja schon immer einen Sinn für makaberen Humor besessen. “Und trotzdem werde ich mich wohl so langsam aus dem Staub machen.“

Da fragte sie noch? Ernsthaft, ob er etwas Besseres im Sinn hatte? Er konnte sich eine ganze Menge. Fräulein Bleickard würde ihn lynchen, wenn sie ihn morgen in der Villa fand, schlaftrunken und ohne Ahnung, wer nun einen der Preise gewonnen hatte – aber Pollux scherte das nicht. Er war weder nominiert noch motiviert genug, um hier zu bleiben – und von der kleinen Tippse seines Verlages ließ er sich wohl kaum in die Schranken weisen.
Um seinen Worten Deutlichkeit zu verleihen riss er endlich den Blick von Ophelia ab, runzelte leicht die Stirn und machte zwei lange Schritt um den Aschenbecher herum zur Seitentür des Gebäudes. Ihm war danach, sie einfach wortlos stehen zu lassen, doch die Ahnung, die ihn auch schon das erste Mal auf ihre Fährte geführt hatte, hielt ihn davon ab. Sattdessen wandte er sich vor der Glastür nochmals zu ihr herum und betrachtete sie abwartend – und nach wie vor mit diesem Hauch von Herausforderung im Gesicht. Ob sie die Klinge in die Hand nahm oder doch nur darum herumtänzelte, sich wand, wie ein geschupptes Reptil?

“Kann mein Taxi Sie unterwegs irgendwo absetzen?“ Ein Angebot. Und eine Offenbarung – darüber, dass sie beide wussten, wie sehr es auch die Kleine von Bleustein von diesem Ort fern zog. . .

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Er war also bereit sich schon zum Gehen zu wenden?
Es müsste sie eigentlich nicht verwundern, denn das war provokativ, provokativ gut. Womöglich räumte es sich der Autor somit ein, dass man ein neues Gespräch über ihn fand, man sich über ihn aufregte oder es doch irgendwie toll fand, wie rar er es doch um seine Person machte. Und die Adelige zog er in diesen Gedanken hinein. Sozusagen bot er ihr das sogar an, reichte ihr eine Hand und war bereit, sie bei diesen Schritten zu begleiten, die sie von der Gesellschaft nahmen.
Sie musste sich eingestehen, dass sie sich dadurch wie in jungen Jahren fühlte, wo man ganz heimlich von der Seite seiner Eltern wich. Heute war es egal und bei ihr würde es zu keinem Aufschrei führen, wenn die Tochter auf einmal fehlte. Im Gegenteil – vielleicht wurde es auch mal Zeit? Sie ging auf die Dreißig zu, lebte noch im Elternhaus und konnte sich weder von der Universität noch der Stadtbücherei losreißen, die ihren Alltag bescherten. Wieso also nicht auf das Angebot eingehen und genau das tun, was sie wollte – den Heimweg antreten? Ein guter Augenblick nun über sich selbst zu lachen.

Ophelia fröstelte ein bisschen, doch ließ sie sich die Kälte nur durch ihre steife Haltung anmerken. Man musste ihr jedoch etwas anderes ansehen und das war der Fakt, dass lieber einen Schritt nach vorne anstatt nach hinten ging. Ihre Schwester würde sie es später wissen lassen und womöglich würde sie diese mit ihrem Bruder eine halbe Stunde später schon wieder im Hause Bleustein sehen.
Sie machte sich schon wieder zu viele Gedanken darüber, was andere über diese Handlung denken mochten, wie sie reagierten, wie es sich auf sie auswirken würde.

Pollux hingegen ging einfach? Wandte sich von ihr ab und drehte sich nur leicht in ihre Richtung, um diese Frage doch noch nachzuholen. ‚‚…Grunewald?‘‘, fragte sie viel zu vorsichtig nach und sah dann zu der locker sitzenden Schnalle ihres Mantels, die sie um den viel zu schlanken Körper fester zog. Bevor sie die letzten Stufen des Einganges hinunter ging und von den wärmenden Licht in das kühle, bläuliche Laternenflackern trat, welches so manch einen Drogensüchtigen von seinen Nadeln abhielt, wagte sie noch einen Blick auf ihr Handy. ‘Kommst du nochmal rein?! LG‘ Gerti würde später ein Antwort darauf erhalten. Dann, wenn sie auch wirklich daheim war und die hohen Schuhe gegen Socken austauschen konnte. Dann, wenn es nicht unhöflich war noch länger auf das Smartphone zu schauen.

Auf der anderen Seite der Straße standen bereits einige Autos und noch wartete Ophelia darauf, dass man ablehnte und es sich herausstellte, dass Grunewald nicht auf seinem Weg war. Berlin war groß, ziemlich groß. Da konnte man seine Villa in jeder Ecke dieser Stadt bauen. Zudem legte sie nun nicht allzu viel Wert auf seine Höflichkeit, doch war es interessant, wenn man von dem Menschen eine Gesellschaftseinladung bekam, von dem man es nicht erwartete. Also auch keine Enttäuschungen, nichts. Ach was sollte es. ‚‚Griegsstr-strasse.‘‘ Bei der Botschaft, wäre ihr das Wort nur wieder nicht zu lange. Sie holte den von der Marsch ein, nutzte sein Stehenbleiben und schritt dann über die Straße voraus, wo sie mit ihrer Hand bereits einem Taxi signalisierte, dass sie hiermit reservierte. Die Hand griff nach der Tür, ihre Finger zitterten dabei nicht so wie ihre Stimme. ‚‚Ich b-b-bin eine schweig-schweigsame Begleitung, wenn Sie mö-möchten.‘‘
Also, keine Enttäuschungen.

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Sie würden keinen Zeitungsartikel darüber veröffentlichen – nicht nur über ihn. Möglicherweise würde es dem ein oder anderen noch nicht vollständig verblendetem Reporter auffallen, vielleicht würde es in einem Nebensatz über die Verleihung fallen gelassen werden: dass er seinen Pflichtteil absolviert und sich dann einfach davongeschlichen hatte. Obwohl Pollux diese Wortwahl nicht besonders begrüßen würde: er schlich nicht, er ging einfach. Groß aufgerichtet, mit wehendem Mantel und starrem Gesichtsausdruck. Niemand wäre derartig unhöflich zu denken, dass er tatsächlich ging, wahrscheinlich gingen sie alle davon aus, dass er jemandem entgegen kam oder einmal kurz vom Gelände musste. Und genau das war es auch, was Pollux in die Hände spielte: seine eigene verfluchte Dreistigkeit, die ihm morgen das Gejammer seiner Agentin auf den Hals hetzen würde. Ja, einen Aufschrei würde es wegen dieser Provokation und der fuck you attitude geben, aber sicherlich nicht in der Presse – nur im Verlag, und darauf pfiff Pollux sichtlich.
Er nickte kaum merklich, als die kleine Bleustein sich nach der Richtung des Taxis erkundigte – ob sie es mitbekam oder nicht war ihm egal. In dem Moment, in dem sie überhaupt nur darüber nachgedacht hatte, ob sein Angebot für sie im Bereich des Annehmbaren lag, hatte sie sich bereits entschieden. Während er stumm weiter ging, ohne sie anzusehen – oh, er wusste, dass sie ihn gerade von hinten einholte – arbeitete sein Hirn bereits an einem Plan, sie auf der Fahrt ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Wenn sie schon eine Weile Zeit miteinander verbringen würden konnte er diese gleich nutzen – da ging es rein um das Prinzip und das Ausnutzen von Möglichkeiten, nicht etwa um Hoffnung. So etwas Schändliches hatte er sich spätestens nach dieser bescheuerten TV-Serie abgewöhnt.

Als sie das Taxi rief, blieb er unbeweglich stehen; wie eine kalte Säule aus bleichem Stein dem Wind trotzend, doch als der Wagen vor ihnen hielt schon er sich an Ophelia vorbei und öffnete ihr die Tür. Irgendwo in diesem verkorksten Kerl steckte schließlich noch ein Gentleman, und sie trug das von auch nicht einfach so in ihrem Namen. Er setzte sich ebenfalls nach hinten, wiederholte den Straßennamen – etwa dreizehn Minuten Fahrt, wenn er richtig lag – und starrte dann stumm aus dem Fenster. Auf ihr Angebot hatte er bisher mit nichts als Schweigen reagiert, bis das Auto losgefahren und die Halle schon außer Sicht gekommen war.

“Im Gegenteil“, durchschnitt seine Stimme völlig ruhig und gelassen die Stille, und er drehte langsam sein Gesicht so, dass sie es zumindest halb erkennen konnte. “Haben Sie Interesse an einem kleinen Spiel?“

Er sah nicht aus, als würde er gleich ein Spiel mit ihr spielen wollen – eher, als müsste er gleich jemanden umbringen. Seine Erwartungen zu Beispiel. Oder seine Zukunftspläne – konnte sich beides getrost neben die berühmte Hoffnung legen, die er schon lange im kalten Sand verscharrt hatte. Sein Blick wanderte abwartend über das Gesicht des Mädchens, er fand sie prinzipiell zu jung; aber auf der anderen Seite war sie schon fast zu alt um anzufangen. Ohne auf eine Reaktion zu warten lehnte er sich ein Stück in den Sitz zurück und fuhr fort.

“Ich sage Ihnen ein Wort, Sie antworten sofort mit dem Ersten, das Ihnen dazu einfällt.“ Erneut funkelten die Augen sie herausfordernd an. “Und ich merke, wenn es doch das Zweite oder Dritte ist.“ . . .
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Sa Dez 05, 2015 7:14 pm

Als man sich auf ihre Seite begab und ihr die Tür aufhielt, war es eine unmissverständliche Antwort gewesen. Sie probierte es gar nicht erst mit einem Danke, sondern nickte angenehm beeindruckt und ließ sich auf dem lederüberzogenen Sitz nieder. Trinkgeld für die bereits laufende Heizung sollte es später geben und als sie tiefer rutschte, stieß sie bereits mit den langen Beinen auf dem Rücken des Fahrersitzes an.
Wenn man in die Dunkelheit durch Scheiben sah, dann wirkte jedes Licht verschwommen und dennoch einen Hauch greller. Es fehlte nur noch der Regen, doch der sich höher ziehende Beschlag gab dem Ganzen auch seine gerechte Stimmung.
Ophelia war gerade dabei sich anzuschnallen, als die Tür neben ihr aufging und das Licht im Auto erneut kurz aufleuchte. Bequem genug hatte sie es sich ja gemacht und als der erste Gang sich über die Stille legte, richtete sie ihre Augen erneut aus dem Fenster. Jeder sah in die jeweils andere Richtung; jeder nahm wohl jeweils andere Dinge wahr, die sich in der vorbeiziehenden Dunkelheit versteckten.

Um der Gesundheit Willen knöpfte sie sich den Mantel auf und streifte ihn sich von den Armen ab, damit die Kälte später kein noch unangenehmeres Gefühl über sie hereinbringen konnte. Durchgefroren war sie mittlerweile ja, doch das sanfte Gebläse stahl ihr die Gänsehaut von den Armen.
Die Bleustein hätte eigentlich damit gerechnet, dass sie ich mehr außer Luft und eventuell einigen interessierten Blicken nicht weitaus mehr teilen würden. Doch der Adelige durchschnitt die Stille mit einer Stimme so scharf wie ein Messer. ‚‚Ach?‘‘, hob sie leicht ihre Brauen und neigte den Kopf dorthin, wo sich große Schatten über seine Gesichtszüge bewegten. Man sah sich an und das führte bei ihr dazu, dass sie mit einem leichten Schnauben den Kopf zurücklehnte. Meinte er das wirklich ernst? Ihr Zögern war anders, als das seiner gewöhnlichen Gesprächspartner und wie wollte er es in dieser Nacht von ihren Augen ablesen, ob es sich nun um einen davonwehenden Gedanken oder die Aussprache eines Wortes handelte, der sie verstummen ließ? War es nicht das Zögern, was er meinte von ihr lesen zu können?

Eigentlich wollte sie schon Seufzen und sich mit einem Lächeln auf den Lippen wieder zur Seite drehen, doch sie ließ ihn seinen Spaß. Sie gab ihm seine Welt so, wie er sie im Augenblick haben wollte. Frühzeitig manipuliert?
Es sich gegenseitig aufschreiben war hier wohl auch weder Sinn noch Zweck. Und den Grund des Ganzen zu hinterfragen; zwecklos. Statt Antworten zu geben, stellte er lieber selbst Fragen. ‚‚W-Wenn es Sie besänftigt.‘‘, gab sie ihr Einverständnis, doch ihr Blick huschte über die Schulter ihres Fahrers, der mittlerweile aufgehört hatte den Chorus eines türkischen Liedes leise mitzusummen. ‚‚Ahh…‘‘ Pause.
Noch einmal. ‚‚…A-ber hier?‘‘ Es war kein Zeichen von ihrer Nervosität, indem sie sich über die Beine strich, doch wusste sie nicht so ganz, was er damit bezwecken wollte und wie er es anging. Von einem Autor, den man die Füße küsste erwarte sie nicht, dass er mit Baum begann und mit Krone endete.

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Pollux hatte keine Meinung zum Taxifahren. Es war eine Notwendigkeit; eine leidliche Notwendigkeit. Er hatte einen amerikanischen Führerschein, der ihm in Deutschland in einem Auto genau so viel bringen würde, wie in einer U-Bahn. Außerdem fuhr er nur Automatik-betriebene PKWs, besaß aber keines. Manchmal nahm er eines dieser öffentlichen Verkehrsmittel, einfach um ein wenig unter die Leute zu kommen – er hatte mal gehört, dass andere Autoren das für ihre Inspiration benutzen und es selbst ausprobiert. Aber Pollux war nicht wie die anderen Schreiber; er nahm auch seine Inspiration von ganz wo anders her, und das U-Bahn-Fahren hatte ihn gleichermaßen gelangweilt und angewidert.
Jetzt war er nur einfach froh, dass sie im Trockenen saßen. Sie sah auch irgendwie erleichtert aus – hatte das junge Fräulein wohlmöglich damit gerechnet, dass sie noch einmal jemand im letzten Moment aus dem Taxi zerren würde? Er bemerkte auch den perplexen Ausdruck; ein Anflug von Überraschung, den sie dem Älteren unmöglich vorenthalten konnte. Sie bemühte sich um eine Fassade, doch er konnte selbst durch den dicksten Putz blicken.

Ihm kam der Gedanke, dass sie ihn nicht ganz ernst nahm – und wie immer, wenn dies Menschen taten, würden sie sich irgendwann in einem Rückblick über sich selber wundern. Und darüber, wie naiv sie waren. Ophelia war nicht von Grund aus naiv, nein, und vermutlich auch zu intelligent, um in dieses Schema zu fallen. Doch all die Anpassung hatte auch ihren Nachteil gemacht, das Mädchen knickte ihm zu schnell weg. Er hatte sie nicht dazu bringen müssen, und selbst jetzt, wo sie zu einem Ausflucht ansetzte, kam dieser nicht wirklich aus einer Verneinung heraus. Er verkniff sich ein Seufzen; dem unwahrscheinlichen Fall eines Erfolgs zufolge würde er trotz allem noch viel Arbeit mit dieser jungen Dame haben.
Er folgte ihrem raschen, unauffälligen Blick und verzog die Lippen um ein weiteres Mal zu einem dünnen, spöttischen Lächeln. War es der Umstand im Allgemeinen, der sie sich unwohl fühlen ließ? War es die Furcht, in der Wahrheit unangenehme und unangebrachte Dinge auszusprechen, die der Taxifahrer nicht hören sollte – oder lag das alles an ihrem Stottern?

“Warum nicht“, erwiderte er gelassen und hob leicht die Brauen, ehe er die Schultern zuckte. “Aber gut, wenn Sie möchten. Ich lade Sie auch gerne zu mir ein – und lasse Sie anschließend selbstverständlich trocken nach Hause bringen.“ . . .

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Das Heben seiner Brauen, das Zucken seiner Schultern; es wirkte menschlich und überschattete sogar das spöttische Lächeln, womit er ihr eigentlich alles andere als entgegen kam. Die Hände faltete sie über ihrem Schoß und als sie das nächste Mal ihren Blick über seine Schläfen zu seinen Augen hinaufwanderte, hob sie das Kinn ein wenig höher.
Sie wusste Einladungen mit allen vornehmen Seiten ihrer Höflichkeit anzunehmen, doch diese war anders. Dieses Mal hatte es einen Grund, den ihr sonst noch keiner gegeben hatte und dabei ertappte sie sogar, dass jener von ihren Gedanken kam, welche sie mit zaghaften Worten gesprochen hatte. Sie musste ihre eigene Einladung annehmen, die nichts mit Schallplatten und teurem Wein zu tun hatte. Sigmund Freud hatte anderes vor und Ophelia fühlte sich nicht unantastbar. Wer wusste schon, was er zu finden versuchte, wollte…
Selbst wenn der Fahrer nichts verstand, Mimik konnte jeder lesen und etwas in ihr legte sich darauf fest, dass ihre Gespräche privat waren. Bei Psychoanalysen ließ man sich nicht ablenken und sie brauchte keine aufflackernden Lichter, die im Sekundentakt durch die Scheiben über ihre Haut wanderten - blendeten. Sie wollte Ruhe, bestand auf einen Raum ohne äußerlichen Einfluss und nur einer Resonanz, die von ihnen kam. Es war machbar. Definitiv.

Zu lange hatte sie ihn wohl angesehen, bevor sie mit einem stummen Nicken bestätigte. Ophelia sah nicht weg, aber ihre Augen legten sich auf seine Lippen und hielten fest, wie er sie ohne Zögern bewegt hatte. Seine Worte waren angenehm ruhig, fließend und womöglich würde sie all seine Literatur mit seiner Stimme im Kopf lesen. Hatte er bereits angefangen? Hatte er bereits angefangen sie zu lesen, als er sie auf den Festspielen angesprochen hatte? Interessiert an dem zweiten Kapitel? Oh dieses Buch war mit vielen Seiten gebunden und selbst die Bleustein wusste nicht, welche davon noch in jungfräulicher Unberührtheit strahlten. ‚‚Mhh.‘‘, summte sie in zwei verschiedenen Tonhöhen und sah zu den hohen Wächtern der Allee, die ihre Kronen voller Stolz ausbreiteten. ‚‚Ich…ich fürchte, d-d-dass ich darauf…sogar bestehen mh…muss.‘‘ Die Adelige lächelte nicht mehr, aber innerlich begann sie sich von der ganzen Situation amüsieren zu lassen. Der Marsch höchstpersönlich, Gerti würde ausflippen. Ihr Vater womöglich auch...

Die in der Brust klopfende Euphorie hielt solange an, bis der Wagen in der Dunkelheit anhielt und sie die dunklen Augen des Taxifahrers im Rückspiegel trafen. Jetzt war es Aufregung - wieso? Weil die Blöße ihrer Gedanken unangenehmer werden konnte als jene von Haut...?
Sie würde aussteigen, bis Pollux von der Marsch gezahlt hatte und genau dies tat sie auch. Natürlich nicht ohne sich vorher stumm zu bedanken, was mit einem leichten Senken ihres Kopfes getan wurde.


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Er konnte nicht sagen, ob sie genau das forciert hatte oder ob sie sich jetzt in einem Zugzwang sah, dessen endgültiger Ausgang ihr nicht gefallen würde. Er war kein Menschenleser. Er verstand ihre Gedankengänge nur solange sie von emotionalen Überreaktionen oder ehemaligen Traumata unabhängig waren, weil sie dann ungetrübt nachvollziehbar beziehungsweise berechenbar waren. Hier gab es zwei Ausgänge und er kannte das Mädchen nur soweit es ihm die Wissenschaft ermöglichte – er war mehr oder weniger im Unklaren über ihre Empfindung, als sie nach einer ganzen Weile nickte. Sie hatte sich viel Zeit gelassen, aber das war in Ordnung – möglicherweise war es ihre Erziehung, die Höflichkeit oder der eigene Stolz, der sie jetzt keinen Rückzieher machen lassen wollte.
Pollux verschwendete keinen Gedanken daran, dass das Mädchen sich vielleicht fürchten konnte, zu ihm zu fahren – dass es Gefahren gab, die in seiner alten Villa lauerten. Sie war Mitte zwanzig und er beinahe vierzig, beide erwachsen. Man geht nicht mit fremden Männern mit - aber irgendjemand hatte sie zu ihm ins Taxi steigen sehen. Und er war eben nicht einer von vielen, es gab nur einen Pollux von der Marsch. Davon einmal abgesehen gab es tatsächlich Grund genug, sich vor ihm und seiner Einladung in Acht zu nehmen: es waren nicht die falschen Süßigkeiten, mit denen er lockte. Die Bedrohung, die von ihm und seinem Haus ausging, war ein um einiges größeres Verderben. Was er ihr zeigen konnte würde sie wesentlich schlimmer zurichten können – sollte sie sich als geschickt genug erweisen.
Doch auch daran dachte Pollux nicht. Eigentlich war es ihm egal was sie oder die restlichen Menschen dachten – für ihn war die logischste Folgerung aus nicht hier eben woanders und in dem Fall bei dir zuhause - ohne jeden anderen Hintergedanken, weder an Gefahr, noch an irgendwas anderes.

Er wandte den Blick von ihr ab und sagte die restliche Fahrt über kein Wort. Sein Interesse an der Situation, die er eben noch mit dem einen oder anderen Lächeln untermalt hatte schien völlig erkaltet und er umhüllte sich in einen Mantel des abgeschiedenen Schweigens. Als sie die Villa erreichten bezahlte er den Fahrer und wartete, bis sie den Wagen verlassen hatte. Als er hinter ihnen davon fuhr stand er immer noch am Straßenrand; vor ihm die rauschenden Bäume, knorrige alte Dinger, welche die Sicht auf das alte Haus verbargen. Er zündete sich eine Zigarette an und bot der Dame ebenfalls eine an, ehe er weiten Schrittes auf das schmiedeeiserne Tor, mannshoch, zutrat und recht altmodisch einen Schlüssel in das Schloss steckte, um es zu öffnen. Der gepflasterte Weg führte sie zwischen den Bäumen hindurch bis zur Treppe, er war unbeleuchtet und man erkannte die Steine nur anhand des Strukturunterschieds zu dem ungemähten Rasen.

“Die Mädchen werden nicht mehr da sein“, stellte er sachlich fest und ließ offen, ob er dies an Ophelia gewandt sagte oder nur für sich. Die Villa Serdenfrey war ein hohes Backsteingebäude mit dunklen Fenstern und dunklen Giebeln. Am Fuße der Treppe zur Tür hinauf hockten zwei hässliche Wasserspeier aus grobem Stein, ansonsten war sie völlig schmucklos. Er wurde besser ausführlicher. “Es ist drinnen möglicherweise etwas kalt.“

. . .

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Sie fühlte die Kälte seiner Finger, als sie nach der angebotenen Zigarette griff, die durch die Wärme von roter Glut ein Augenmerk in der Dunkelheit darbot. Der Rauch in ihren Lungen war warm und schmeckte schon lange nicht mehr so bitter wie die ersten Glimmstängel des heutigen Tages. Ihre Lippen trugen den Geschmack bereits; wurden von Rauch und Kälte trocken.

Was die Schatten soeben noch verborgen hatten, gaben sie preis, als sich der Herr des Hauses seiner Villa näherte und Ophelia das hoheitliche Gebäude in Betracht nahm. Es kam ihr so bekannt vor. Sie erinnerte sich an Worte, die diese Gemäuer einst beschrieben und sie lebendiger gemacht hatten als sie es in Wirklichkeit waren. Die Wasserspeier trugen den Tod in den Augen, der sich bereits seine Krallen an deren zerbrechlichen Steinkörpern gewetzt hatte. Er symbolisierte die Zeit und jene hatte ihre Spuren an diesem Haus verewigt.
Die von Bleustein hielt hinter dem Älteren inne und zog statt dem Qualm der Zigarette, die kalte Luft dieser Atmosphäre ein. Sie hätte sich fürchten sollen, doch das tat sie nicht. Dafür war es bereits zu spät, denn die Chance hatte sie bei ihrer ersten Begegnung in der Einsamkeit verpasst. Ophelias Befinden war mehr von Bewunderung erfüllt, die jene ausstrahlende Kälte nicht an sie heran ließ. Sie war beeindruckt und die Feder ihrer inneren Autorin schrieb gedanklich Umschreibungen für diesen Anblick nieder. Ein wundervoller Ort, dessen Inspiration den Geist eines Schriftstellers leiten ließ.
Gerne wäre sie noch länger hier draußen geblieben und hätte die Fassade mit ihren Augen abgetastet, doch der von der Marsch öffnete bereits die Tür und es begrüßte sie ein Geruch, den sie bereits im Taxi vernommen hatte. Jener, der sich in dem Stoff seines Mantels verwoben hatte. Ihre Zigarette erlosch... ‚‚D-das mhh---macht mir keine Um – stände.‘‘, klang es kühl, auch wenn man darin eher Unsicherheit vermutet hätte. Doch in ihrer Sprache lag ein Defekt, keine Zurückhaltung.

Er bewahrte Recht mit der angekündigten Kälte, weshalb sie sich erst gar nicht die Mühe machte ihren Mantel abzulegen. Der Klang ihrer Schritte war hohl und verriet einen großen Resonanzraum, den die Villa hergab. Ein dunkler, einsamer Ort und er machte den Anschein, dass er alleine von ihm bewohnt wurde. Selbst, wenn sie sich da noch täuschen sollte.
Ihre Augen orientierten sich an seinen blassen Zügen, die in der Dunkelheit mehr zum Vorschein kamen. Schatten zogen sich über sein Gesicht und hoben Makel hervor, die ihn interessant zu betrachten machten. Pollux von der Marsch hatte dieses Etwas an sich, das vielen die Frage stellte, was genau es war. Ihre Augen gewöhnten sich an das fehlende Licht und so taten es wohl auch seine, weswegen sie ihren tastenden Blick senkte und ihn dann in die Leere nach vorne richtete. ‚‚Eindrucksvoll.‘‘, hauchte sie die Kälte von ihren Lippen. Ob sie nun Angst bekam? ‚‚E-es lässt einen…so v-v-vieles sp-spüren.‘‘ Und damit meinte sie nicht nur die Fasern von altem Holz, die unter der Berührung ihrer Fingerspitzen zu ihrem Geist wisperten. Sie verstand; es war seine Welt. Seine allein.
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Sa Dez 05, 2015 7:14 pm

Auch er hatte am ersten Tage seiner Ankunft lange vor diesem Haus gestanden. Als er die alte Villa gekauft hatte, wurde ihm angeraten, sie restaurieren zu lassen – das Gemäuer war als und schlecht gedämmt, das Dach nicht mehr das stabilste und würde vielleicht nur noch zwanzig, dreißig Jahre halten. Der Keller müsste ausgebaut werden und einige Räume mit zusätzlichen Stützen versehen werden, wenn das Gebäude noch mal genau so alt werden wollte, wie es schon war. Pollux hatte wirklich vorgehabt, diese Änderungen vorzunehmen, allein schon wegen des unangenehmen Windzugs, der sich immer quer durch alle Räume schlich, und der Feuchtigkeit in dem ein oder anderen Zimmer.
Und dann hatte er vor diesem Haus gestanden und es betrachtet, genau wie Ophelia jetzt; auch wenn es bei ihm selbstverständlich heller gewesen war. Dann hatte er beschlossen, gar nichts zu machen und überhaupt nichts ändern zu lassen. Bis heute hatte er diese Entscheidung noch nicht bereut.
Der letzte Zug, dann warf er den Zigarettenstummel achtlos auf die Steintreppe – er wusste, eines der Mädchen würde ihn morgen früh aufsammeln und sich darüber pikieren. Vielleicht würde die Ältere es ihm sogar sagen und darum bitten, es in Zukunft nicht mehr darauf ankommen zu lassen – und er würde nicken und es doch wieder tun.

Die Eingangshalle war kalt, trocken und dunkel. Es roch vor allem nach alten Gemäuern; nicht moderig, eher steinern. Die Atmosphäre, die ihnen entgegenschlug, fing den Autoren immer wieder aufs Neue. Er blieb stehen, schweigend, und registrierte, dass sie es ihm gleich tat. So standen sie da und starrten in die Leere, während die Worte ihr stotternd über die Lippen kamen. Er verspürte keinen Stolz, denn dies war nicht sein Werk – dieses Haus hatte von ganz allein beschlossen, etwas Besonderes zu sein; und daran trug er keine Schuld. Höchstens, weil er nichts verändert hatte. Dennoch erfüllte ihn eine seltsame Zufriedenheit, als sie leise aussprach, was er dachte – vielleicht, weil diese Ophelia ihm immer besser gefiel, und es ihm imponierte, dass sie seiner Meinung war. Langsam drehte er den Kopf herum und sah zu ihrem Profil hinab, musterte sie schweigend, nur von hinten durch die offene Tür vom äußeren Licht beleuchtet. Dann wandte er sich langsam um, schloss die Türen und schaltete das Licht ein.
Entland der Wände flackerten Glühlampen hinter milchigem Glas auf; dunkelgelb und weich. Sie schafften es trotz aller Wärme nicht, die nackte Steinhalle in einen netteren Platz zu verwandeln. Gegenüber von ihnen stand ein alter Schrank aus dunklem, stark gemasertem Holz, daneben ein Mantelständer mit Hutablage, daneben ein schmaler Korb mit einem zusammengefalteten Regenschirm. Alles drei sah aus, als wäre es seit Jahrzehnten nicht benutzt worden.

„Ich empfehle Ihnen, die Jacke anzulassen, bis wir in meinem Arbeitszimmer sind“, erklärte Pollux, ohne einen zweiten Blick an das Sammelsurium gegenüber zu verlieren und wandte sich nach links – wo die Halle etwas schmaler wurde und ohne weitere Tür zu einem Flur wurde. Der einzige Unterschied war der Fußboden, nicht mehr aus Stein, sondern aus knarzendem Holz. Sie gingen an drei verschlossenen Türen vorbei, ehe Pollux die letzte auf der linken Seite öffnete und Ophelia in einen breiten, holzgetäfelten Raum führte. In der Ecke qualmte ein Kamin, davor ein Sessel und zwei Stühle. Über den Sessel gelegt war ein Handtuch; warum erklärte sich zunächst nicht. Die beiden Stühle waren voll gemüllt mit Zeitungen, Papierfetzen, Kopien von Bildern, Noten, Ausrissen aus Magazinen, Klemmen und Karton. Nach rechts erstreckte sich der Raum in unerkennbarer Größe ins Dunkel, während links bereits eine Stehlampe und die Schreibtischlampe des sich dort nahe am Fenster befindenden Sekretärs für etwas Helligkeit sorgten. Im Gegensatz zum restlichen Raum, der etwas durcheinander wirkte, stach der Schreibtisch als geradezu penibel aufgeräumt vor. Pollux schälte sich aus seinem Mantel; der Raum hatte die Restwärme so gut es ging gespeichert und es war erträglich. Er hängte sich das nasse Kleidungsstück über den Arm und wartete darauf, dass Ophelia Anstalten machte, den ihren ebenfalls abzulegen, um ihr heraus zu helfen. . .

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Das Licht sollte Wärme ausstrahlen, doch nichts davon berührte Ophelia, oder befreite sie von dem Schauer, der sich wie spitze Fingernägel an ihrem Rücken bemerkbar machte. Sie hatte sogar den Eindruck, dass der Atem des nächtlichen Frühlingswindes wärmer über ihre Haut gestrichen hatte als die Temperatur dieser Villa. Hier definierte sich Verlassen, denn die Einsamkeit machte sich in solch einer Größe bemerkbar. Leere, barocke Schönheit, das kratzige Echo ihrer eigenen Stimmen, welches sich hinter den Armen von Kronleuchtern und langgezogenen Fluren verlor…
Nicht einmal die Mühe hatte man sich gemacht, dass die glänzenden Kacheln Wärme in sich reflektierten. Keine Heizung, kein Feuer. Nicht einmal ein Gemälde, dessen Farbenspiel ein wärmendes Lächeln in sich bewahrte. Sie waren kalt, kalt wie Eis. So kalt, dass der rötliche Schimmer der Lichter in ihrem Glanz verblasste. Und dennoch blieb die Faszination, die sie wie eine starre Maske trug.
Der Glanz ihrer Augen war ein zitternder Schimmer, ihre Fingerspitzen verschlossen sich ruhig zu einem fälschlichen Gebet, die Lippen sachte geöffnet, nur um sich wieder zum Schweigen zu berühren.

Fragen bildeten sich auf ihrer Zunge, doch sie verschwieg sie. Sie hatte bereits bemerkt, dass der Autor nur zu Antworten griff, wenn sie ich zwischen Lyrik und den schweren Seiten von Papier verstecken konnten. Er verschleierte, denn ihm gehörte das Recht zu fragen. Vor allem hier, wo alles seinen Ursprung gefunden hatte. Eine Welt genauso dunkel, wie man sie sich zwischen all den Zeilen vorgestellt hatte.
Ihr Atem wurde zu sichtbaren Rauch, der sich von ihren Lippen löste und der Dunkelheit verlor. Verlieren. Der Klang ihrer Schritte tat es diesem Begriff gleich. Ein weiteres Wort, das die Bausteine seiner Silben in diesem alten Gemäuer gefunden hatte. Einige würden sagen, dass dies eine Welt voller Trostlosigkeit und Dunkelheit war, doch für die Adelige war es eine Welt der Inspiration. Hatte er gewusst, dass sie dies erkennen würde? Sie das Auge dafür hatte, dass Unbehagen und Furcht hier eine Kunst darstellten.
Sie fröstelte, doch sie tat es gerne. Es war ein Finden…zu sich selbst…zu all den Worten und Gedanken, die eines Tages eine Geschichte ergeben würden.

Als er sie durch den Gang führte, hatte sie kein Auge für den Charakter der Villa an sich. Das Interesse ging mit jedem Schritt verloren und konzentrierte sich immer mehr auf Begriffe, die sich in ihren Winkeln versteckten. Obsolet, formativ, soigniert, makaber…
Ein Knarzen, der angenehme Geruch von Rauch einer warmen Quelle. Ophelia blieb stehen und rieb sich mit ihren drei mittigen Fingern über die Handknöchel der anderen Hand, während sie das Zimmer auf sich wirken ließ. Erneut, er hatte sie erneut in eine andere Welt eintreten lassen und es war ein Auslöser, der ihr ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Hier hatte er Leben gesammelt, wenn auch Verworfenes darunter wahrte; zum Vergessen zerknüllt, gefaltet und weggeworfen. Sie überkam das Gefühl, dass er sich hier entfaltete und etwas in ihr fühlte sich geehrt, dass er sie genau hierhin geführt hatte. Das Herz der Villa Serdenfrey.
Die Tochter des Dichters fühlte sich zu dem Verworfenen hingezogen, wollte es zwischen ihren Fingern spüren und mit ihren Augen über Schrift wandern, die nicht hätte sein sollen. Die Höflichkeit hielt sie zurück. ‚‚Viel m-mmehr Mö…Möglichkeiten als in einem Taxi.‘‘, stellte sie leise fest. Viel mehr Freiraum für die Gedanken, ein größeres Spielfeld…

Sie erkannte seine Geste ohne, dass er sie großartig ausführen musste. Geschickt wanderten ihre Finger über die Knöpfe und lösten den Mantel von ihrer schmalen Hüfte, bevor ihr dieser die Schulterblätter herunterrutschte – sie war sein; die Jacke.
Noch bevor sich die Wärme von dem fehlenden Kleidungsstück vollständig von ihr lösen konnte, drehte sie sich erneut zu ihm herum. Das Haar rutschte über das Kleid, die Augen fixierten zwei fremde Pupillen und fanden dann zu seinem Kragen herab. ‚‚Ich bin gespannt, ob Sie…erk-kennen, …wenn ich…‘‘ Eine Atempause; dieses Mal war sie freiwillig. ‚‚…n-nachdenke, lüge.‘‘

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Ihr Lächeln perlte an ihm ab wie Regen auf einem dicken, ledrigen Blatt. Es berührte ihn nicht, sie hier drin die Mundwinkel verziehen zu sehen – während dieser Castingshow, bei der er leidlicher Weise teilgenommen hatte, hatte er sich auch den ein oder anderen weniger hoffnungslosen Fall herausgepickt, von dem er sich eventuell etwas erhofft hatte. Sie alle hatten aufgeregt gelächelt und eifrig genickt, sich die Jacke abnehmen lassen, den Raum absorbiert, die Atmosphäre abspeichern wollen. Keinem war es gelungen, weder jenes, noch Pollux in irgendeiner Art und Weise von etwas zu überzeugen. Er bedauerte es gar nicht mehr, eigentlich war es ihm sogar gleichgültig geworden. Was er konnte war schwer, doch es war eine Gabe - und entgegen mancher Pressestimmen war der Autor kein Unmensch. Auf der anderen Seite hatte er besseres zu tun; fand er keinen Nachfolger sollte es vielleicht nicht sein, …schließlich konnte man seine Fähigkeiten auch als Bürde beschreiben, was direkt einen anderen Nachgeschmack hinterließ. Er wollte – er konnte – er würde nichts erzwingen. Dass er ihr eine Chance gab war Zufall, eine Laune. Er nahm ihr den Mantel ab und wandte sich um, schritt zu einem Kerzenhalter der aus der Wand ragte, aber erloschen war, und hängte dort beide Jacken an.

Pollux wandte sich wieder um und ging zu dem Sessel, nahm das Handtuch herunter und deutete vage an, dass sie Platz nehmen konnte, während er das Tuch faltete und oben auf den Stapel der auf den Stühlen aufgeschichteten Dinge legte. Er antwortete ihr nicht direkt, hielt aber inne, als er Ophelias Worte hörte und schien einen Augenblick lang darüber nachzudenken, während er den Atem anhielt. Dann ging er zu seinem Schreibtisch, lächelte, ihr den Rücken zugewandt. Das Schubfach seines Sekretärs öffnete sich kratzend und quälend langsam, aber es verschaffte ihm genug Zeit, die Spannung für seine kommende Aussage aufzubauen.

“Sie werden doch nicht lügen.“ Es klang kein bisschen nach einer Frage, auch wenn sie vielleicht irgendwann einmal so formuliert worden war. Stattdessen war es eine nüchterne Feststellung – eventuell mit einer Bitte verbunden. Die man aber auch für eine Drohung halten konnte, wenn man wollte.

Pollux kam zurück zum Kamin und dem Sessel, den er Ophelia angeboten hatte. In seiner Hand zwei Klemmbretter; eines davon gab er ihr gemeinsam mit einem scheinbar frisch ausgepackten Bleistift und einem einzigen, leeren Bogen weißen Papiers. Das andere Klemmbrett blieb in seine Hand, er stellte sich an das Kaminfeuer und starrte einen Herzschlag lang hinein, während der Schatten der Flammen ihm unruhige Schatten auf die Haut malte. Dann erst wandte er sich wieder zu seinem Gast und sah diesen direkt an.

“Ignorieren Sie das Blatt erst einmal. Lassen Sie sich einfach auf meine Wörter ein. Antworten Sie intuitiv.“ - und wenn sie stottern musste, sollte sie stottern. Es klang überhaupt nicht mehr nach einem Spiel, sondern nach einem …Test. Dass er seinen Blick nun auf das Ziffernblatt der Standuhr richtete, tat sein Übriges. Erklären würde Pollux trotzdem nichts. “Bereit.“
Es war keine Frage – es war das erste Wort. Mal sehen, ob. . .

xxx

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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Jan 05, 2016 2:20 am

Natürlich hatte er Recht! Hatte sie da jemals dran gezweifelt? Während Fowke sein Gegenüber angrinste, kam ihm der leise Verdacht, dass sie, … zumindest ein bisschen... ja, doch. Er kannte diese skeptischen Falten auf den Gesichtern gewisser Damen, die lieber nicht so gucken wollen, weil sich dort in zwanzig Jahren fiese Krater gebildet hätten. Natürlich würde Resa á Louir trotzdem noch tadellos aussehen – die Strähne, die ihr aus dem perfekten Dutt rutschte, vervollständigte das Bild sogar. Ihr Widerspruch stachelte ihn sogar an, und das provokante Feixen auf seinem Gesicht wurde für Zeile um Zeile, die er las, breiter. Es war herrlich, wie sie versuchte, ihren Hühnerhaufen zu beschützen – und sich gleichzeitig ein bisschen schämte, die Oberglucke dieses Stalls zu sein. Dabei war es eigentlich sogar löblich, zumindest in seinen Augen, dass sie versuchte, die Dummheit der anderen Tippsen auszugleichen. Sie war wie eine Mutter, die genau wusste, dass ihre Kinder nicht so gut malen konnten, wie die anderen – aber trotzdem hatte sie das Bild zum Bewerten mitgebracht. Jetzt wollte er ganz gerne zur Galerie-Ausstellung gehen, und sie sagte... nein?

“Ooooch komm schon Théresa!“, rief er mit glaubwürdig geschauspielerter Begeisterung – nagut, er machte sich ein bisschen lustig – und sprang von seinem Platz weg, damit er um den Schreibtisch herum auf sie zugehen konnte und ihr den Zettel nochmals deutlicher unter die Nase halten konnte. “Das wird lustig! Du und ich und... die Ladies und...“, er unterbrach sich und drehte den Zettel so, dass er selber darauf schauen konnte; kniff dann die Augen zusammen und las das erstbeste, was er finden konnte, laut vor. “...ein Bowling-Samstag!“

Vielleicht konnten diese Wochenendaktivitäten ja doch ganz erheiternd sein. Seit Anais sich wieder zurück an die Küste hatte versetzen lassen (er hatte nachgesehen, sie hatte geschwindelt, als sie ihm erzählte, sie würden sie schicken - die Explosion hatte Mademoiselle Favreau mehr mitgenommen, denn sie hatte zugeben wollen) und er nun nicht jeden Tag bei Élaine auflaufen konnte, seit Lauren ihn aus ihrem Bett und ihrem Haus gejagt hatte und sich der Kontakt zu der hübschen Krankenschwester mit den hellblonden Löckchen im Sand verlaufen hatte, ...seit Fowke den vermutlich langweiligsten Job seines Lebens aufs Auge gedrückt bekommen hatte – seit dem konnte der auch ruhig mal einen Samstagabend mit einen Paar Hornochsen, einem Haufen Hühner und einer wirklich hübschen, charmanten Sekretärin verbringen. Er lächelte sie gewinnend an (seine Gedanken hörte sie ja nicht, aber sie würde schon merken, dass er sich ihr gegenüber wenigstens charmant zu verhalten versuchte).
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   So Jan 17, 2016 2:54 am

UNZ – UNSERE NAMENLOSE ZEITUNG – SCHÜLERZEITUNG DER ADOLPH DIESTERWEG REGIONALSCHULE

TDOT – BRUCHLANDUNG IM RHABARBERKUCHEN

Samstag // 17.05.2015 // Tag der Offenen Tür – Seit Wochen wurde sich in den verschiedenen AGs auf die Präsentationen an unserem Tag der Offenen Tür vorbereitet. Besonders viele Geheimnisse um ihre Flugshow machten die Schülerinnen und Schüler der „Modellflugzeug-AG“ unter der Leitung von Herrn M. Steffens. Die beiden Mädchen und die sechs  Jungs aus den Klassenstufen sieben bis zehn hatten sich die „Prime-Time“ der Präsentations-Zeiten gesichert (UNZ berichtete, siehe Artikel „Bevorzugungen bei Terminvergabe?“ letzte Ausgabe). Selbstverständlich war also nicht nur die Erwartung der rund 300 besuchenden Eltern und Freunde, sondern auch die ihrer Mitschüler gewaltig. Als die „Kleine Blaskompanie“ der Musik-AG (gestellt aus den drei Blechbläsern Jakob V., Marius M. und Magnus M., alle 9B) Punkt 14.00 Uhr mit dem „Imperial March“ aus Star Wars loslegte, freute man sich bereits auf eine furiose Flugshow der Modellbauer. Laut Aussagen des aufsehenden Lehrers hatten die Schülerinnen und Schüler das ganze Jahr über an der richtigen Funktionalität der eigens zusammengeschraubten Flieger und der Choreographie gearbeitet.
Beim Start der acht Modellflugzeuge verlief noch alles ohne Schwierigkeiten. Es wurden Loopings und sogar sich überkreuzende Manöver geflogen, unter anderem dicht über die Köpfe der eifrig applaudierenden Zuschauer hinweg. Brenzlig wurde es erst, als Herr Steffens die „Schrauben-Formation“ ankündigte, bei der theoretisch gesehen die kleineren Flugzeuge in Spiralen um die vier größeren herum fliegen sollten. Zunächst rammte eines der großen Modelle ein anderes, fing sich aber nach mehreren Sekunden Ungewissheit wieder. Durch die plötzliche Unterbrechung des Ablaufs jedoch verlor Elisa R. (Klasse 8B) die Kontrolle über ihren kleinen Flieger, welcher in Spiralen gen Boden trudelte und kurz vor der großen Eiche am Haupttor einen Schlenker machte, ehe er auf dem Kuchenbasar bruchlandete.

„Ich glaube, es war ein technischer Defekt meiner Fernbedienung“, äußerte sich die Schülerin nach dem Drama gegenüber der UNZ recht zerknirscht. „Sonst hätte ich das Modellflugzeug wieder unter Kontrolle bekommen können.“ So aber wurde die Flugshow abgebrochen. Nicht nur Zuschauer, sondern auch die anderen Schülerinnen und Schüler der AG wirkten schwer enttäuscht. Herr Steffens beschloss daraufhin, den Tag zu retten – er kaufte alle zwölf Bleche Rhabarberkuchen (gebacken von der Mutter von Fiona K. aus der 6A, noch einmal einen herzlichen Dank!) , in dem der kleine Flieger gelandet war, und spendierte jedem, der wollte, ein Stück.

Lest mehr über den TDOT auf den Seiten 4 und 5 !
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Do Jan 28, 2016 4:03 pm

UNZ – UNSERE NAMENLOSE ZEITUNG – SCHÜLERZEITUNG DER ADOLPH DIESTERWEG REGIONALSCHULE

TDOT – BRUCHLANDUNG IM RHABARBERKUCHEN

Samstag // 17.05.2015 // Tag der Offenen Tür – Seit Wochen wurde sich in den verschiedenen AGs auf die Präsentationen an unserem Tag der Offenen Tür vorbereitet. Besonders viele Geheimnisse um ihre Flugshow machten die Schülerinnen und Schüler der „Modellflugzeug-AG“ unter der Leitung von Herrn M. Steffens. Die beiden Mädchen und die sechs Jungs aus den Klassenstufen sieben bis zehn hatten sich die „Prime-Time“ der Präsentations-Zeiten gesichert (UNZ berichtete, siehe Artikel „Bevorzugungen bei Terminvergabe?“ letzte Ausgabe). Selbstverständlich war also nicht nur die Erwartung der rund 300 besuchenden Eltern und Freunde, sondern auch die ihrer Mitschüler gewaltig. Als die „Kleine Blaskompanie“ der Musik-AG (gestellt aus den drei Blechbläsern Jakob V., Marius M. und Magnus M., alle 9B) Punkt 14.00 Uhr mit dem „Imperial March“ aus Star Wars loslegte, freute man sich bereits auf eine furiose Flugshow der Modellbauer. Laut Aussagen des aufsehenden Lehrers hatten die Schülerinnen und Schüler das ganze Jahr über an der richtigen Funktionalität der eigens zusammengeschraubten Flieger und der Choreographie gearbeitet.
Beim Start der acht Modellflugzeuge verlief noch alles ohne Schwierigkeiten. Es wurden Loopings und sogar sich überkreuzende Manöver geflogen, unter anderem dicht über die Köpfe der eifrig applaudierenden Zuschauer hinweg. Brenzlig wurde es erst, als Herr Steffens die „Schrauben-Formation“ ankündigte, bei der theoretisch gesehen die kleineren Flugzeuge in Spiralen um die vier größeren herum fliegen sollten. Zunächst rammte eines der großen Modelle ein anderes, fing sich aber nach mehreren Sekunden Ungewissheit wieder. Durch die plötzliche Unterbrechung des Ablaufs jedoch verlor Elisa R. (Klasse 8B) die Kontrolle über ihren kleinen Flieger, welcher in Spiralen gen Boden trudelte und kurz vor der großen Eiche am Haupttor einen Schlenker machte, ehe er auf dem Kuchenbasar bruchlandete.

„Ich glaube, es war ein technischer Defekt meiner Fernbedienung“, äußerte sich die Schülerin nach dem Drama gegenüber der UNZ recht zerknirscht. „Sonst hätte ich das Modellflugzeug wieder unter Kontrolle bekommen können.“ So aber wurde die Flugshow abgebrochen. Nicht nur Zuschauer, sondern auch die anderen Schülerinnen und Schüler der AG wirkten schwer enttäuscht. Herr Steffens beschloss daraufhin, den Tag zu retten – er kaufte alle zwölf Bleche Rhabarberkuchen (gebacken von der Mutter von Fiona K. aus der 6A, noch einmal einen herzlichen Dank!) , in dem der kleine Flieger gelandet war, und spendierte jedem, der wollte, ein Stück.

Lest mehr über den TDOT auf den Seiten 4 und 5 !
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Feb 02, 2016 2:56 am

Schwungvoll ließ sich Jennifere auf ihrem Stuhl nieder. „Also gut. Was haben wir“, fragte sie mit erhobenen Augenbrauen in die Runde – auch wenn das ein bisschen so klang, als wäre sie bei der Mordkommission und würde nun eine Liste mit Beweisen aufstellen. Dabei ging es jetzt gerade nur um die Auswertung ihrer potenziellen Mitbewohner. Ganz genau: sie befanden sich bereits in der vierten Runde, in der sie weltfremde Leute in ihr Apartment einluden und sie einer Art Kreuzfeuer aus Fragen und Beobachtungen unterzogen, um den passenden Mitbewohner schlechthin zu finden.
Bisher war es ein einziger Hürdenlauf gewesen, und auch dieses Mal sah keines der anderen Mädchen besonders begeistert aus. Jen runzelte die Stirn. „Kommt schon Mädels. Irgendwer muss anfangen.“ Schweigen, Schulterzucken. Oh, ihre Mitbewohnerinnen waren ja derartig kommunikativ! Sie seufzte, legte die Stirn in Falten und blätterte durch die beiden unaufmerksam vollgeschmierten A4-Seiten mit Notizen, die sie sich zu jedem der Bewerber gemacht hatte. „Was ist mit... Clarisse. Das war die Blondine in dem Marienkäfer-Kleid. Ich fand sie nett?“, schlug sie ins Blaue hinein vor – wohl wissend, dass es mit ihren Freundinnen nicht so einfach werden würde. Es gab einen Grund dafür, dass heute schon die vierte Runde gewesen war, obwohl ihre Wohnung mit ihrer günstigen Lage, der niedrigen Miete und dem hübschen Zimmerchen, das frei stand, eigentlich perfekt für jeden Suchenden wäre. Um es kurz zu fassen: so fabulös ihre liebsten Mitbewohnerinnen auch waren, sie hatten beide einen an der Waffel.
Gemma, die Ältere, welche gerade mit verschränkten Armen am Küchentisch saß und gelangweilt auf ihrem Stuhl kippelte (man konnte ihr übrigens so oft man wollte sagen, dass das vielleicht in der sechsten Klasse cool gewesen war, heute nicht mehr; sie kannte kein Erbarmen), rollte die Augen. „Bitte nich son Girlie. Die will bestimmt schon nach'm dritten Tag nen Putzplan aufstellen.“ Sie blickte bedeutsam in die Runde, als wäre Putzplan-Schreiben so sinnvoll wie eine Schneeschuhwanderung durch die Sahara. „Mir gefiel die mit der Brille noch am ehesten. Wie hieß die... Joyce?“
Jen wollte sie gerade korrigieren - Joanna - als Harriet ihr ins Wort fiel. „Die war doch total bescheuert“, begehrte die Jüngste ihrer Mädchen-WG auf und schüttelte vehement den Kopf. „Nur über meine Leiche!“
„Was hast'n du jetzt“, murrte Gemma und runzelte leicht die Stirn, „hat die dir was getan?“
Harriet betrachtete ihre Freundin einen Augenblick lang, als würde sie diese zum ersten Mal sehen und nicht jeden morgen mit ihr die gleichen pappigen Cornflakes zum Frühstück löffeln, während sie sich gegenseitig viel Zuversicht und Tatkraft für den bevorstehenden Tag wünschten (ergo: anschwiegen). „Ooooi, komm schon Gem! Die Art wie die geredet hat allein!“, rief sie und warf sich in die Brust, um mit einer tiefer gestellten Stimme ihre unglückselige Bewerberin nachzumachen. „Es ist essentiell wichtig für mich, dass das Badezimmer Fenster hat! Ja und zahlt ihr eigentlich GEZ? Ich will koooinen Ärger mit den Behörden!“ Harriet schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. „Und DANN trägt die eine Spotttölpelbrosche, aber ich WETTE mit dir, die hat nur die Panem-Filme gesehen. Und macht trotzdem einen auf Fangirl! Ohne die Bücher zu kennen! Ich hasse sowas! Ne!“
Okay, okay. Ihre Mitbewohnerinnen hatten vielleicht mehr als nur eine Schraube locker. Jen seufzte, als sie zwischen Gemma und Harriet hin und her sah und schließlich den Kopf schüttelte. „Und die anderen würden ähnlich auseinander genommen werden, eh?“ Beschämtes Schweigen, dann Gemmas kleinlautes „mhm“. Schließlich lehnte sich Harriet – jetzt wieder mit normalen Gesichtsausdruck und weniger im tumblr-geschädigten Krawallbürsten-Modus – vor. „Jeeeeenny, können wir nicht einfach noch ne fünfte Runde ausschreiben?“
Wenn Jennifere so darüber nachdachte – nö, eigentlich nicht. So langsam brauchten sie wirklich eine vierte Person, die ihren Teil zur Miete beitrug; mal davon abgesehen, dass man Gemma und Harriet eigentlich nicht alleine lassen konnte (und sie konnte die beiden schließlich nicht 365 Tage im Jahr babysitten). Aber wenn sich Jen die beiden Schmollmünder so ansah...
„Na von mir aus“, brummelte sie schließlich, ehe sie Harriet anfunkelte, „aber wehe wir kicken noch mal wen raus, nur weil er sich einen Filmtitel falsch gemerkt hat!“
„Aber – der Film mit Ewan McGregor heißt LACHSfischen im Jemen, und nicht KREBSfischen im Jemen, das macht auch voll keinen Sinn, weil es darin nämlich um-...“
„Und wenn es Quallenfischen wäre!“, unterbricht  Jen sie lachend, „in der nächsten Runde müssen wir jemanden finden, verdammt noch mal!“
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BeitragThema: Re: Zwischenspeicher   Di Feb 02, 2016 4:22 pm

Also gut, etwas war faul. Niemand schlief so, nicht einmal Gemälde – auch wenn man bei so vielen von den alten Herrschaften, die hier herumhingen, irgendwann nicht mehr fake von echt unterscheiden konnte. Mussten Gemälde überhaupt schlafen oder taten sie es einfach, der Langeweile halber? Iwan runzelte leicht die Stirn – das war jetzt wirklich nicht der richtige Moment, um sich mit dem Sozialverhalten von Zauberer-Portraits auseinander zu setzen. Mit einem Seitenblick zu seinem Bruder registrierte er, dass auch dieser von der ausgesprochen rund gemalten Dame angetan war – obwohl das nicht mit Faszination oder Bewunderung gleichzusetzen sein sollte, nein nein. Ioannitschko sah eher… skeptisch aus. Sein Zwilling kopierte unterbewusst die Haltung des anderen Slytherin, die Arme locker verschränkt, die Stirn in leichte Falten gelegt, doch ein charmantes Lächeln auf den Lippen wie eh und je.
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