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 AU BORD DE LA SEINE - Fowke Crowley Jr.

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Endstation Sehnsucht
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BeitragThema: AU BORD DE LA SEINE - Fowke Crowley Jr.   Mo Dez 03, 2012 1:50 am










NO HOPE DON'T WANT TO SHELTER NO CALM NOTHING TO KEEP ME FROM THE STORM

- L'ÉTAT CIVIL -


:: NAME ::
JAKUB KAREL ČERNOBOG - "Das ist mein echter Name. Nicht zu verwechseln mit meinem unechten, der da oben steht. Siehst du? Meine Urururgroßeltern - oder so - sind Tschechen, und jepp, das kann ich auch ziemlich lückenlos sprechen. Meine Familie ist damals - bestimmt in irgendeinem Krieg - in die USA ausgewandert, hat sich aber nie die Mühe gemacht, auch mal englische Namen zu benutzen. Jakub bedeutet "der Verdrängende", Karel hat irgendwas mit Männern zutun, und Černobog... hab ich grad vergessen. "

:: ALTER ::
:: GEBURTSTAG ::
:: GEBURTSORT ::

26 JAHRE - 27.07.1986 - AMERIKANER - "Geboren bin ich in einem von den ekelhaftesten Teilen Richmonds, der Hauptstadt von Virginia, USA. So richtig schön zwischen Dreck, Blut, Schweiß... du darfst dir das gerne bildlich vorstellen. Es war der 27. Juli 1986. Meine Mutter hatte keine saubere Decke, in die sie mich einwickeln konnte, aber ein Putzlappen hat seinen Dienst damals auch getan. Jetzt, 26 Jahre später, hab ich den Gestank meines Viertels immer noch nicht aus der Nase."

:: WOHNORT ::
IM OFFIZIELLEN NIRGENDWO - "Also rein offiziell gesehen sicher nicht in Paris. Ich weiß gar nicht, wie die das regeln, aber ich glaube, meine Wohnung in Virginia wird immer noch bezahlt. Hm. Nicht von mir, nene, von meinen Arbeitgebern. Also wohne ich wohl eigentlich noch brav in den USA. Nur dass ich offensichtlich zu jemandem geworden bin, der das Haus nicht mehr verlässt. Und auch kein Licht braucht."

:: BERUF ::
UNDERCOVER CIA- AGENT - "Du weißt, dass ich dir das alles hier eigentlich gerade voll nicht erzählen darf, oder? Naja, scheiß drauf. Pass auf. Der Grund, weshalb ich hier so viel Müll laber, ist folgender: eigentlich heiße ich Jakub, ja. Und eigentlich wohne ich auch in Virginia. Aber durch meinen Job habe ich jetzt 'nen völlig neuen Namen und... boah. Das ist total anstrengend, glaub mir. Ich würd gern wieder einfach nur Jake sein, der Typ mit der immer ein bisschen zu schief sitzenden Krawatte, aber neeee, wir müssen ja verstecken spielen. Ich hab meinen Job gern, das ist es nicht, aber offen gesprochen macht er's mir gerade ein bisschen schwer, dir zu sagen, wer ich bin."

I'M IN THE GRIP OF A HURRICANE I'M GONNA BLOW MYSELF AWAY

- LA FAMILLE -


:: FAMILIENSTAND ::
SO WAS VON LEDIG - "Prinzipiell gesehen bin ich total vergeben an meinen Job. Ich meine, wie soll ich eigentlich ein Mädchen finden, wenn ich gerade nicht mal mit meinem richtigen Namen rumlaufe? Du verstehst mein Dilemma. Stell dir mal vor, ich würde hier eine kennen lernen, die mir wirklich gefällt, und dann sage ich beim dritten Date "Hi, also, ich heiß' eigentlich gar nicht Fowke, sondern Jakub, und eigentlich bin ich CIA- Agent UND eigentlich darf ich dir das nicht sagen!" - ...ne Freunde, das ist echt beschissen. Keine Ahnung, wie das die Kollegen machen, die verheiratet sind. Ob die ihren Frauen sagen, dass sie angeln gehen, wenn wir mal ne Vollversammlung haben? Hahaha. Na gut, du siehst, richtig beschäftigt hab ich mich mit dem Spaß noch nicht, also kann's mir auch nicht so wichtig sein."

:: FAMILIE ::
KATICA ČERNOBOG - "Die alte Schabracke! Ja, ich rede von meiner Mutter. Die hat mir nie auch nur einen Milliliter Moral eingeflößt, hat mir nie gesagt, was richtig und was falsch ist. In unserem Viertel haben die älteren Frauen eigentlich nur eins gemacht - ihre Töchter auf den Strich schicken. Was mit mir und meinen Brüdern passiert, war ihr ziemlich ritze. Genau so ritze, wie es mir ist, dass sie nicht mehr lebt. Wurde vermutlich erschossen, weil sie die Miete für den heruntergekommenem Schuppen, in dem sie uns hat älter werden lassen, nicht mehr zahlen konnte."

KAREL ČERNOBOG - "Ich kannte meinen Vater nicht. Er war nie zuhause, wenn ich zuhause war. Dadurch, dass ich ihn nie gesehen habe, bin ich mir nicht mal sicher, ob meine Geschwister und ich überhaupt den gleichen Vater haben. Offen gesprochen ist es mir aber ziemlich schnurz, wer oder wo er ist. Das einzige, was wir gemeinsam haben, ist unser Name. Und dann es uns offenbar scheißegal ist, was mit meiner Mutter geschiehen ist."

SARA- TEREZA ČERNOBOG - "Sie ist meine älteste Schwester und herrlich verblödet. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was aus ihr geworden ist. Nachdem sie zu ausgeleiert war, um weiter anschaffen zu gehen, ist sie fort gegangen. Wenn ich ein bisschen mehr Ruhe habe, könnte ich eigentlich mal nach ihr suchen, aber... es gibt gefühlte Milliarden Saras in Amerika und, erm, sie war nie besonders stolz drauf, tschechischer Herkunft zu sein. Vielleicht hat sie's gepackt, vielleicht nicht."

ALEXEJ JURAJ ČERNOBOG - "Nach Sara der Älteste. Weil er sich schlecht prostituieren konnte - als Kerl- , hat meine Mutter ihn - genau so wie später meinen anderen Bruder Koloman und mich - generell ignoriert. Alles, was ich konnte, bis ich 15 war, hatte ich von Alexej gelernt. Inklusive dessen, wie man am unauffälligsten stiehlt, wohin man als erstes schießt und wo man am besten Stoff verticken kann. Dass Alexej ein schlechtes Vorbild ist, hab ich viel zu spät begriffen. Er treibt sich immer noch in unserem alten Viertel herum, er wird nie davon loskommen."

LÍDA ELITA ČERNOBOG - "Lída war die erste meiner Schwestern, die von Zuhause weggerannt ist. Haha, das war vielleicht ein Schlag ins Gesicht meiner Mutter. Oh ja, damit hatte sie nicht gerechnet - dass sich eine von ihren Töchtern nicht mehr für Geld verkaufen lassen will. Ich habe Lída wieder gesehen, vor drei Jahren. Sie saß mit einem Mann in einem Café, an dem ich vorbei ging - ich hab sie sofort an ihren Muttermalen erkannt. Wir haben uns zugenickt. Mehr nicht."

KOLOMAN BENEŠ ČERNOBOG - "Mit Koloman verbinde ich Drogen und... Drogen und... ich glaube Drogen. Und ich glaube, an mehr hat der Saftsack von älterem Bruder auch nicht gedacht, bis er irgendwann an einer Überdosis oder einer Infektion gestorben ist. Wir wissen nicht mal, woran genau er letztenendes krepierte, wir hatten verdammt wenig Kontakt zu ihm. Koloman kam immer seltener nach Hause... und dann gar nicht mehr. Alexej war's, der seine Leiche zurück zu uns getragen hat. Da war ich 13. Kann mich kaum noch dran erinnern, aber... zumindest hatte das 'ne belehrende Wirkung auf mich."

ANTONIÉ BÁRA ČERNOBOG - "Meine jüngere Schwester Toni ist gestorben, noch bevor ich die Einwandererviertel von Richmond verlassen habe. Sie war elf, keine Jungfrau mehr und hat vermutlich Stunden in ihrem eigenen Blut und Schweiß gelegen, bevor meine Mutter sie gefunden hat. War bei uns jemand so stark verletzt, wie Toni damals, gab's eigentlich keine Hoffnung mehr, aber meine Mutter dachte, sie würde schon wieder auf die Beine kommen. Alexej hat sie am Ende erlöst. Noch ein Grund mehr, meiner Mutter nie zu verzeihen."



NO WALLS CAN KEEP ME PROTECTED NO SLEEP
NOTHING BETWEEN ME AND THE RAIN

- L'ÉTAT CIVIL -


:: NAME ::
FOWKE CROWLEY JUNIOR - "Kommen wir also zu dem unechten Teil. Seufz. Der Name, mit dem ich mich ab jetzt vorstellen darf, ist der größte Quark, den sich die Ärsche von den Personalien je ausgedacht haben. Tz. Mit dem Vornamen, Fowke, geh ich ja noch mit, aber... Crowley Junior! Diese Säcke! Und mein bescheuerter Partner zieht mich mit diesem Junior auch noch auf. Fowke bedeutet so viel wie "der Mann des Volkes" - passende Wahl, wenn's mich nicht so derbe an den Piepmatz von Dumbledore aus Harry Potter erinnern würde... weshalb ich mich auch liebend gerne mit Fowkes ansprechen lasse. Die Tarotkarte Crowley ist übrigens der Narr. Haha. Nicht witzig, Jungs, echt nicht."

:: ALTER ::
:: GEBURTSTAG ::
:: GEBURTSORT ::

26 JAHRE - 12.02.1986 - GROSSBRITANNIEN - "Eine altbritische Identität? Alter, scheiße! Ich bin ein Urgestein von einem Ammi - und das merkt doch wirklich jeder, der mir über die Weg rennt. Brite bin ich ja wohl noch weniger als Tscheche! Fowke wurde am 12. Februar 1986 in einem kleinen Kaff namens Kingscote, England, geboren. Da gibt's nichts außer Wäldern. Und... Wäldern. Aaangeblich sind seine Eltern - erm, meine - Eltern nach Virginia gezogen, als er - sorry, ich! - 2 Jahre alt war. Und dann wurden ihm jeden Februar 'ne Kerze mehr auf seinen perfekten Geburstagskuchen gesteckt, bis er irgendwann nach Paris versetzt wurde."

:: WOHNORT ::
PARIS - ÉLYSÉE - "Ich wohne Wand an Wand mit Jack. Ehr ne, mit Jaromir. Genau. Der heißt jetzt Jaromir. Und ich Fowke. Gott, das muss ich erstmal auf die Reihe kriegen... . Tja, ich glaube, der gute, alte Jaro ist nicht besonders angetan davon, ...und ich auch nicht, wenn er nachts um halb drei gegen meine Haustür hämmert. Warum er so einen Scheiß macht? Keine Ahnung, er brüllt immer was, aber ich versteh ihn irgendwie nicht, meine Musik ist so laut... ."

:: BERUF ::
DISPONENT BEI INTERPOL - "Yes. Interpol. Und das klingt, scheiße noch mal, etwa eine Milliarde Mal cooler, als es eigentlich ist. Genau genommen ist mein Nintendo DS mein bester Freund, seit ich bei Interpol arbeite... oder eben nicht arbeite, weil man da irgendwie nicht wirklich arbeiten kann. Es ist langweilig, öde und einschläfernd. Fowke arbeitet schon sein Leben lang bei diesem Verein - und zwar immer schön im Organisationsbereich, nicht im Außeneinsatz! Das ist soooooo ermüdend, ehrlich. Wenn mich jemand fragt, erzähl ich normalerweise aber immer, dass es totalen Spaß macht, den ganzen Tag am Kopierer zu stehen. Viel aufregender, als wie die Kollegen mit Blaulicht die Champs Élysées runter zu brettern, oder beispielsweise.... bei der CIA zu arbeiten!"

I'M GOING OUT
I GONNA DRINK MYSELF TO DEATH

- LA FAMILLE -


:: FAMILIENSTAND ::
IMMER NOCH SINGLE - "Witzig, dass du das fragst. Ne im Ernst, ich habe auch als Fowke kein Mädchen. Klar würden sich zwei Identitäten auch anbieten, um zwei Damen an je einer Hand zu halten, aber, errr... sagen wir mal so, meine eine Identität würde meiner anderen dafür eine runterhauen. Und zwar richtig. Und weil Fowke eigentlich ja ein ganz ordentlicher Bursche ist, macht er so was auch nicht, haha. Apropos - ich hab gehört, einer von Interpol denkt, ich würde mit Jaromir ein schwules Pärchen bilden. Die wissen wohl, dass wir im gleichen Haus und da nebeneinander wohnen und, ahaha, ...ha... scheiße ne, bei dem Gedanken wird mir echt kotzübel. Lass mal Thema wechseln."

:: FAMILIE ::
SHELLEY CROWLEY - "Fowke hat eine liebe Mutter, so eine richtig süße. Sie ruft nie an und er hört sonst auch nichts von ihr, aber er weiß, dass sie sich so seine Gedanken um ihren Sohn macht. Sie würde ihre Töchter - wenn sie welche hätte - niemals auf dem Strich aussetzen, nur um sie sieben Stunden später wieder einzusammeln. Neinnein, diese Shelley Crowley ist voll die anständige Frau und so."

FOWKE CROWLEY - "- der Ältere. Ein Sohn. Eine Frau. Ein Haus in Virginia. Reicht doch, oder was? Mein Fake- Dad hat's geschafft und freut sich sicherlich einen Ast, dass seine Sohnemann, dem er seinen grässlichen Namen wie einen fetten Stempel ins Gesicht gedrückt hat, bei Interpol arbeitet. Ich wette, wenn es ihn gäbe, wär er richtig scheiße stolz auf mich."




IT'S BEEN A LONG TIME COMING
AND THE TABLES TURN AROUND

- LE CHARACTÈRE -


:: VERHALTENSWEISE ::
WER ICH BIN UND WER ICH SEIN WILL - "Was hast du denn bisher für ein Bild von mir? ...mh, achja? Ja stimmt, ich fluche ganz schön viel. Aber scheiße, dafür kann ich eigentlich nichts, ich meine, ich komm praktisch aus dem Ghetto, wenn du's so willst. Ich bin nicht besonders sensibel, und wenn mir einer dumm kommt, komme ich dümmer zurück. Du verstehst schon, was ich meine. Es ist nie einfach, sich zu behaupten, und ich bin so oft auf meine verdammte Fresse geflogen und hab's trotzdem geschafft, wieder aufzustehen. Ich bleibe der gleiche, egal, welchen Namen ich trage - das Arschloch, das neben dir an der Ampel steht und seine Musik so laut gedreht hat, dass du deine eigene nicht mehr hören kannst. Und deine Fenster sind zu.
Aufgeben ist halt was für Schwächlinge, und das bin ich nicht. Hast du eventuell von meinem Buch gehört? Es heißt "Participation" und es geht um- ...nicht? Nie gehört? Tzzzz.... naja gut, okay, der Schinken hat sich nicht wirklich verkauft. Aber ich arbeite trotzdem schon an einem Nachfolger, der vermutlich "Listlessness" heißen wird. Erm... ich sitze schon drei, vier Jahre dran, er wird nicht fertig. Scheiße man, nein, das liegt einfach daran, dass er so komplex wird!
Ich soll Angst haben, dass der wieder nichts wird? Ich mach dir gleich Angst! Ich hab keine Angst. Hab ich nie. Frag mal Jaromir, der wird dir schon sagen, was ich für ein Haudrauf- Kerl bin. Mit dem Kopf voraus durch die Wand - oder mit meiner Lieblingsbaretta, je nach dem, was dir besser schmeckt, Haare oder Blei. Jaromir quatscht immer was von Planung, ich dagegen finde Umsetzung irgendwie... effektiver. Was bringt uns das ganze Dreckslabern, wenn wir am Ende schneller sind, indem wir einfach anfangen? Mir passiert schon nichts, und dieser Snob bildet sich irgendwie was auf seine Pläne ein, das ist echt... peinlich. Wir leben nur einmal, und das sollten wir gefälligst nutzen, um was zu ändern, so sehe ich das. Ich bin nicht besonders vorsichtig, klar, weder was unsere Arbeit, noch was diese Geheimhaltungssache angeht. Aber die CIA weiß schon, was sie an mir hat, mein Freund. Ich mach meine Fehler, aber ich mache sie auch wieder gut und ja, natüüürlich hätte ich mir auch ein unauffälligeres Auto kaufen können, aber Scheiße, wenn ich das Geld habe und schnelle Autos mag, dann gönn mir doch den Spaß! Überhaupt, die Menschen lachen viel zu wenig. Dieses ganze Trübsal- Geblase geht mir tierisch auf den Sack.
Ich kann und will was ändern - um einfach nur rumzusitzen und große Reden zu schreiben habe ich mich ganz bestimmt nicht aus der menschlichen Müllhalde von Richmond hochgeschissen.


:: VORLIEBEN ::
LAUTE MUSIK
ACTION
EHRLICHKEIT
SPONTANITÄT
WORTGEFECHTE
SPASS
SEINEN JOB
RISIKO, ADRENALIN
FITNESS
SEINEN PARTNER (AUCH WENN ER DAS NICHT ZUGIBT)


:: ABNEIGUNGEN ::
LANGEWEILE
PLANUNGEN
TRÄGHEIT
DROGEN
VERGANGENHEITSSCHNÜFFLER
OBERFLÄCHLICHKEIT
KORINTENKACKER
ORDNUNGSFETISCHISMUS
ZWÄNGE
BETRUG


:: BESONDERHEITEN ::
KONTAKTLINSEN - "Stimmt schon, eigentlich brauche ich 'ne Brille. Die, die ich als Kind hatte, war klein und rund und teilweise ganz schön verbogen. Irgendwann habe ich mir das rechte Brillenglas zerbrochen und wollte sie wegwerfen, aber ich bin ohne schon ganz schön... blind. Deshalb trage ich Kontaktlinsen - ist eben einfach praktischer. Ich hatte auch schon eine Bestrahlung auf meine schicken Glupscher, aber das hat nur das Gröbste beseitigt."

- LE CURRICULUM I. -

DIE WAHRE GESCHICHTE - "Du willst die Wahrheit wissen? Die richtige, echte Geschichte von Jakub? Freundchen, das wird nicht einfach. Wenn du schwache Nerven hast, dann komm, bitte, hol dir vorher wenigstens einen Eimer. Ich hab hier Teppichboden und es würde dich ein kleines Vermögen kosten, deine Kotze von dem entfernen zu lassen.
Gut, also... wie du ja schon weißt wurde ich in Richmond geboren. Das Viertel, in dem der Schuppen stand, in dem ich schlief - mit meinen drei Schwestern, meinen beiden Brüder und meiner gottverdammten Mutter - war eines der Ghettos, in dem sich hauptsächlich ehemals tschechische, polnische, slovakische und russische Einwanderer tummelten. Keiner hatte Geld, keiner hatte Hygiene, keiner hatte Hoffnung, jemals aus diesem Loch rauszukommen. Die Lebenswege der Kinder von dort war meistens gleich - die Mädchen wurden Prostituierte, die Jungs Schwerverbrecher. Man konnte auch zu den Russen gehen und mit denen Banküberfall in Richmond spielen, aber das war noch gefährlicher, als alles andere. Es war die Hölle auf Erden. Die Polizei hat selbstverständlich nichts unternommen, wenn sich mal ein sauberes Auto in unsere Gassen verirrt hatte, kam es da so schnell auch nicht wieder raus. Uns war nicht zu helfen, also halfen wir uns selbst.
Meine Mutter machte das, was die meisten Mütter bei uns machten - ihre Töchter an die Meistbietenden zu vermieten. Mal für ein paar Stunden, manchmal für mehrere Tage. Mein Bruder Alexej und ich versuchten, auf unsere Schwestern aufzupassen, aber das war leichter gesagt, als getan. Jeder war sich selbst am nächsten. Du wusstest nie, ob du am nächsten Morgen mit einem Loch im Kopf aufwachst. Ob du überhaupt aufwachst, oder die Decke über die einfach einbricht, die Polen alles abfackeln, was weiß ich. Man konnte nichts tun, um seine Familie zusammen zu halten, und offen gesprochen lag mir damals auch nicht so viel daran. Ich war es gewohnt, mit Alexej durch die Blocks zu ziehen, mich mit den Slovaken zu prügeln, mir von den Russen so derbe die Fresse polieren zu lassen, dass ich tagelang nicht sprechen konnte. Koloman, mein anderer Bruder, gelangte das erste Mal an Drogen, als ich zehn war. Alexej nahm es ihm weg, aber wir sahen zu, wie er es verschachterte. Von da an versuchten wir, anstatt mit Gewalt und Herumtreiben über Drogendealen an Geld zu kommen. Das schloss Waffen und Gewalt nicht aus, und ich schwöre, es gab nicht nur einen Moment, an dem ich dachte, gleich endest du mit einer fetten Kugel Blei in der Brust und verreckst direkt hier, auf dem dreckigen Fußweg, zwischen Müll und Schutt, ohne dass es jemanden interessierte, on j etwas geschafft zu haben. Aber irgendwie haben wir's immer hin gebogen bekommen. Besonders Koloman schien ein Talent zum Verticken zu haben, ich wurde meistens als Kurier benutzt - weil ich kleiner und flinker war. Ich konnte schneller abhauen, falls doch mal Russen kamen. Das Problem mit Koloman war nur, dass er irgendwann selber abhängig von dem Scheiß wurde. Als ich dreizehn war, kam er wochenlang nicht zurück. Alexej schleppte wenig später seine Leiche nach Hause. Kurz darauf ließ meine Mutter meine kleiner Schwester Antonié krepieren. Das, was man bei uns noch hätte Familie nennen können, zerbrach. Meine andere Schwester, Lída, war von einem Tag auf den anderen verschwunden. Weil Alexej stärker als sie und Sara, meine älteste Schwester, nicht da gewesen war, verprügelte mich meine Mutter in ihrer blanken Wut darüber. Sie brach mir die Nase und ein paar meiner Rippen. Alexejs Versuch, mich von ihr weg zu bringen, endete damit, dass ich zwischen Russen in Richmonds Innenstadt von einem Polizisten auf den Boden geworfen wurde. Der Überfall, bei dem ich auf Alexejs Drängen mitgemacht hatte, war gescheitert.
Ich kam in den Jugendknast, und ich weiß nicht genau, was schlimmer war - die Zeit im Viertel oder die Zeit dort. Die Wärter waren ähnlich ignorant wie die Regierung, was die Einwandererghettos von Richmond anging. Ich war nicht der Jüngste, aber es gab viel zu viele Jungs, die stärker waren als ich. Irgendwann hat mich der Knast dann wieder ausgespuckt, und ich war zurück, auf der Straße. Ich kehrte in mein Viertel zurück und stellte fest, dass Sara fort, meine Mutter tot und Alexej ein bisschen sehr geistesgestört war. Er entschuldigte sich nie dafür, dass er mich mit den Russen allein gelassen hatte. Er war hoffnungslos verloren.
Mit fünfzehn Jahren war ich aber noch nicht zu spät, um in eines der Waisenhäuser zu gehen, die am Rande Richmonds auf diejenigen der Viertel warteten, die es geschafft hatten, beide Elternteile zu verlieren. Ich blieb dort, bis ich achtzehn war, lernte langsam und mühsam ein besseres Englisch, lesen, schreiben. Mein Vorteil war mein Drang dazu, etwas in meinem Leben zu erreichen, das nicht aus Abfall und Blut bestand.
Nachdem ich das Waisenhaus verlassen musste, fing ich an, in einer Bücherei zu arbeiten. Ich verdiente mehr oder weniger anständig und lebte in einer schmuddeligen Einzimmerwohnung direkt am Verkehrsknotenpunkt Richmonds. Von meinem ersten Gehalt kaufte ich mir eine Schreibmaschiene - ich wollte Autor werden (will ich übrigens immer noch). In meinem Buch sollte es um die CIA gehen, und ich hatte mir felsenfest vorgenommen, genaustens zu recherchieren. Dass ich damit den Unmut der Herrschaften auf mich zog, ahnte ich nicht.
Sie wurden auf mich aufmerksam, sie ließen mich beobachten - nicht, dass ich das je gerafft hätte, aber ich habe meine Akte gesehen, haha - und eines Tages klingelte ein Herr im Anzug an meiner Tür. Ich hatte damals Haare bis zum Kinn und weniger an, als mir lieb war, wenn du kapierst, was ich meine. Die Situation war unfassbar peinlich. Und unangenehm.
Mir wurde erklärt, dass ich das Buch nicht würde veröffentlichen dürfen... tja, und ich würde sagen, es war eine Sache von gegenseitigem Interesse, inklusive dezenter Bestechung, dass ich dann zu einer Eignungsprüfung eingeladen wurde. Als sie Wind davon bekommen hatten, dass ich kaum noch lebende Verwandte habe, geschweige denn Kontakt zu dem Rest, war ich so gut wie an Bord. Es ist die eine Sache, ob du eine Waffe bedienen kannst und dich zusammen reißen kannst, wenn du zusehen musst, wie jemandem vor dir das Bein zerfetzt wird - aber es ist die andere Sache, ob dich jemand vermissen würde, wenn es dich selbst wegpustet. Ich hatte, sagen wir mal, eine gewisse Vorkenntnis, ich war abgebrüht durch meine Kindheit, ich war interessiert und vor allem hatte ich den richtigen Riecher, dass das die Chance war, auf die ich immer gewartet hatte.
Also nahm ich den Job an. Mir wurde jahrelang auf den Kopf gekackt, ich musste lernen, trainieren, alles geheim halten und dann auch noch unterscheiden können, wer jetzt eigentlich vertrauenswürdig ist und wer nicht. Glaub mir, ohne meinen Mentor - den ich nach sechs Jahren beschissener Grundausbildung bekommen habe - hätte ich immer noch nicht drauf, wer in dem Verein über wem steht. Und wer mit wem und überhaupt. Jaromir war wahrscheinlich auch nicht begeistert davon, einen frischen, knackigen und verdammt gutaussehenden Rohdiamanten, der praktisch gerade direkt von dort kam, wo man lernte, mit welcher leichtesten Waffe man die schwersten Geschütze zerlegt, zusammen arbeiten zu müssen - und ich bin von diesem Langweiler sowieso noch nie besonders angetan gewesen. Aber eines muss ich den Ärschen von der Inneren dann doch lassen: meine Herkunft hat nie eine Rolle gespielt.
Trotzdem bin ich noch scheiße sauer auf sie, dass ich ein anderes Buch habe schreiben müssen, welches letztenendes nicht gerade einschlug. Glaub mir, mit der Story über die CIA wäre ich auf einen Schlag berühmter Bestsellerautor gewesen, aber... tzzzz.... ."


- LE CURRICULUM II. -

DIE ERFUNDENE GESCHICHTE - "Entgegen dem, was ich erlebt habe, ist die Vergangenheit von meinem lieben Fowke ein echtes Zuckerschlecken. Voll die lieben Eltern, die des Dorfes im Walde auf der grünen Insel Groß- Britannien überdrüssig geworden waren, und sich samt ihres einzigen Sohnes - Einzelkindgeschädigt, sowieso - auf ins ferne Amerika machten, um sich ihr Liebesnest in Richmond zu errichten. Pah. Wer will schon freiwillig nach Richmond? Klar, wenn man nur die schönen Ecken kennt, lässt es sich da ehrlich aushalten. Und Fowke kennt eigentlich auch nur die schönen Ecken. Er ist zur Schule gegangen, hat seinen Abschluss gemacht, studiert, ...blablabla. Das ganze heile- Welt- Gewäsch. Die Personalienabteilung hat sich was besonders feines ausgedacht, als sie beschlossen hat, meiner neuen Identität eine perfekte Vergangenheit ohne Drogen, Gewalt, Prostitution und Waffen zu geben. So würde doch auch absolut niemand bei Interpol darauf kommen, dass der brave Fowke mit dem makellosen Lebenslauf, der schon iiiiiiiimmer für Interpol arbeiten wollte, eigentlich ein CIA- Agent ist, der keine Sekunde zögern würde, um jemandem sein scheiß Hirn aus dem Schädel und gegen die Wand hinter ihm zu pusten. Wie, was, jetzt ist dir schlecht? Na toll, dann aber raus hier, denk an meinen Teppichboden!"

CAUSE ONE OF US IS GOING
ONE OF US IS GOING DOWN

- L'AFFAIR DU CHEF -


:: AVATARPERSON ::
MISTER JOSEPH GORGEOUS GORDON- LEVITT.

:: ALTER ::
18 JUNGE JAHRE.

:: WEITERGABE ::
KOMPLETT AUSGESCHLOSSEN.

:: KURZGESCHREIBUNG ::
FOWKE CROWLEY JR. -
- heißt eigentlich Jakub und ist ein Undercover- CIA- Agent, stationiert in Paris. Ein Mann, hin- und hergerissen zwischen dem, was er ist und was er sein will. Bei letzterem übertreibt er es gerne mal – irgendwie merkt man an seiner Kopf- durch- die- Wand- Einstellung, dass er nicht mit Swimmingpool im Garten und Golfen mit Daddy, sondern in einem Einwanderer- Elendsviertel von Richmond, Virginia, aufgewachsen ist. Er ist spontan, launisch, er hat seine Vorstellungen von dem Job und ja, wenn man die Tür schneller aufkriegt, indem man ein Loch reinsprengt, dann macht man das eben. Fowke ist unkonzentriert, er macht seine Fehler, aber er macht sie auch wieder gut. Von seinem Kollegen Jaromir ist er sowohl genervt, als auch irgendwie amüsiert, regt sich über dessen Vorsicht auf, würde aber auch nie zugeben, wie abhängig er von ihm ist. Auf Paris bildet er sich genau genommen gar nichts ein – dafür aber auf sein zweites Buch, an dem er schreibt und schreibt und doch nicht zum Ende kommt.



© FOWKE CROWLEY JR. FOR AU BORD DE LA SEINE 2012
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BeitragThema: Re: AU BORD DE LA SEINE - Fowke Crowley Jr.   Mo Dez 03, 2012 8:35 pm



DOES IT GET TO YOU FURY IN YOUR FINGERTIPS
DOES IT GRAB YOU TOO TURNING HAND TO ANGRY FISTS


- MAI 2012 -


:: MIT JAROMIR VALUJEW ::
x x [12.05.] AT THE POINT WHERE HONESTY JUST DOESN'T FUCKING WORK FOR ME - "Ahja, das war der Tag, an dem wir unsere Mappen bekommen haben. Ich glaub, da wurde mein Schicksal endgültig besiegelt - JUNIOR! Naja, Jack hat's auch nicht besser getroffen - jetzt muss ich ihn ernsthaft Jaromir nennen. Wie irgendein ekliger Russe mit stinkender Fellmütze. Tzzz. Das einzig spaßige an dem Tag war eigentlich, sich fiese Spitznamen über den bescheuerten Decknamen des anderen auszudenken."

DID MY BEST AND TRIED TO BE
A MIRROR OF SOCIETY

- JUNI 2012 -


:: MIT JAROMIR VALUJEW ::
x x [03.06.] JUST GO AND LEAVE THIS ALL BEHIND. - "Ah, das war, als wir gerade frisch eingezogen sind! Ich habe mich natürlich bestens mit dem Umzughelfer verstanden, aber Jaromir hat ein Gesicht wie immer gezogen. Das wurde noch finsterer, als wir herausgefunden haben, dass wir uns einen Balkon teilen und - haha - unsere Schlüssel auch in je das andere Schloss passen. Ehrlich, ich hab mit dem alten Griesgram ewig nicht mehr so gelacht, wie an dem Tag... obwohl ich vielleicht den Umzugshelfen nicht hätte wegschicken sollen, ich hatte einen Tag danach Rückenschmerzen von dem ganzen Kistenschleppen, und ich will nicht wissen, wie es dem alten Sack, meinem "neuen" Nachbarn, anschließend ging!"

:: MIT ANAÏS FAVREAU ::
» » [28.06.] I HAD A CHANCE TO VISIT THE NORTH POLE BUT IT WAS WAY TOO COLD TO SMOKE - "Manchmal hat man bei Interpol auch coole Sachen zu tun. Zum Beispiel Vorlesungen an der Uni geben - danach habe ich sie kennen gelernt, die liebe Anais. Sie hat mir ihre Kantine gezeigt, damit ich was in meinen leeren Magen bekommen habe, und mir versucht, ein bisschen die Illusion vom coolen Studentenleben zu nehmen. Hat nicht so richtig geklappt, ich finde die Uni immer noch grandios. Da sie zeitweise bei der Polizei arbeitet, hoffe ich, sie demnächst mal wieder zu treffen."


I STILL DREAM WE COULD TURN AROUND
BUT I FORGAVE FORGOT TOO MANY TIMES


- JULI 2012 -


:: MIT KEELAN LILOU MERCIER ::
x x [12.07.] WO IST SUPERMAN, WENN MAN IHN MAL BRAUCHT? - Szene abgebrochen.

:: MIT LAUREN BLANCHETT ::
x x [19.07.] STORM IN A TEACUP TASTES LIKE A TEARDROP - "Hm, ja, ich erinnere mich an Lauren. Ich weiß nicht, wie sie weiter heißt, aber dafür, dass sie Starbuckskaffee genau so verabscheut, wie ich. Davon mal abgesehen läuft sie gerne durch Regen und läuft offensichtlich auch gerne davon. Mich hat sie nämlich einfach so stehen lassen. Im Regen übrigens. Wie poetisch."

:: MIT LAUREN BLANCHETT ::
x x [20.07.] ALL NIGHTMARE LONG - "Wer hätte gedacht, dass ich Mademoiselle Lauren Stock-im-Arsch Blanchett so schnell wieder sehe? Ich nicht. Nachdem ich sie allerdings überzeugt habe, dass es nicht meine Schuld ist, dass unsere Métro stecken geblieben ist scheiß Stromausfall -, war sie einigermaßen gnädig mit ihr. Tatsächlich scheint sie sich ab und zu Sorgen um mich gemacht zu haben - ich musste immerhin ne Scheibe einschlagen - aber im Endeffekt war sie die gleiche Nervenzicke wie immer. Oh, ich mag sie eigentlich, stimmt schon. Sonst hätte ich sie am Ende nicht mit nach Hause genommen, oder?"

:: MIT LAUREN BLANCHETT ::
x x [20.07.] ALL NIGHTFALL LONG - "Tja, ich würde sagen - ganz so schlimm bin ich auch wieder nicht. Zumindest nicht, was Mademoiselle Blanchett angeht. Oder, wie wir uns jetzt nennen "Lauren". Denn ich habe der Eiskönigin tatsächlich das duzen angewöhnt. Nachdem ich meine Hände notdürftig verarztet und sie zum Bleiben überzeugt habe, kam noch der wirklich köstliche Moment, in dem sie dachte, ich würde sie flachlegen wollen, hahahaha. Aber keine Sorge, nix passiert - sie hat auf dem Sofa gepennt und ich in meinem Bettchen, also alles gut. "

:: MIT LAUREN BLANCHETT ::
x x [21.07.] ALL DAYBREAK WHOLE - "Das war am Morgen nach besagter Nacht. Neiiiin ich habe mich nicht an sie rangeschmissen: Überraschung! Tatasächlich hat es mein unvergleichlicher Charme allerdings geschafft, sie endlich dazu zu bringen, weniger verspannt zu sein. Sie hat sogar mit mir gefrühstückt - MIT vollkommen ungekämmten Haaren! Na wenn das mal nicht ein Freundschaftbeweis ist, oder was. Ich hab sie außerdem überredet, sich noch mal mit mir zu treffen - in der Bibliothek. Weil sie ja denkt, ich sei so was von ungebildet. Aaaaalles klar."

:: MIT JAROMIR VALUJEW ::
x x [23.07.] AND EVERYBODY IS IN THE ACT - "Fazit aus diesem Tag: Herr Jaromir Valujew hat Scheiße gebaut. Und zwar große. Wir wissen zwar beide nicht genau, was für eine, aber Fakt ist Fakt - oder warum würde die Zentrale mir sonst wegen SEINEM Scheiß im Nacken sitzen? Genau. Fakt ist aber auch, dass die Pariser Rohrbauer noch größere Scheiße gebaut haben. Wasserrohrbruch. Wir werden umquartiert! Ebenfalls Fakt: Herr Jaromir Valujew ist nicht erfreut. Wer hätte denn nur damit gerechnet...?"


I DON'T WANNA LIVE A LIE THAT I BELIEVE
TIME TO DO OR DIE


- AUGUST 2012 -


:: MIT JAROMIR VALUJEW ::
x x [01.08.] WITH THE DARKNESS FED I WILL BE YOUR SCARECROW. - "Ist ja nicht so, dass ich mir Sorgen um den Alten machen würde. Aber wenn Jaromir eine ganze Nacht lang unauffindbar ist und auch nicht auf der Arbeit auftaucht, fragt man sich unweigerlich, was da passiert ist. Meine Lieblingstheorie - dass er von Aliens entführt wurde - ist viel besser, als das, was letztenendes wirklich passiert ist. Aber noch mal für alle zum Mitschreiben: Jaromir Valujew hat ne uneheliche Tochter, die sterbenskrank ist. Jo, mir ist da auch der Appetit vergangen."

:: MIT LAUREN BLANCHETT ::
x x [02.08.] BOUGHT MY FATE STRAIGHT FROM HELL. - "Was als harmloses Kuchenessen begonnen hat, wurde am Ende zu einem Saufgelage. Ich habe mit Lo Kings gespielt und natürlich haushoch gewonnen - err, wenn ich so darüber nachdenke, könnte ich auch den ein oder anderen Mist erzählt haben. Aber ehrlich, sie war so besoffen, sie erinnert sich wahrscheinlich an gar nichts mehr. Als ich sie nach hause gebracht habe, wollte sie sich erst noch prügeln und wurde anschließend ganz komisch. Aber ingesamt war es ein wirklich hübscher Abend."

:: MIT ÉLAINE CÉLIA BENNET::
x x [03.08.] ZIEMLICH BESTE FREUNDE? - "Paris ist einfach krass. Man lernt durch die verrücktesten Zufälle die besten Menschen kennen. Élaine habe ich quasi... angesprungen, als ich über eine Métro-Absperrung gehüpft bin (nicht meinem Chef verraten!) und sie als Entschädigung nach Hause gefahren. Und getragen. Denn Élaine sitzt im Rollstuhl, aber ganz ohne, dass man auf sie herab sehen muss. Sie ist vielleicht ein bisschen schnell vertrauensselig, aber ganz ehrlich, ich wäre an ihrer Stelle auch mit so einem Mordskerl wie mir mitgekommen! Unfassbar, dass Leute, die von "gesunden" Menschen als "eingeschränkt" bezeichnet werden, unkomplizierter sind als der ganze abgespackte Rest."

:: MIT ANAÏS FAVREAU & JAROMIR VALUJEW ::
x x [06.08.] WE'RE HALF AWAKE IN A FAKE EMPIRE. - "Da will man EIN MAL tun, warum man nach Paris gekommen ist, und nicht nur vor'm Schreibtisch hängen - und was passiert? man wird in die Luft gejagt! Besten Dank an dieser Stelle noch mal an Jaromir, der seinem Beinamen "the Grim" wieder alle Ehre gemacht hat, und an Anaïs Favreau, die mir leider nicht den Abend versucht hat, aber der zumindest ziemlich heiß wurde. Haha. Jah ich weiß selber, dass der Witz scheiße war und dass man über Bomben keine Witze macht, danke. "

:: MIT ANAÏS FAVREAU & JAROMIR VALUJEW ::
x x [08.08.] PAID FOR WITH PRIDE AND FATE. - "Wisst ihr, wie das ist, wenn man total mit Schmerzmitteln zugedröhnt wurde, entdeckt, dass einem ein halber Zahn fehlt, dass es dem Kollegen die Haare halb versengt hat und man selber keine mehr auf dem Kopf hat? Ich sag's euch, das war einer der besten Tage meines Lebens! Ich hab mich innerlich am laufenden Band über die langen Gesichter und den zerrupfes-Huhn-Style von Mr. Gorbatschow beeiert und mich gefreut, dass ich die Bombengeschichte so gut überstanden hab. Haha, naja, zumindest bist Jaromir auf die Idee kam, mir mein Morphium für eine Weile abzuklemmen."

:: MIT JAROMIR VALUJEW ::
x x [10.08.] IF I TOLD YOU WHAT I WAS, WOULD YOU TURN YOUR BACK ON ME? - "Ich weiß nicht mehr viel von diesem... Moment, in dem ich nach der OP wieder aufgewacht bin und Jaromir plötzlich im Raum stand. Und wahrscheinlich will ich auch den Großteil davon einfach vergessen. Ich weiß noch, dass es mir beschissen ging. Und... pssssst, aber ich glaube, wir haben zwischendurch beide ein bisschen geheult. Ich kann nicht sagen, was es war, aber ich hab Dinge über ihn erfahren, die ich... genau genommen wahrscheinlich nicht wissen sollte. Es war schwierig, aber vielleicht genau das, was wir beide mal brauchten. Oh, und ich glaube, ich hab mich entschuldigt. Hrrrmr. Ja. Ich. Entschuldigt."

:: MIT ÉLAINE CÉLIA BENNET::
» » [12.08.] MY RACING HEART, CLENCHED TO A FIST - "Kommentar folgt nach Abschluss der Szene."

:: MIT FEMTON MITCHELL DE NAXOS ::
x x [13.08.] DEAREST ENEMY, YOU SHOULD LISTEN TO THE STREETS - "Ich habe - voll auf Morphium - den guten Mitch kennen gelernt. Ein Typ, der im Krankenhaus putzt. Und scheinbar mit Drogen handelt. Irgendwie so. Die Geschcihte ist ein bisschen verkorkst, ich hab ihn mit eienr Waffe bedroht und ermmm... ach naja, was soll's. Wir werden uns wiedersehen. Er muss kommen. Ich darf da nicht so viel drüber sagen, aber war schon ne echt geile Aktion von mir."

:: MIT ANAÏS FAVREAU ::
» » [18.08.] UND DIE ZEITGEISTER KLOPPEN SICH MIT GASPISTOLEN - "Kommentar folgt nach Abschluss der Szene."

:: MIT JAROMIR VALUJEW & LUCY SAINT JAMES ::
» » [24.08.] WHO ARE THEY TO TELL YOU WHAT WILL HAPPEN? - "Kommentar folgt nach Abschluss der Szene."


Zuletzt von Endstation Sehnsucht am Mi Aug 13, 2014 4:42 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: AU BORD DE LA SEINE - Fowke Crowley Jr.   Mi Aug 13, 2014 4:41 pm













NO HOPE DON'T WANT TO SHELTER
NO CALM NOTHING TO KEEP ME
FROM THE STORM


name

Fowke Crowley Jr. ist der Name, den er während seiner Undercover-Mission in Paris trägt. Die Tarotkarte Crowley ist die des Narren, zweifellos eine Anspielung der Kollegen aus der Personal-Abteilung, welche die Alibi-Identität des Agenten erschaffen haben.
Jakub Karel Černobog ist der echte Name, den er bis zu seiner ersten Undercover-Mission besaß. Seine Eltern stammen aus Tschechen und sind während der Kriegslage im Osten nach Richmond, damals ein beliebtes Ziel von Ostflüchtlingen, ausgewandert. Jakub bedeutet "der Verdrängende", Karel "der Männliche", Černobog "der schwarze Gott".

alter, geburtstag, geburtsort

Die Tarnidentität ist ebenfalls 26 Jahre alt, wurde am 12.02.1986 in England, Kingscote, geboren. Die ebenfalls erfundenen Eltern sind nach Amerika gezogen, als Fowke 12 Jahre alt war, um seinen Akzent zu erklären.
Der am 27.07.1986 Geborene ist demnach 26 Jahre alt und Amerikaner , auch wenn er sich privat lieber als Tschechen bezeichnet. Er stammt aus den Ghettos von Richmond, Virginia. Sein Vater hatte die Familie bereits verlassen, als er zur Welt kam.

aktueller wohnort

Nach einem Wasserrohrbruch in dem Apartment in Elysée wurden beide - Fowke und sein Arbeitskollege - in ein Loft in Hôtel de Ville, Paris, verlegt und müssen dort nun gemeinsam wohnen.
Offiziell lebt der 26-Jährige noch immer in Richmond, Virginia, USA. Seine Apartment wird weiterhin von der CIA bezahlt.

berufung

Als Tarnung wurde er als Polizist des Lieutenant-Ranggrades in Interpol [ICPO] eingesetzt. Obwohl er eigentlich den vergleichsweise langweiligen Job eines Disponenten in der Organisationsabteilung übernehmen sollte, wird er nun auch von Interpol selbst häufiger zu Außeneinsätzen befugt.
Jakub ist eigentlich ein Special Agent der CIA, der momentan allerdings unter falschem Namen in Paris eingesetzt ist, um eine Bande von Drogenschmugglern zu verfolgen und stellen.

I'M IN THE GRIP OF A HURRICANE
I'M GONNA BLOW MYSELF AWAY


familienstand

Zu verbesserten Tarnung erhielt auch der Charakter des Fowke eine Familie. Allen voran Mr. Fowke Crowley, Senior. Er wird als englischer Gentlemen beschrieben, der schon immer vom Durchbrennen nach Amerika träumte und dort nun ein beschauliches, kleinbürgerliches Leben an der Seite seiner Frau Shelley Crowley führt.
Jakubs Mutter hörte auf den Namen Katica Černobog und ist möglicherweise schon gestorben. Sie und ihr Sohn hatten ein sehr schlechtes Verhältnis zueinander: die Frau kümmerte sich nur um sich selbst und darum, ihre Töchter Nacht um Nacht an Männer zu verkaufen. Seinen Vater, Karel Černobog, lernte Jakub nie kennen. Wahrscheinlich sind seine Geschwister auch nur Halbgeschwister, er sprach nie mit seiner Mutter darüber. Seine älteste Schwester, Sara-Tereza Černobog raffte sich auf und ging fort, nachdem sie sich jahrelang prostituiert hatte. Er traf nie wieder auf sie und weiß nicht, ob sie überhaupt noch lebt. Sein zweitältestes Geschwisterkind war Alexej Juraij Černobog, der sich die Jungs der Familie vorgenommen hat und ihnen vor allem gezeicht hat, wie man sich einen Schuss setzt und wo man am besten hinsticht, wenn man ein Messer in die Hand bekommt. Er lebt noch in den Drecksvierteln von Richmond und dealt dort weiterhin. Lída Elita Černobog rannte von Zuhause fort, als Jakub im Teenager-Alter war, um sich nicht mehr ausnutzen zu lassen. Jahre später erkannte er sie in einem Café, allerdings wechselten sie nur ein Nicken miteinander. Sein nächstältester Bruder Koloman Benes Černobog glitt von der Dealer-Schiene direkt in die Abhängigen-Kartei. Er starb an einer Infektion am linken Arm, an welchem er sich stets seinen Schuss gesetzt hatte, als Jakub 13 Jahre alt war. Die einzig Jüngere als er war Antonié Bára Černobog, genannt Toni, gewesen. Aus bisher ungeklärten Gründen wurde sie, nachdem für eine Nacht von ihrer Mutter an einen Mann verkauft wurde, niedergestochen. Da sich die Mutter weigerte, für die elf Jahre alte Tochter einen Krankenwagen zu rufen und ihren Kindern drohte, sollten sie auf diese Idee kommen, erschoss Alexej das Mädchen und erlöste es von seinem Leid.

IT'S BEEN A LONG TIME COMING
AND THE TABLES TURN AROUND


charakter

»Was hast du denn bisher für ein Bild von mir? ...mh, achja? Ja stimmt, ich fluche ganz schön viel. Aber scheiße, dafür kann ich eigentlich nichts, ich meine, ich komm praktisch aus dem Ghetto, wenn du's so willst. Ich bin nicht besonders sensibel, und wenn mir einer dumm kommt, komme ich dümmer zurück. Du verstehst schon, was ich meine. Es ist nie einfach, sich zu behaupten, und ich bin so oft auf meine verdammte Fresse geflogen und hab's trotzdem geschafft, wieder aufzustehen. Ich bleibe der gleiche, egal, welchen Namen ich trage - das Arschloch, das neben dir an der Ampel steht und seine Musik so laut gedreht hat, dass du deine eigene nicht mehr hören kannst. Und deine Fenster sind zu.
Aufgeben ist halt was für Schwächlinge, und das bin ich nicht. Hast du eventuell von meinem Buch gehört? Es heißt "Participation" und es geht um- ...nicht? Nie gehört? Tzzzz.... naja gut, okay, der Schinken hat sich nicht wirklich verkauft. Aber ich arbeite trotzdem schon an einem Nachfolger, der vermutlich "Listlessness" heißen wird. Erm... ich sitze schon drei, vier Jahre dran, er wird nicht fertig. Scheiße man, nein, das liegt einfach daran, dass er so komplex wird!
Ich soll Angst haben, dass der wieder nichts wird? Ich mach dir gleich Angst! Ich hab keine Angst. Hab ich nie. Frag mal Jaromir, der wird dir schon sagen, was ich für ein Haudrauf- Kerl bin. Mit dem Kopf voraus durch die Wand - oder mit meiner Lieblingsbaretta, je nach dem, was dir besser schmeckt, Haare oder Blei. Jaromir quatscht immer was von Planung, ich dagegen finde Umsetzung irgendwie... effektiver. Was bringt uns das ganze Dreckslabern, wenn wir am Ende schneller sind, indem wir einfach anfangen? Mir passiert schon nichts, und dieser Snob bildet sich irgendwie was auf seine Pläne ein, das ist echt... peinlich. Wir leben nur einmal, und das sollten wir gefälligst nutzen, um was zu ändern, so sehe ich das. Ich bin nicht besonders vorsichtig, klar, weder was unsere Arbeit, noch was diese Geheimhaltungssache angeht. Aber die CIA weiß schon, was sie an mir hat, mein Freund. Ich mach meine Fehler, aber ich mache sie auch wieder gut und ja, natüüürlich hätte ich mir auch ein unauffälligeres Auto kaufen können, aber Scheiße, wenn ich das Geld habe und schnelle Autos mag, dann gönn mir doch den Spaß! Überhaupt, die Menschen lachen viel zu wenig. Dieses ganze Trübsal- Geblase geht mir tierisch auf den Sack.
Ich kann und will was ändern - um einfach nur rumzusitzen und große Reden zu schreiben habe ich mich ganz bestimmt nicht aus der menschlichen Müllhalde von Richmond hochgeschissen.«


Vorlieben:

  • Action
  • Ehrlichkeit
  • Spontanaktionen
  • Wortgefechte
  • Spaß
  • seinen Job
  • Adrenalin
  • Risiko
  • Fitness
  • Konsolen (Playsation, Nintendo DS usw)
  • sein Auto (Corvette)
  • seine Lieblingswaffe (alte Beretta)
  • Alkoholisches
  • Gelassenheit
  • seinen Kollegen (selbst wenn er das nicht zugibt)
  • Abneigungen:





  • Langeweile
  • Detailplanung
  • Erpressung
  • Trägheit
  • Korintenkacker
  • Oberflächlichkeit
  • fehlende Selbstironie
  • Starbuckskaffee
  • Regeln
  • Ordnungsfetischisten
  • Rassisten
  • Autounfälle
  • Drogen
  • Betrug
  • haltlose Anschuldigungen


  • besonderheiten

    Eigentlich müsste der Agent eine Brille tragen, da er außergewöhnlich schlechte Augen hat. Vor seiner Einstellung als CIA Mitarbeiter hatte er eine Augenbestrahlung, die sehr geholfen hat, allerdings wird sein Augenlicht mittlerweile schon wieder schlechter. Meistens trägt er nun Kontaktlinsen, an faulen Tagen kann man ihn aber auch mit Nasenfahrrad erwischen.


    geschichte

    »Entgegen dem, was ich erlebt habe, ist die Vergangenheit von meinem lieben Fowke ein echtes Zuckerschlecken. Voll die lieben Eltern, die des Dorfes im Walde auf der grünen Insel Groß- Britannien überdrüssig geworden waren, und sich samt ihres einzigen Sohnes - Einzelkindgeschädigt, sowieso - auf ins ferne Amerika machten, um sich ihr Liebesnest in Richmond zu errichten. Pah. Wer will schon freiwillig nach Richmond? Klar, wenn man nur die schönen Ecken kennt, lässt es sich da ehrlich aushalten. Und Fowke kennt eigentlich auch nur die schönen Ecken. Er ist zur Schule gegangen, hat seinen Abschluss gemacht, studiert, ...blablabla. Das ganze heile- Welt- Gewäsch. Die Personalienabteilung hat sich was besonders feines ausgedacht, als sie beschlossen hat, meiner neuen Identität eine perfekte Vergangenheit ohne Drogen, Gewalt, Prostitution und Waffen zu geben. So würde doch auch absolut niemand bei Interpol darauf kommen, dass der brave Fowke mit dem makellosen Lebenslauf, der schon iiiiiiiimmer für Interpol arbeiten wollte, eigentlich ein CIA- Agent ist, der keine Sekunde zögern würde, um jemandem sein scheiß Hirn aus dem Schädel und gegen die Wand hinter ihm zu pusten. Wie, was, jetzt ist dir schlecht? Na toll, dann aber raus hier, denk an meinen Teppichboden!«
    »Du willst die Wahrheit wissen? Die richtige, echte Geschichte von Jakub? Freundchen, das wird nicht einfach. Wenn du schwache Nerven hast, dann komm, bitte, hol dir vorher wenigstens einen Eimer. Ich hab hier Teppichboden und es würde dich ein kleines Vermögen kosten, deine Kotze von dem entfernen zu lassen.
    Gut, also... wie du ja schon weißt wurde ich in Richmond geboren. Das Viertel, in dem der Schuppen stand, in dem ich schlief - mit meinen drei Schwestern, meinen beiden Brüder und meiner gottverdammten Mutter - war eines der Ghettos, in dem sich hauptsächlich ehemals tschechische, polnische, slovakische und russische Einwanderer tummelten. Keiner hatte Geld, keiner hatte Hygiene, keiner hatte Hoffnung, jemals aus diesem Loch rauszukommen. Die Lebenswege der Kinder von dort war meistens gleich - die Mädchen wurden Prostituierte, die Jungs Schwerverbrecher. Man konnte auch zu den Russen gehen und mit denen Banküberfall in Richmond spielen, aber das war noch gefährlicher, als alles andere. Es war die Hölle auf Erden. Die Polizei hat selbstverständlich nichts unternommen, wenn sich mal ein sauberes Auto in unsere Gassen verirrt hatte, kam es da so schnell auch nicht wieder raus. Uns war nicht zu helfen, also halfen wir uns selbst.
    Meine Mutter machte das, was die meisten Mütter bei uns machten - ihre Töchter an die Meistbietenden zu vermieten. Mal für ein paar Stunden, manchmal für mehrere Tage. Mein Bruder Alexej und ich versuchten, auf unsere Schwestern aufzupassen, aber das war leichter gesagt, als getan. Jeder war sich selbst am nächsten. Du wusstest nie, ob du am nächsten Morgen mit einem Loch im Kopf aufwachst. Ob du überhaupt aufwachst, oder die Decke über die einfach einbricht, die Polen alles abfackeln, was weiß ich. Man konnte nichts tun, um seine Familie zusammen zu halten, und offen gesprochen lag mir damals auch nicht so viel daran. Ich war es gewohnt, mit Alexej durch die Blocks zu ziehen, mich mit den Slovaken zu prügeln, mir von den Russen so derbe die Fresse polieren zu lassen, dass ich tagelang nicht sprechen konnte. Koloman, mein anderer Bruder, gelangte das erste Mal an Drogen, als ich zehn war. Alexej nahm es ihm weg, aber wir sahen zu, wie er es verschachterte. Von da an versuchten wir, anstatt mit Gewalt und Herumtreiben über Drogendealen an Geld zu kommen. Das schloss Waffen und Gewalt nicht aus, und ich schwöre, es gab nicht nur einen Moment, an dem ich dachte, gleich endest du mit einer fetten Kugel Blei in der Brust und verreckst direkt hier, auf dem dreckigen Fußweg, zwischen Müll und Schutt, ohne dass es jemanden interessierte, on j etwas geschafft zu haben. Aber irgendwie haben wir's immer hin gebogen bekommen. Besonders Koloman schien ein Talent zum Verticken zu haben, ich wurde meistens als Kurier benutzt - weil ich kleiner und flinker war. Ich konnte schneller abhauen, falls doch mal Russen kamen. Das Problem mit Koloman war nur, dass er irgendwann selber abhängig von dem Scheiß wurde. Als ich dreizehn war, kam er wochenlang nicht zurück. Alexej schleppte wenig später seine Leiche nach Hause. Kurz darauf ließ meine Mutter meine kleiner Schwester Antonié krepieren. Das, was man bei uns noch hätte Familie nennen können, zerbrach. Meine andere Schwester, Lída, war von einem Tag auf den anderen verschwunden. Weil Alexej stärker als sie und Sara, meine älteste Schwester, nicht da gewesen war, verprügelte mich meine Mutter in ihrer blanken Wut darüber. Sie brach mir die Nase und ein paar meiner Rippen. Alexejs Versuch, mich von ihr weg zu bringen, endete damit, dass ich zwischen Russen in Richmonds Innenstadt von einem Polizisten auf den Boden geworfen wurde. Der Überfall, bei dem ich auf Alexejs Drängen mitgemacht hatte, war gescheitert.
    Ich kam in den Jugendknast, und ich weiß nicht genau, was schlimmer war - die Zeit im Viertel oder die Zeit dort. Die Wärter waren ähnlich ignorant wie die Regierung, was die Einwandererghettos von Richmond anging. Ich war nicht der Jüngste, aber es gab viel zu viele Jungs, die stärker waren als ich. Irgendwann hat mich der Knast dann wieder ausgespuckt, und ich war zurück, auf der Straße. Ich kehrte in mein Viertel zurück und stellte fest, dass Sara fort, meine Mutter tot und Alexej ein bisschen sehr geistesgestört war. Er entschuldigte sich nie dafür, dass er mich mit den Russen allein gelassen hatte. Er war hoffnungslos verloren.
    Mit fünfzehn Jahren war ich aber noch nicht zu spät, um in eines der Waisenhäuser zu gehen, die am Rande Richmonds auf diejenigen der Viertel warteten, die es geschafft hatten, beide Elternteile zu verlieren. Ich blieb dort, bis ich achtzehn war, lernte langsam und mühsam ein besseres Englisch, lesen, schreiben. Mein Vorteil war mein Drang dazu, etwas in meinem Leben zu erreichen, das nicht aus Abfall und Blut bestand.
    Nachdem ich das Waisenhaus verlassen musste, fing ich an, in einer Bücherei zu arbeiten. Ich verdiente mehr oder weniger anständig und lebte in einer schmuddeligen Einzimmerwohnung direkt am Verkehrsknotenpunkt Richmonds. Von meinem ersten Gehalt kaufte ich mir eine Schreibmaschiene - ich wollte Autor werden (will ich übrigens immer noch). In meinem Buch sollte es um die CIA gehen, und ich hatte mir felsenfest vorgenommen, genaustens zu recherchieren. Dass ich damit den Unmut der Herrschaften auf mich zog, ahnte ich nicht.
    Sie wurden auf mich aufmerksam, sie ließen mich beobachten - nicht, dass ich das je gerafft hätte, aber ich habe meine Akte gesehen, haha - und eines Tages klingelte ein Herr im Anzug an meiner Tür. Ich hatte damals Haare bis zum Kinn und weniger an, als mir lieb war, wenn du kapierst, was ich meine. Die Situation war unfassbar peinlich. Und unangenehm.
    Mir wurde erklärt, dass ich das Buch nicht würde veröffentlichen dürfen... tja, und ich würde sagen, es war eine Sache von gegenseitigem Interesse, inklusive dezenter Bestechung, dass ich dann zu einer Eignungsprüfung eingeladen wurde. Als sie Wind davon bekommen hatten, dass ich kaum noch lebende Verwandte habe, geschweige denn Kontakt zu dem Rest, war ich so gut wie an Bord. Es ist die eine Sache, ob du eine Waffe bedienen kannst und dich zusammen reißen kannst, wenn du zusehen musst, wie jemandem vor dir das Bein zerfetzt wird - aber es ist die andere Sache, ob dich jemand vermissen würde, wenn es dich selbst wegpustet. Ich hatte, sagen wir mal, eine gewisse Vorkenntnis, ich war abgebrüht durch meine Kindheit, ich war interessiert und vor allem hatte ich den richtigen Riecher, dass das die Chance war, auf die ich immer gewartet hatte.
    Also nahm ich den Job an. Mir wurde jahrelang auf den Kopf gekackt, ich musste lernen, trainieren, alles geheim halten und dann auch noch unterscheiden können, wer jetzt eigentlich vertrauenswürdig ist und wer nicht. Glaub mir, ohne meinen Mentor - den ich nach sechs Jahren beschissener Grundausbildung bekommen habe - hätte ich immer noch nicht drauf, wer in dem Verein über wem steht. Und wer mit wem und überhaupt. Jaromir war wahrscheinlich auch nicht begeistert davon, einen frischen, knackigen und verdammt gutaussehenden Rohdiamanten, der praktisch gerade direkt von dort kam, wo man lernte, mit welcher leichtesten Waffe man die schwersten Geschütze zerlegt, zusammen arbeiten zu müssen - und ich bin von diesem Langweiler sowieso noch nie besonders angetan gewesen. Aber eines muss ich den Ärschen von der Inneren dann doch lassen: meine Herkunft hat nie eine Rolle gespielt.
    Trotzdem bin ich noch scheiße sauer auf sie, dass ich ein anderes Buch habe schreiben müssen, welches letztenendes nicht gerade einschlug. Glaub mir, mit der Story über die CIA wäre ich auf einen Schlag berühmter Bestsellerautor gewesen, aber... tzzzz.... .«

    CAUSE ONE OF US IS GOING
    ONE OF US IS GOING DOWN


    spielerin

    Hinter Fowke verbirgt sicht nach wie vor Gromi, die mittlerweile fast 20 Jahre alt ist und ihr Baby auf keinen Fall weitergeben wird. Nichts davon. Niemals! Zu ihren anderen Liebsten gehören außerdem Rewbie Amidala de Naxos, sowie Rufino Arcangelo Puccini und Ana Linvoleak-Boräas.


    kurztext

    FOWKE CROWLEY JR. -
    - heißt eigentlich Jakub und ist ein Undercover- CIA- Agent, stationiert in Paris. Ein Mann, hin- und hergerissen zwischen dem, was er ist und was er sein will. Bei letzterem übertreibt er es gerne mal – irgendwie merkt man an seiner Kopf- durch- die- Wand- Einstellung, dass er nicht mit Swimmingpool im Garten und Golfen mit Daddy, sondern in einem Einwanderer- Elendsviertel von Richmond, Virginia, aufgewachsen ist. Er ist spontan, launisch, er hat seine Vorstellungen von dem Job und ja, wenn man die Tür schneller aufkriegt, indem man ein Loch reinsprengt, dann macht man das eben. Fowke ist unkonzentriert, er macht seine Fehler, aber er macht sie auch wieder gut. Von seinem Kollegen Jaromir ist er sowohl genervt, als auch irgendwie amüsiert, regt sich über dessen Vorsicht auf, würde aber auch nie zugeben, wie abhängig er von ihm ist. Auf Paris bildet er sich genau genommen gar nichts ein – dafür aber auf sein zweites Buch, an dem er schreibt und schreibt und doch nicht zum Ende kommt.



    © MARIELLE F. FOR AU BORD DE LA SEINE SINCE 2012
    CHARAKTERUPDATE #1 // 13.08.2014
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    AU BORD DE LA SEINE - Fowke Crowley Jr.

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